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Festgeld: Sicherheit und Rendite Schwedische Bank zahlt 1,05 Prozent

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Im Ausland ist für Sparer deutlich mehr zu holen.

(Foto: imago/CHROMORANGE)

Stabilität in unsicheren Zeiten: Das wünschen sich derzeit auch viele Anleger und setzen vermehrt auf Festgeldkonten. Hier aber gibt es in Zeiten der Corona-Krise bemerkenswerte Unterschiede.

Wer seine Ersparnisse in Aktien angelegt hat, erlebte angesichts der Hiobsbotschaften rund um das Coronavirus zuletzt einen wahren Nervenkrieg und gewaltige Verwerfungen an den Börsen. Anleger, die Wert auf Sicherheit legen, überlegen daher nachvollziehbarerweise, ob sie ihr Geld nicht lieber festverzinslich anlegen. ntv hat die FMH-Finanzberatung daher beauftragt, herauszufinden, wer aktuell die besten Festgeldzinsen bei möglichst hoher Sicherheit anbietet.

Zinshöhe und Länderranking bewertet

Eigentlich sollte es in Sachen Sicherheit keinen Unterschied machen, in welchem EU-Land Sparer ihr Geld deponieren. Zumindest wenn es um Summen bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank geht. Dann nämlich gilt für alle Mitgliedstaaten die Vorgabe, dass Anlagen bei einer Bankeninsolvenz über einen Einlagensicherungsfonds gesichert sind.

Doch schon in der Vergangenheit konnte man beim einen oder anderen EU-Land Zweifel haben, dass diese Vorgaben im Ernstfall zu 100 Prozent erfüllt werden. In der Corona-Krise verschärfen sich diese Befürchtungen. Optimisten können natürlich auf den europäischen Zusammenhalt setzen und darauf hoffen, dass die EU einem Land mit einem unzureichend ausgestattetem Sicherungsfonds unter die Arme greifen würde. In Zeiten von Corona ist das aber alles andere als ausgemacht.

Die FMH-Finanzberatung hat bei ihrer Bewertung deshalb nicht nur darauf geachtet, wie gut oder schlecht die Zinsen sind, die die Banken in den unterschiedlichen EU-Staaten offerieren. Sie hat auch das Länderranking der jeweiligen Banken in die Auswertung eingearbeitet.

Ein weiteres wichtiges Kriterium, um in der aktuellen Zeit Sicherheit und Rentabilität von Festgeldkonten in der EU zu vergleichen, ist der Festlegungszeitraum. Auch ihn hat die FMH im Länderranking berücksichtigt. Der Grund: Festgeldkonten sind in der Regel unflexibel. Ist das Geld dort erst einmal angelegt, kommen Kunden nicht mehr an ihre Ersparnisse. Angesichts der aktuellen Krise kann es sinnvoll sein, sich nicht zu lange zu binden. Dann aber müssen sich Kunden auch mit weniger Zinsen bescheiden – denn je länger der Festlegungszeitraum, desto höher sind meist auch die Zinsen.

Die Schweden machen das Rennen

Der Vergleich von ausländischen Festgeldangeboten und solchen mit erweiterter deutscher Einlagensicherung offenbart derzeit ein bemerkenswertes Gefälle. Die beste Offerte mit deutscher Sicherheit zahlt für eine Festlegung von einem Jahr gerade mal 0,35 Prozent und für drei Jahre 0,7 Prozent.

Im Ausland ist deutlich mehr zu holen. Sieger ist hier ganz eindeutig die schwedische Klarna AB, die am 25.03. die Festgeldzinsen nochmals kräftig angehoben hat und das bei dem hervorragenden Länderrating nach Moody’s. Sie bietet Sparern derzeit einen Zinssatz vom 1,05 Prozent für ein Jahr und 1,2 Prozent für drei Jahre Festlegung. Bei 50.000 Euro macht dieser Unterschied innerhalb von einem Jahr 350 Euro und innerhalb von drei Jahren schon 750 Euro aus. Aber auch die Banken, die nur über Vermittler zu erreichen sind, haben attraktive Zinsen - hier allerdings ist die Sicherheit oft eher dürftig.

Quelle: ntv.de