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Morgendlicher Streik vorm Fest Was können Ryanair-Passagiere nun tun?

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Ryainar-Piloten streiken für einige Stunden zwei Tag vor Weihnachten.

(Foto: imago/blickwinkel)

Tausende Ryanair-Kunden werden sich kurz vorm Weihnachtsfest ziemlich ärgern, denn die Fluggesellschaft kündigt kurz vor den Feiertagen einen Streik an. Was können Flugreisende nun machen? Welche Rechte haben sie?

Die Piloten der Billigfluggesellschaft Ryanair werden zwei Tage vor Weihnachten für vier Stunden streiken. Der Streik betrifft alle Flüge der Airline in Deutschland zwischen 05.00 Uhr und 09.00 Uhr morgens. Grundsätzlich haben Kunden bei Streik keinen Anspruch auf eine Entschädigung im Rahmen der EU-Fluggastverordnung. Ein Streik wird als "außergewöhnlicher Umstand" gewertet und fällt deshalb nicht unter diese Regelung. Kunden, die ihren streikbedingt gestrichenen Flug aber vorab stonieren, bekommen ihr Geld zurück.

Wenn die Piloten streiken, haben die Kunden allerdings einen Anspruch auf einen Ersatzflug zum nächstmöglichen Zeitpunkt oder die Airline muss als alternative Beförderung beispielsweise die Bahnfahrt bezahlen. Zu diesem Zweck sollten sich betroffene Reisende auf jeden Fall mit Ryanair in Verbindung setzen. Problematisch ist allerdings, dass beispielsweise die Inlands-Bahnverbindung Berlin-Köln gerade an den Tagen kurz vor Weihnachten bereits ziemlich ausgelastet ist. Der Streikzeitpunkt ist für Kunden sowie für die Fluggesellschaft besonders ärgerlich.

Wenn Ryanair-Passagiere am Freitagmorgen stranden, haben sie außerdem ein Recht auf eine angemessene Betreuung. So muss das Unternehmen dafür Sorge tragen, dass die Kunden Getränke und Verpflegung erhalten.

Die Gewerkschaft VC drückte allen betroffenen Passagieren und Mitarbeitern ihr Bedauern angesichts der möglicherweise ausfallenden Flüge aus. Wer ein Ticket für einen Ryanair-Flug am Freitag habe, solle sich direkt an die Airline wenden, riet die Gewerkschaft. Ryanair-Kunden sollten sich schnellstens informieren und über die Alternative kundig machen. In jedem Fall ist es für viele in der ohnehin schon stressigen Vorweihnachtszeit ein weiterer Faktor, der die Nerven belastet.

VC wirft Ryanair "PR-Gag" vor

Auch Ryanair bedauerte den "ungerechtfertigten und unnötigen" Arbeitskampf. Eigentlich waren für Mittwochabend Verhandlungen zwischen der Airline und der VC für die Piloten geplant, diese seien jedoch "ergebnislos beendet" worden, erklärte die Gewerkschaft. Demnach wurden sie kurzfristig von Ryanair abgesagt, weil der Arbeitgeber einige Mitglieder der Tarifkommission nicht akzeptierte. Ryanairs "öffentlichkeitswirksame Offerte", Verhandlungen mit der VC führen zu wollen, könne daher nur als ein "weiterer PR-Gag eingestuft werden", erklärte Ingolf Schumacher von der Gewerkschaft. Ein Einstieg in konstruktive Verhandlungen sei nicht gewünscht, Ryanair spiele auf Zeit.

Währenddessen verkündete die irische Airline, sie habe seine Piloten gebeten, am Freitag zur Arbeit zu erscheinen, um die Reisepläne tausender Passagiere zur Weihnachtszeit nicht zu durchkreuzen. Sämtliche Passagiere rief Ryanair auf, normal zu ihren geplanten Flügen zu erscheinen. Es werde sich darüber hinaus weiterhin um eine Lösung mit der VC bemüht.

Quelle: n-tv.de, lou/sgu/AFP

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