Reise

Nicht nur August der Starke Dresden will die Jungen angeln

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Dresden will vor allem mehr junges Publikum anlocken, deshalb werden viele "junge" Projekte gefördert.

(Foto: Sonja Gurris)

Die Dresdner Kulturschätze wie Frauenkirche und Semperoper locken Millionen Touristen. Darunter sind viele ältere Besucher. Doch die sächsische Hauptstadt will nun auch verstärkt das junge Publikum anlocken. Eine Stippvisite ins "jüngere" Dresden.

Die Gemäuer in der Dresdner Altstadt sind alt – wenn sie sprechen könnten, würden sie viele Geschichten erzählen. Als junger Mensch wird man von so viel Historie - August der Starke, seine vielen Kinder, seine Sammlungen - fast schon erschlagen. Doch neben diesen unzähligen Kulturschätzen, die Dresden auch bei US-amerikanischen Touristen so beliebt machen, will die Stadt auch den jüngeren Leute etwas bieten, die vielleicht nicht so lange durch Museen schlendern wollen.

Zudem: Dresden ist eine Studentenstadt. 43.000 Studenten sind an den insgesamt 11 Hochschulen eingeschrieben. Und diese jungen Leute wollen mehr Angebote als Semperoper und Zwinger. Ob Studenten oder junge Touristen - beide wollen etwas erleben, gerade in den Abendstunden. Es gibt einen Ort in Dresden, der gerade für diese Zielgruppe immer wichtiger wird: die Dresdner Neustadt.

Neuer Szenebezirk wird immer wichtiger

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Das Straßenfest "Bunte Republik Neustadt" findet jedes Jahr im Sommer statt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Musik wummert schon von Weitem. Die Menschenmassen drängeln sich in der "BRN", wie es die Einheimischen nennen, "Bunte Republik Neustadt". Hier in der Gegend um die Louisenstraße treffen sich die jungen Leute. Es ist ein alternatives Straßenfest, das sich aber mittlerweile kaum noch von einem normalen unterscheidet. Heute Abend ist es fest in der Hand der Studenten und noch jüngerem Publikum. Auch wenn hier nicht gerade dieses Event stattfindet, ist die Neustadt der Anlaufpunkt für szenige Bars und Restaurants. In diesem Teil von Dresden ist es bunt und das Miteinander bestimmt das Leben. Eigentlich müssen Touristen nur einen Fuß über die Augustusbrücke setzen und dann sind sie in der Neustadt, aber reizüberflutet von den Prachtbauten schaffen es viele Dresden-Besucher gar nicht in diesen Stadtteil, in dem sich das Leben abspielt.

Die Neustadt wird zum "In"-Bezirk, Läden hipper Designer und Künstler und schicke Restaurants haben hier in den letzten Jahren eröffnet. Touristen dürfen diesen Stadtteil auf keinen Fall verpassen, denn er bietet im Vergleich zur Altstadt noch eine andere Facette - jünger und in die Zukunft gerichtet.

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Im Kraftwerk Mitte Dresden wird derzeit kräftig gebaut, um ein großes Kulturzentrum zu etablieren.

(Foto: Sonja Gurris)

Junge Kulturszene wird gefördert

Die Dresdner Zukunft wird derzeit an vielen Orten der Stadt gestaltet. Es hat den Anschein, dass vieles jünger und moderner werden soll. Kulturpalast, Kraftwerk Mitte, Ostrale - das alles sind Projekte für die junge Zielgruppe. Theater, Ausstellungen für zeitgenössische Kunst, Konzerte. Die sächsischen Landeshauptstadt investiert wie wild, kann es sich aber aufgrund ihrer Schuldenfreiheit auch leisten, diese Projekte voranzutreiben.

Im Dresdner Haushalt sind im Kulturbereich 95 Millionen Euro für alle Einrichtungen eingeplant. Kulturbürgermeistern Annekatrin Klepsch ist davon überzeigt, dass sich die Investitionen lohnen: "So ein Theater ist auch eine Plattform für einen gesellschaftlichen Dialog. Wir sehen es gerade am Staatsschauspiel in Dresden mit Pegida. Das Stück 'Graf Öderland' war aktuell Thema, weil es das aktuelle politische Geschehen aufgegriffen hat". Die vielen neuen Projekte und der Aufschwung des Szenebezirks Neustadt sollen dafür sorgen, dass noch mehr junge Leute Dresden besuchen - und neben August dem Starken, der Semperoper und dem Zwinger noch ein anderes Dresden kennenlernen.

*Dieser Artikel ist im Rahmen einer Pressereise entstanden.

Quelle: n-tv.de

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