Ratgeber

Darf man eigentlich ...... auf den Ausgang des ESC Geld wetten?

15.05.2026, 11:58 Uhr
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Auf Unterhaltungsveranstaltungen darf in Deutschland nicht gewettet werden. (Foto: IMAGO/Zoonar)

Wenn man schon nicht beim ESC für den Kandidaten des eigenen Landes votieren kann, könnte man ja auf den Gedanken kommen, zumindest etwas Geld auf den potenziellen Gewinner des Gesangswettbewerbs zu setzen - in Form einer Geldwette. Ist das möglich?

Auch dieser Text soll keinesfalls dazu ermuntern, sein Geld beim Wetten aufs Spiel zu setzen. Glücksspiel kann bekanntermaßen zudem süchtig machen. Und dennoch dürfte es vielen anlässlich des am Samstag stattfindenden Eurovision Song Contestes (ESC) 2026 in den Fingern jucken, etwas Erspartes auf den Ausgang des Spektakels zu setzen.

Aber Pustekuchen. Das ist hierzulande nicht erlaubt. Zwar sind Wetten auf bestimmte Ereignisse in Deutschland grundsätzlich möglich, aber nicht auf alle. Worauf gewettet werden darf, ist im Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV 2021) geregelt. Dies ist der bundesweit einheitliche Rechtsrahmen in Deutschland, der Online-Casinos, Sportwetten und das terrestrische Glücksspiel (Betrieb von unter anderem Spielbanken, Pferdewettvermittlungsstellen, Lotto-Annahmestellen) regelt. Er ist bis 2028 gültig und wird von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) überwacht. Und die lässt auf ihrer Webseite wissen: " "Alle Glücksspiele, die nicht ausdrücklich als erlaubnisfähig genannt sind, gelten als nicht erlaubnisfähig und sind damit verboten."

Und sogenannte Eventwetten wie auf den Eurovision Song Contest werden im GlüStV nicht genannt. Ziel des Kontraktes ist es unter anderem, den Glücksspielmarkt bundesweit zu regulieren, Jugend- und Spielerschutz sicherzustellen, Spielsucht vorzubeugen und illegale Angebote zu bekämpfen. Für Wetten auf den ESC liegen nach der Einschätzung des Gesetzgebers diese Voraussetzungen nicht vor. Insbesondere handelt es sich bei dem durch Gremien der Teilnehmerländer und Zuschauer beeinflussbaren Ausgang nicht um eine Wette, deren Ausgang nur von der Leistung der teilnehmenden Kontrahenten bestimmt wird.

Vorsicht bei illegalem Online-Glücksspiel

Der Deutsche Sportwettenverband (DSWV) kritisiert seit Jahren das strikte Wettverbot auf den ESC in Deutschland. Unter dem Titel "Null Punkte für die deutsche Glücksspielregulierung" fordert der Verband eine dringend benötigte Modernisierung des GlüStV.

In anderen europäischen Ländern ist das Wetten auf den ESC-Ausgang erlaubt. Unter anderem im diesjährigen Austragungsland Österreich. Aber auch hierzulande kann man über einige Online-Anbieter Wetten platzieren, wovon jedoch dringend abgeraten wird. Der Grund: Aus Deutschland ist die Teilnahme gar nicht erlaubt, die beworbenen Angebote illegal. Die Teilnahme kann für Deutsche daher rechtliche Konsequenzen haben und mit Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe geahndet werden. Außerdem könnten Spiele manipuliert sein, Gewinnzahlungen ausbleiben und persönliche Daten missbraucht werden, so die GGL weiter.

Quelle: ntv.de, awi

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