Reise

"Grandhotel Cosmospolis" in Augsburg Wo Flüchtlinge und Gäste gemeinsam leben

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Das gemeinsame Essen ist Teil der Integration.

(Foto: Grandhotel Cosmopolis , Jutta Geisenhofer)

Die einen sind als Touristen in der Stadt, die anderen sind aus Kriegs- und Krisengebieten nach Europa geflüchtet. Im "Grandhotel Cosmopolis" in Augsburg kommen sie unter einem Dach zusammen. Ein Hotel der außergewöhnlichen Art.

Auf den ersten Blick wirkt das "Grandhotel Cosmopolis" in Augsburg wie eine ganz normale Touristenunterkunft. Doch es ist ein Hotel, das anders tickt als die Konkurrenz. Hier rasten nicht nur Reisende, die ein paar Tage in der Stadt sind, sondern hier leben auch geflüchtete Menschen. Das Hotel ist eine Begegnungsstätte. In der Lobby, im hauseigenen Cafe oder bei Veranstaltungen kommen die Menschen zusammen.

Sie können miteinander reden und sich austauschen. Es ist ein einzigartiges Konzept. Es gibt 16 Hotel- und 4 Hostelzimmer, die von von Künstlern gestaltet wurden, sowie Unterkünfte für 65 Geflüchtete. Das Hotel gibt es seit 2013, die Idee dazu hatten Augsburger Künstler und Kreative im Jahr 2011.

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Balkontheater mit dem Titel "Protest-Pest" im Rahmen des Augsburger Hohen Friedensfestes.

(Foto: Grandhotel Cosmopolis, Wolfgang Reiserer )

"Gelebte Internationalität"

Der gemeinnützige Verein "Grandhotel Cosmopolis e.V." hatte die Idee entwickelt und wollte schon vor dem großen Flüchtlingsstrom ein Zeichen für Freiheit, Eigenverantwortlichkeit und Solidarität setzen. Es solle gelebte Internationalität sein, ganz wie in den großen Zeiten der Grandhotels: "Die Hotelgäste mit Asyl bringen jeweils ihren Hintergrund mit, die Hotelgäste ohne Asyl kommen als Touristen, Geschäftsreisende, Studierende, mit ebenso jeweils unterschiedlichem Background", beschreiben die Betreiber das Aufeinandertreffen.

Doch wie genau funktioniert das alles? "In allen Bereichen des Hotels arbeiten unter anderem Geflüchtete mit, man kann sie aber nicht unbedingt als solche identifizieren. Und nicht jeder, der vielleicht auf den ersten Blick wie ein Gast aussieht, ist geflüchtet", erklärt Tina Bühner vom "Grandhotel Cosmopolis". "Das hat sich zufällig so ergeben, entspricht aber ganz wunderbar der Haltung der "Hoteliers, Menschen einfach als Menschen zu sehen."

Das Projekt ist viel mehr als eine Unterkunft für Geflüchtete und Touristen. Im Mittelpunkt steht die Kommunikation. "Das Besondere ist eigentlich, dass es nichts Auffälliges gibt. Man merkt nicht, wer wer ist und es spielt auch keine Rolle. Die etwa 90-jährige Dame aus der Nachbarschaft kommt regelmäßig ins Café, unterhält sich mit den Gästen, Bewohnern und den Hoteliers", sagt Bühner. Ein Hotel, eine Unterkunft für geflüchtete Menschen, ein soziales und künstlerisches Projekt in einem - das ist das Gesamtkunstwerk "Grandhotel Cosmopolis".

Quelle: n-tv.de

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