Ratgeber
Ah ja.
Ah ja.(Foto: imago stock&people)
Montag, 05. Februar 2018

Unerkannt sündigen? : Wenn das Nummernschild unleserlich ist

Man muss nicht unbedingt offroad unterwegs sein, um sein Fahrzeug ordentlich einzusauen. Schnee, Matsch und Dreck machen es auch so möglich. Doch ist es eigentlich erlaubt, mit einem schwer zu entziffernden Kennzeichen zu fahren?

Für die einen gehört das wöchentliche Autowaschen zum festen Ritual, andere sind da entspannter und zeigen mit jedem Zentimeter Lack, dass für sie ihr Fahrzeug vor allem eines ist: ein Gebrauchsgegenstand. Entsprechend wenig Wert wird dann auch auf die äußere Erscheinung des Wagens gelegt. Was an sich nicht weiter wild ist, wäre da nicht auch das Kennzeichen, welches der Identifizierung des Halters dient. Was im Falle eines wie auch immer gearteten Fehlverhaltens im Straßenverkehr auch durchaus sinnvoll ist.

Zurück zum Schmutz. Der ist insbesondere in den Wintermonaten kaum vom Fahrzeug fernzuhalten. Ob Schnee, Matsch oder ordinärer Dreck - so manches verklebt dieser Tage auch das Nummernschild. Was dessen Lesbarkeit deutlich erschwert. Stellt sich die Frage, ob die Fahrer einfach auf bessere Tage warten können, bevor sie zum Schwamm greifen oder ob das Nummerschild immer deutlich zu erkennen sein muss? Und manch einer könnte ja auch auf die Idee kommen, vorsätzlich etwas Pampe extra aufzutragen, um dann unerkannt die eine oder andere Verkehrssünde zu begehen.

Doch egal, ob die Unleserlichkeit auf Nachlässigkeit oder Vorsatz beruht - das Kennzeichen muss deutlich zu erkennen sein. Andernfalls muss ein Bußgeld von 5 Euro bezahlt werden. Im ersten Fall. Wer mit Absicht maskiert - sei es mit Schmutz, Glas, Folie oder einem anderen Material - für den erhöht sich der Betrag auf 65 Euro. Zusätzlich droht ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren. Heißt es doch in § 22 des Straßenverkehrsgesetz: "Wer in rechtswidriger Absicht das an einem Kraftfahrzeug oder einem Kraftfahrzeuganhänger angebrachte amtliche Kennzeichen verändert, beseitigt, verdeckt oder sonst in seiner Erkennbarkeit beeinträchtigt, wird, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist, mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft." Oha.

Außerdem ist zu beachten, dass moderne Bildbearbeitungsprogramme dazu in der Lage sind, gegebenfalls auch auf Blitzerfotos festgehaltene "Dreckschilder" zu entziffern. Im Zweifelsfall gelingt die Identifizierung auch via Bild festgehaltener Umweltplakette, denn auch hier steht das Kennzeichen drauf.   

Also besser Finger weg vom Nummerschild - außer um es zu reinigen. Dies ist sicherlich nicht alle halbe Stunde erforderlich. Aber vor Fahrtbeginn sollte schon einmal geschaut werden, ob die Buchstaben- und Nummernkombination noch identifizierbar ist.  

Quelle: n-tv.de