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Kundendienste im Test Wenn die Kaffeemaschine kaputt ist

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Heute bleibt die Kaffeetasse leer.

(Foto: imago/Westend61)

In Deutschland werden pro Kopf und Jahr rund 160 Liter Kaffee getrunken, gerne auch zu Hause oder im Büro. Dort kommt das Gebräu nicht selten aus einem Vollautomaten. Wenn der streikt, ist der Kundendienst gefragt. Warentest hat geschaut, was der so taugt.

Kultgetränk Kaffee: Hierzulande boomt das Geschäft mit dem Getränk aus der Bohne. Aber nicht nur in Cafés schmeckt es, sondern auch aus dem Kaffeevollautomaten zu Hause oder im Büro. Leider gehen diese Geräte im Schnitt nach fünf Jahren zum ersten Mal kaputt. Was nicht so schön ist, denn dann ist die Garantie lange abgelaufen.

Einen guten Kaffee bekommt man ersatzweise an jeder Ecke. Aber was taugen die Kundendienste für die Prestigeobjekte? Warentest hat drei freie Werkstätten geprüft sowie sechs Kunden­dienste der Hersteller, darunter die von DeLonghi und Bosch-Siemens Hausgeräte. Diese reparieren die Geräte entweder selbst oder Vertragswerkstätten erledigen das. 

Alle bekamen je drei kaputte Geräte zugesandt. Von neun Reparatur­werk­stätten haben nur drei ihre Sache gut gemacht. Neun der 27 Kaffee­voll­automaten kamen unverän­dert oder mit größerem Schaden als vorher zurück - dabei lagen die Preise für die Modellfälle zwischen 95 und 387 Euro.

Die Tester ließen den Reparaturspezialisten Geräte mit verstopfter oder manipulierter Milchaufschäumdüse ­und beschädigter Ummantelung des Netz­kabels zukommen. Die verstopfe Düse hätte jeder Nutzer selbst reinigen können. Denn normaler­weise genügt es, sie abzuschrauben­, in Spülwasser einzuweichen und mit einer kleinen Flaschenbürste zu reinigen. Trotzdem bekommen Kundendienste Kaffee­voll­automaten mit genau diesem Defekt zur Reparatur. Manche Profis scheiterten sogar daran.

Das angeritzte Kabel besserten die meisten nicht aus. Nur die innere Isolierung schützte noch vor einem Kurz­schluss. In mehreren anderen Fällen brühten die Auto­maten nach der Reparatur nicht einmal mehr Espresso. Bosch-Siemens-Techniker tauschten in zwei Maschinen die Brüh­einheit aus. Anschließend brühten beide Geräte keinen Kaffee mehr. Oben­drein kam eine der beiden Maschinen deutlich verschmutzt zurück, die andere mit offenem Gehäuse. Auch eine Jura-Maschine bekam eine neue Brüheinheit und brachte hinterher keinen Kaffee mehr in die Tasse, sondern nur in die Auffang­schale. Äußerlich war kein Defekt erkenn­bar.

Aber auch beim Versand gab es Einiges zu bemängeln. Denn in der Regel befördern Paket­dienste die Geräte zur Reparatur. Zwei freie Werk­stätten scheiterten an dieser Aufgabe. Sie schickten je eine Maschine mit Knack­folie umwi­ckelt auf die Rück­reise. Die Seiten waren jedoch nicht genügend vor Stößen geschützt. Beide Geräte kamen mit einem Riss im Wasser­tank an, Wasser lief aus. Sie bereiteten keinen Kaffee mehr.

Im Test überzeugen konnten schließlich doch noch drei Kundendienste, nämlich die für die Marken DeLonghi, Philips und Krups (alle "gut"). Unerfreulich fiel hingegen das Ergebnis für den BSH Hausgeräte Service aus, der unter anderem für Bosch- und Siemensgeräte zuständig ist ("mangelhaft").  Die freien Werkstätten erhielten Noten zwischen "befriedigend" und "mangelhaft". 

Quelle: n-tv.de, awi

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