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Nicht jeder Nachmieter ist für rosa Wände zu begeistern.
Nicht jeder Nachmieter ist für rosa Wände zu begeistern.(Foto: imago/photothek)
Donnerstag, 30. November 2017

Grelle farbliche Gestaltung: Wohnungsrückgabe in Rosa geht nicht

Mit mehreren Urteilen hat der Bundesgerichtshof die Rechte von Mietern bei geforderten Schönheitsreparaturen an Mietwohnungen erheblich gestärkt. Doch dies ist beim Auszug kein Freibrief für Mieter. Mitunter wird Schadensersatz fällig.

Eigentlich kann ein Mieter seine Wohnung streichen, wie er will. Anderslautende Regelungen, die die Zustimmung des Vermieters zu abweichenden Anstrichen voraussetzen, sind laut BGH unwirksam (Az: VIII ZR 199/06). Die Rückgabe der Wohnung in einem farblich auffällig veränderten Zustand, welcher die Grenzen des normalen Geschmacks überschreitet, ist dagegen eine Vertragsverletzung, wie das Amtsgericht (AG) Augsburg entschieden hat.

In dem verhandelten Fall bewohnte ein Pärchen eine Wohnung für vier Jahre. Es hatte die Wohnung weiß gestrichen übernommen und gestaltete seine Bleibe dann in kräftigen Farben - grellgrün, gelb und rosa - um. Nach Ende des Mietverhältnisses strichen die Bewohner lediglich die Küche weiß und gaben die Wohnung ansonsten im "dekorierten Zustand" an den Vermieter zurück.

Nachdem eine außergerichtliche Einigung scheiterte, klagte der Vermieter vor dem AG auf Schadensersatz - mit Erfolg. Das Gericht verurteilte die ehemaligen Mieter zur Zahlung von 1200 Euro Schadensersatz.

Demnach stellt die farbliche Gestaltung einer angemieteten Wohnung zwar grundsätzlich keine Vertragsverletzung dar. Mieter haben das Recht, die Wohnung während der Mietzeit nach ihrem persönlichen Geschmack zu dekorieren. Wird das Objekt jedoch in einem farblich auffällig veränderten Zustand zurückgegeben, ist dies aber nicht in Ordnung, da dies eine Vertragsverletzung darstellt. Dann können Vermieter das Streichen der Wohnung verlangen, und zwar auch dann, wenn die Mieter eigentlich zu keinen Schönheitsreparaturen verpflichtet sind. Weigern sich Mieter, dem Verlangen des Vermieters nachzukommen, können sie verpflichtet sein, den Schaden zu ersetzen.

Der Schaden des Vermieters war nach Ansicht des Gerichts darin zu sehen, dass die Neuvermietung der dekorierten Wohnung erschwert war. Die grelle farbliche Gestaltung war aus Sicht des Gerichts für viele Mietinteressenten hingegen nicht akzeptabel. 

Quelle: n-tv.de

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