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Kreuzfahrt-Boom erfreut die Werften "Mein Schiff 5" ist fertiggestellt

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Das neue Schiff von Tui Cruises steuert Nordeuropa und das Mittelmeer an.

(Foto: Tui Cruises)

Der Neubau-Boom der Reedereien hält weiter an. Nach Aida und Royal Caribbean hat nun auch Tui Cruises ein nagelneues Schiff. Mit der "Mein Schiff 5" will die Reederei Nordeuropa und das Mittelmeer ansteuern und noch mehr Urlauber anlocken.

Der nächste große Kreuzfahrt-Neubau ist fertig. Die "Mein Schiff 5" ist zehn Tage früher als geplant von der Meyer Turku Werft in Finnland an Tui Cruises übergeben worden. Der Baubeginn war im November 2014, offiziell in Dienst gestellt wird das neue Schiff am 16. Juli. Zuvor wird es von der Taufpatin Sängerin Lena Meyer-Landrut getauft. Der Neubau ist 295,3 Meter lang, fast 36 Meter breit und hat einen Tiefgang von 8,05 Metern. Insgesamt gibt es 15 Decks, der Platz ist für 2534 Passagiere ausgelegt. Besonders auffällig: Rund 82 Prozent der Zimmer sind Balkonkabinen mit Ausblick.

"Auch wenn dies bereits unser dritter Neubau ist, für uns ist es nach wie vor unglaublich spannend, ein neues Schiff wachsen zu sehen, vom ersten Stahlschnitt bis zum letzten Designschliff. In gut zwei Jahren Bauzeit, haben etliche Menschen ihr Bestes gegeben, um aus zehn Millionen Teilen unser Schiff zu bauen", sagt Wybcke Meier, CEO von Tui Cruises.

Ebenso wie Tui Cruises lassen weltweit mehrere Reedereien Schiffe bauen und vergeben große Aufträge an die Werften. Mit den neuen Schiffen wollen sie dem großen Passagieraufkommen Herr werden. Auch die deutsche Wirtschaft profitiert davon.

Werften und Zulieferer sind Profiteure

Gegenwärtig haben die Kreuzfahrt-Reeder zwölf Schiffe im Wert von 8,9 Milliarden Euro bis 2019 auf deutschen Werften in Auftrag gegeben. Insgesamt bringt das Geschäft in Deutschland direkte Umsätze von knapp drei Milliarden Euro. Noch stärker profitieren in Europa nur Italien mit 4,6 Milliarden Euro und Großbritannien mit 3,3 Milliarden Euro.

Die Europäer sind große Kreuzfahrtfans. Im vergangenen Jahr buchten fast 6,6 Millionen Europäer eine Seereise - 3,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie der Fachverband CLIA (Cruise Lines International Association) mitteilte. Das entsprach etwa 30 Prozent aller Kreuzfahrt-Passagiere weltweit. Die größte Gruppe der europäischen Passagiere kam aus Deutschland: Über 1,8 Millionen Urlauber entschieden sich für eine Schiffsreise, das waren 27,5 Prozent aller europäischen Passagiere.

"Nicht genügend Schiffsraum"

Das Wachstum der deutschen Passagierzahl um 2,3 Prozent ist noch ausbaufähig. "Es gibt nicht genügend Schiffsraum", sagte der Chef der deutschen CLIA-Sektion, Helge Grammerstorf. Im laufenden Jahr seien mehr Schiffe auf dem Markt und damit auch mehr Passagiere. "Wir können in diesem Jahr zwei Millionen Passagiere schaffen."

Knapp hinter Deutschland folgen Großbritannien und Irland mit einem gemeinsamen Marktanteil von 27,2 Prozent sowie - mit einigem Abstand - Italien, Frankreich und Spanien. Diese großen Länder Europas machen 83 Prozent des Marktes aus.

Quelle: n-tv.de, sgu/dpa

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