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Betrunkene Passagiere Ryanair will weniger Alkohol an Flughäfen

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Ryanair will, dass Händler in den Duty-Free-Shops erst ab 10 Uhr Alkohol verkaufen.

(Foto: imago/allOver)

Ryanair hat genug von randalierenden betrunkenen Passagieren. Britische Flughäfen sollen den Alkoholausschank deutlich einschränken - und zu gewissen Zeitpunkten sogar komplett einstellen.

Die Fluglinie Ryanair hat gefordert, den Alkoholausschank an britischen Flughäfen deutlich einzuschränken. Bars und Restaurants in den britischen Airports sollten beim Ausschank von Alkohol auf die Vorlage des Flugtickets bestehen und nur noch zwei alkoholische Getränke pro Ticket verkaufen. Vor 10 Uhr sollten sie ganz auf den Alkoholausschank verzichten. Damit will die Fluggesellschaft betrunkenen und randalierenden Passagieren vorbeugen.

Ryanair begründete die Forderungen mit "zunehmendem störenden Verhalten von Passagieren, die von britischen Flughäfen abreisen". Es sei total ungerecht, dass die Flughäfen vom unbeschränkten Verkauf von Alkohol an Passagiere profitieren können und die Sicherheitskonsequenzen dann den Fluggesellschaften überlassen würden, erklärte Ryanair-Manager Kenny Jacobs.

Zwischen Fluggesellschaften, Bars an Flughäfen und Einzelhändlern besteht seit 2016 in Großbritannien ein schriftlicher Verhaltenskodex, um auf störende Passagiere zu reagieren. Darin ist beispielweise festgelegt, dass Crewmitglieder keinen Alkohol an betrunkene Fluggäste ausschenken sollen. Einzelhändler sollen beim Kauf von Spirituosen darauf hinweisen, diese nicht vor oder während des Fluges zu trinken.

Tourismusbranche stimmt Ryanair zu

Der Verhaltenskodex scheint aber nicht zu funktionieren. In einer Umfrage der "Unite trade union" unter 4000 Flugbegleitern stellte sich heraus, dass 87 Prozent der Befragten betrunkenes Verhalten von Reisenden an Flughäfen oder auf Flügen feststellen können. Dreiviertel der Fälle werden zeitlich nach gemeinsamen Abkommen mit den Händlern eingeordnet.

Betrunkene und pöbelnde Fluggäste sind nicht nur den Fluglinien ein Dorn im Auge. Auch die Tourismusbehörden der Reisedestinationen sehen im alkoholbeeinträchtigten Verhalten von Passagieren ein Problem. Die zuständige Regionalregierung für Mallorca und Ibiza hatte bereits ein Alkoholverbot in Flugzeugen und auf Flughäfen gefordert. In den Party-Hochburgen kommt es immer wieder zu Alkoholexzessen, einige Touristen betrinken sich schon im Flugzeug.

Quelle: n-tv.de, mba/AFP

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