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3 Modelle im Test Smartwatches für Kinder: Nur für Helikoptereltern?

Im Test: Vodafone Neo, X5 Play und Kidizoom DX2 (v.l.n.r.)

Im Test: Vodafone Neo, X5 Play und Kidizoom DX2 (v.l.n.r.)

(Foto: Timo Steinhaus)

Behutsamer Start ins digitale Leben oder Spionage-Tools für Helikopter-Eltern? Smartwatches für Kinder sind umstritten. Wir haben drei Modelle ausführlich getestet und mit einem Psychologen darüber gesprochen, worauf Erziehungsberechtigte bei den smarten Gadgets achten müssen.

Plötzlich ist es so weit: Das Kind kommt aus der Grundschule und fragt, ob es auch so eine smarte Uhr wie die Mitschüler bekommen darf. Die sehen am Handgelenk schließlich cool aus und seien auch ganz harmlos. So ging es uns und wir versuchten, die Antwort ein wenig herauszuzögern. Ist das Kind denn schon alt genug dafür? Und sowieso: Waren Kids-Weareables nicht vor allem etwas für Eltern, die ihre Kinder am liebsten mit dem Auto bis ins Klassenzimmer fahren und sie Tag und Nacht überwachen wollen? Oder gibt es vielleicht doch Modelle, die sich sinnvoll einsetzen lassen? Ein schneller Check im Internet zeigt: Es gibt mittlerweile diverse Smartwatches für Kinder. Egal, ob GPS-Tracking, Kamera, Spiele oder integriertes Telefon – die Bandbreite der Funktionen ist genau so groß wie die Preisspanne der Multifunktions-Uhren. Vor dem Kauf sollten Eltern also überlegen, worauf es ihnen besonders ankommt.

Smartwatches für Kinder. Was rät der Psychologe?

Wir haben drei verschiedene Smartwatches für kleine und etwas größere Kinder unter die Lupe genommen. Dabei wurden wir durchaus positiv überrascht: Alle getesteten Uhren bieten nur so viele Medien-Funktionen wie nötig und Kinder laufen mit ihnen nicht Gefahr, im Internet auf fragwürdige Inhalte, kostspiele Abofallen oder gar Pädophile zu stoßen. Gleichzeitig ermöglichen viele der smarten Begleiter den Eltern aber, den Standort ihrer Sprösslinge via GPS zu tracken - geht das zu weit?

Christian Montag erforscht, wie sich das Internet, Mobiltelefone und Computerspiele auf die Persönlichkeit auswirken und ist an der Entwicklung der App „smart@net“ beteiligt, mit der Personen ab 16 Jahren lernen können, das eigene Smartphone-Verhalten zu reflektieren. Der Psychologe weist darauf hin, dass der Bereich um Smartwatches für Kinder wissenschaftlich noch unzureichend erforscht und es schwierig ist, fundierte Vorschläge für ein passendes Einstiegsalter zu machen. „So lange aber entwicklungspsychologisch besonders der kindliche Spieltrieb in Form von Toben und Raufen im Vordergrund steht, würde ich eher von einer Smartwatch absehen“, so der Experte. Das Gerät und vor allem Gamification-Elemente könnten sehr schnell zu einem Dauerchecken ausarten und unaufmerksam für die Umgebung machen.

Hinsichtlich des Trackings rät Montag, mit den Kindern unbedingt offen über das Thema und die vielen Funktionen einer Smartwatch zu sprechen. Wenn die Kids einer Überwachung nicht zustimmen, könnten Eltern und Kinder etwa gemeinsam über einen Vertrag zum Thema Digitalkonsum nachdenken. Hier können „die von Kindern für die Eltern gewünschten Verhaltensweisen und die für die Kinder von den Eltern formulierten Wünsche formuliert werden und am Kühlschrank sichtbar hängen“, so Montag. Mit diesem Erkenntnissen im Hinterkopf legten wir los.

So haben wir getestet

Unsere Testerinnen nehmen die Kidizoom DX2 unter die Lupe.

Unsere Testerinnen nehmen die Kidizoom DX2 unter die Lupe.

(Foto: Timo Steinhaus)

Getestet wurden drei Modelle, die uns von den Herstellern zur Verfügung gestellt wurden: Die Kidizoom DX2 ist mit knapp 50 Euro relativ günstig. Preislich im Mittelfeld angesiedelt ist die X5 Play von Xplora, die im Netz für rund 135 Euro zu haben ist. Die Neo von Vodafone bildet mit 179 Euro Ladenpreis und einer UVP von knapp 200 Euro das eher hochpreisige Segment ab.

Wir haben die Uhren je nach Altersempfehlung von einer Fünf- und einer Zehnjährigen testen lassen. Da die Kidizoom vom Hersteller ab einem Alter von fünf Jahren empfohlen wird, wurde sie von beiden Kindern ausprobiert. Die anderen beiden Uhren wurden nur von der Zehnjährigen getestet, da die Hersteller sie erst ab sechs Jahren empfehlen.

Das Ergebnis in Kürze

Unser Favorit ist die X5 Play von XPlora. Sie bietet alle Funktionen, die wir uns von einer Smartwatch für Kinder wünschen und die Schwächen fallen im Vergleich zu den Stärken gering aus. Auch die Vodafone Neo hat uns gut gefallen, bietet aber weniger Sicherheits-Feaures. Die Kidizoom DX2 läuft außer Konkurrenz, da sie keinerlei Funk- oder GPS-Funktionen bietet.


Der Bestseller: Kidizoom DX2
Kidizoom DX2 von VTech: Mehr Spielzeug als Smartwatch

Kidizoom DX2 von VTech: Mehr Spielzeug als Smartwatch

(Foto: VTech)

  • Altersempfehlung laut Hersteller: 5 – 12 Jahre
  • Gewicht: 46 Gramm
  • Interner Speicher: 256 MB
  • 2 Kameras mit je 0,3 MP
  • Preis: 54,99 Euro (UVP)

Das gefällt uns gut

  • Zwei Kameras mit gutem Preis-Leistungsverhältnis
  • Spritzwassergeschützt
  • Spiele machen Spaß und können ausgeschaltet werden
  • Robust konstruiert

Das geht besser

  • Keine Telefonfunktion und kein GPS
  • Kein SOS-Button
  • Etwas klobig
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Kidizoom DX2 von VTech
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40,00 € 54,99 €
Zum Angebot bei amazon.de

Aussehen, Verarbeitung und Lieferumfang
Die Kidizoom DX2 von VTech gehört zu den Bestsellern auf Amazon. Es gibt sie in mehreren Farbvarianten, da sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Die Verarbeitung unserer Uhr ist solide, auch der ein oder andere Sturz im Test wurde problemlos weggesteckt. Laut Hersteller ist die Uhr spritzwassergeschützt, dies haben wir jedoch nicht ausprobiert.

Zum Lieferumfang gehört ein Ladekabel und eine ausführliche Anleitung, ein Netzteil ist nicht dabei.

Ausstattung
Der größte Unterschied zu den anderen beiden Uhren im Test besteht darin, dass bei der Kidizoom weder Funk noch GPS vorhanden ist – die Uhr kommuniziert also nicht mit den Eltern, dementsprechend existiert auch keine App. Der Fokus liegt also klar auf Unterhaltung.

Abgesehen davon fällt uns auf, dass die Kidizoom als einzige Uhr im Test mit zwei Kameras ausgestattet ist, die sich über dem Display und am vorderen Uhrenrand befinden. Das ist praktisch, denn so können die Kinder sowohl Selfies machen, als auch fotografieren, was vor ihnen ist. Auch bis zu 60 Sekunden lange Videos sind möglich. Die Auflösung der Fotokameras beträgt 0,3 Megapixel (Zum Vergleich: Die Kameras des iPhone 13 sind mit 12 Megapixeln ausgestattet).

An Bord sind außerdem diverse kleine Spiele wie Monster jagen oder Fotorätsel, eine Stoppuhr, ein Wecker und ein Bewegungssensor, durch den drei Bewegungsherausforderungen (laufen, hüpfen, tanzen) möglich sind. Auch beim Lernen der Uhrzeit kann die Kidizoom helfen, weil zwischen Ziffernblatt und Digitalanzeige gewechselt werden kann und eine Eule die Zeit ansagt. Die als Elternkontrolle beworbene Funktion beschränkt sich darauf, die Spiele an- oder auszuschalten.

Praxis-Test
Auch wenn die Kiddizoom vom Hersteller ab fünf Jahren empfohlen wird, braucht unsere fünfjährige Testerin Hilfe beim Umlegen der Uhr. Dann geht es aber direkt los. Das Display lässt sich gut ablesen und die Bedienung ist auch für kleinere Kinder schnell zu erlernen, wobei Kids im Vorschulalter Hilfe beim Lesen der Texte auf der Uhr benötigen. Erwachsene oder ältere Kinder können auch in die Anleitung schauen, in der sämtliche Funktionen detailliert erklärt sind. Beim Auswählen und Hin- und Herwischen auf dem Touchscreen macht es „Flupp“ und „Plöpp“ – das finden kleinere Kinder lustig, ab einem gewissen Alter besteht allerdings die Gefahr, dass es albern wirkt. Unsere zehnjährige Testerin störte es allerdings nicht. Die Spiele machen beiden Kindern Spaß, wobei der Schwierigkeitsgrad sich eher an einer jüngeren Zielgruppe orientiert.

Die Qualität der Kameras reicht nicht an die der anderen beiden Geräte im Test heran. Das ist angesichts von 0,3 Megapixeln auch nicht überraschend. Dabei darf man jedoch nicht vergessen, dass die X5 Play und die Vodafone Neo auch mehr als das Doppelte kosten. Wenn man den Preis ins Verhältnis zum Ergebnis setzt, sind wir positiv überrascht. Die Bilder sind im Gegensatz zu mancher Kinderkamera nicht verwackelt und reichen für den einen oder anderen Schnapsschuss allemal. Der eingebaute Stimmrekorder klingt blechern, erfüllt aber seinen Zweck.

Die Fotos ließen sich mit dem mitgelieferten Kabel problemlos auf den Laptop übertragen. Wer die Uhr an den Computer anschließt, hat außerdem die Möglichkeit, über den VTech Download-Manager kostenlos weitere Inhalte wie Kamera- und Uhrmotive oder Apps für die Kidizoom herunterzuladen. Dazu muss der Manager allerdings zuerst installiert und ein Benutzerkonto angelegt werden. Das ist etwas fummelig, da die Schrift der Software sehr klein geraten ist. Wer bei der Installation außerdem nicht das exakt passende Modell auswählt, bekommt gar nicht erst ein Gerät angezeigt.

Der Akku hat auch am Abend noch genug Energie und ist nach rund 2 Stunden wieder voll geladen.

Das sagen die Kinder:
Unsere fünfjährige Testerin zeigte sich vor allem von der Bewegungschallenge angetan und rannte, was das Zeug hielt. Weniger gut gefiel ihr, dass bei vielen Spielen die Zeit abläuft. Die eingebauten Apps machten ihr und auch ihrer großen Schwester Spaß und beschäftigten beide Kinder durchaus eine Weile. Die Mädels knipsten fleißig drauflos, suchten Monster in der Wohnung und lachten über den Fotoverzerrer.

Das ist unser Eindruck:
Auch wenn Vtech die Altersspanne der Kidizoom DX2 von fünf bis zwölf angibt, ist der Spaßfaktor für Kinder am unteren Ende der Empfehlungsskala am größten. Genau genommen handelt es sich nicht um eine Smartwatch, sondern vielmehr um ein Spielzeug mit Unterhaltungsfunktion, denn im Gegensatz zu den anderen beiden getesteten Modellen verzichtet die Kidizoom auf GPS-Sensor und Telefonoptionen.

Wie gut die Uhr letztendlich bei Eltern und Kindern ankommt, hängt vor allem von der Erwartungshaltung ab. Die Kidizoom ist unserer Meinung nach vor allem für kleinere Kinder interessant, deren größere Geschwister eine Smartwatch bekommen. Mit etwas Starthilfe lernen auch Fünfjährige schnell, mit ihr zurechtzukommen und können so erste digitale Kompetenzen aufbauen. Zwar ist die Uhr für kleine Kinderarme etwas klobig, unsere Testerinnen hat das aber nicht gestört. Das Preis-Leitungsverhältnis passt und Eltern können den Daddel-Fakor selbst bestimmen. Ob es dagegen nötig ist, dass Kinder ab fünf Jahren bereits mit einer ständig dudelnden Uhr am Handgelenk unterwegs sind, müssen Eltern selbst entscheiden.


Tolle Einstiegsuhr: X5 Play von XPlora

  • Altersempfehlung laut Hersteller: Ab 6 Jahren
    Gute Einstiegsuhr für Kinder: X5 Play von XPlora

    Gute Einstiegsuhr für Kinder: X5 Play von XPlora

    (Foto: XPlora)

  • Gewicht: 48 Gramm
  • Interner Speicher: 4 GB
  • Kamera mit 2 MP
  • Preis: 1 Euro mit Tarif (24 Monate Laufzeit, 9,99 Euro pro Monat); Ohne Tarif 169,99 Euro (UVP)

Das gefällt uns gut

  • Gute Kamera
  • SOS-Funktion
  • Zuverlässiges Tracking und Routen-Modus
  • Schutzfolie ab Werk aufgeklebt
  • Robustes Design mit IP68-Wasserschutz
  • Schulmodus

Das geht besser

  • Sprachausgabe blechern und zu leise
  • Sicherheitsbereich-Funktion ausbaufähig
  • Etwas klobig
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X5 Play von XPlora
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137,90 € 169,99 €
Zum Angebot bei amazon.de

Aussehen, Verarbeitung und Lieferumfang

Die X5 Play ist das Flagschiff des norwegischen Herstellers Xplora, der sich zum Ziel gesetzt hat, Kindern mit smarten Gadgets einen sicheren Start ins digitale Leben zu ermöglichen. Die smarte Uhr ist in Anthrazit mit blauem oder pinkfarbenem Rahmen oder Schwarz erhältlich. An der Seite befindet sich ein Einschubfach für die SIM-Karte, die nicht im Lieferumfang enthalten ist und separat erworben werden muss. Xplora bietet aber auch eine eSIM-Variante (=embedded SIM), bei der dann das Funkmodul bereits fest verbaut ist. Das Plastikarmband und die Uhr selbst machen einen soliden Eindruck und überstanden den Testzeitraum ohne Probleme. Die X5 ist staub- und wasserbeständig, Xplora empfiehlt allerdings trotz IP68-Zertifizierung, die Uhr zum Schwimmen oder Baden abzunehmen. Eine Dusche durch ein umgekipptes Wasserglas steckte die X5 problemlos weg.

Zum Lieferumfang gehört neben der Uhr ein Ladekabel ohne Netzteil sowie eine Kurzanleitung. Praktisch: Eine Displayschutzfolie ist bereits montiert – das gab’s bei den anderen Kandidaten im Test nicht.

Ausstattung

Mit der X5 Play können Kinder telefonieren, SMS empfangen und Chatnachrichten senden, wenn eine SIM-Karte der Telekom, O2, Vodafone oder Tchibo Mobil eingelegt ist. Bei anderen Anbietern kann Xplora eigenen Angaben zufolge nicht garantieren, dass alle Features funktionieren. Laut Hersteller ist eine SIM-Karte mit unbegrenzten Sprachminuten und 150 MB Datenvolumen ausreichend.
An der Seite der Uhr ist eine Notfalltaste angebracht, mit der das Kind bis zu zwei vorher festgelegte Notfallkontakte anrufen kann, wenn sie gedrückt gehalten wird.

Über dem Display befindet sich eine 2-Megapixel-Kamera, mit der die Kids Fotos und Videos aufnehmen können. Der interne Speicher bietet laut Hersteller Platz für bis zu 1.000 Fotos. Zur Ausstattung gehören außerdem ein Wecker, eine Stoppuhr, ein Schrittzähler, ein Kalender, ein Musikplayer und ein Taschenrechner. Im Internet surfen kann die X5 Play nicht, auch Spiele sind nicht vorhanden.

Um den vollen Funktionsumfang der Uhr nutzen zu können, müssen sich Eltern die XPlora-App auf ihrem Smartphone installieren. Sie dient als eine Art Schaltzentrale, in der Erziehungsberechtigte den Aufenthaltsort ihres Kindes checken, Einstellungen vornehmen und Berechtigungen verwalten können. Nach dem Anlegen eines Administrator-Profils können weitere Kontakte hinzugefügt werden. Mit der Uhr kommunizieren kann nur, wessen Nummer vom Administrator in der App hinterlegt worden ist. Das soll einerseits verhindern, dass Fremde das Kind erreichen können und andererseits die Eltern vor horrenden Rechnungen bewahren, wenn das Kind teure Hotlines oder Nummern im Ausland anruft.

Durch den integrierten Schrittzähler soll mehr Bewegung in den Alltag gebracht werden. Als Motivation dient dabei das von XPlora geschaffene GoPlay-Universum. Der Gedanke: Zurückgelegte Schritte können dort in virtuelle Münzen, die sogenannten XCoins, umgewandelt werden, die die Kinder für Geschenke, Spiele und Aktionen einlösen können.

Praxis-Test

Die Einrichtung der X5 Play funktioniert verhältnismäßig einfach: Nachdem die SIM-Karte aktiviert und in die Uhr eingesetzt wurde, muss die App für Android oder iOs runtergeladen werden. Dort registriert man sich und kann dann auf der Uhr einen QR-Code scannen. Anschließend werden die Profilinformationen des Kindes eingegeben – fertig.

Unsere zehnjährige Testerin schaffte es ohne Probleme, das smarte Gadget anzulegen. Wie auch die anderen beiden Uhren ist die X5 Play für eine Kinderuhr verhältnismäßig klobig. Unser Kind störte dies aber nicht. Die Bedienung über den Touchscreen mit Gesten funktioniert gut und ist intuitiv. Unsere Testerin hatte keine Schwierigkeiten, die Funktionen zu verstehen und sich im Menü zurechtzufinden. Auch das Personalisieren der kindgerechten Wallpaper stellte kein Problem dar.

Im Vergleich zur Vodafone Neo fällt auf, dass die Kamera der X5 Play über dem Touchscreen statt an der Vorderseite angebracht ist, was Vor- und Nachteil zugleich ist. Dem Kind ist es so problemlos möglich, sich selbst zu fotografieren und zu filmen, was auch die Intention der Entwickler gewesen sein dürfte. Soll aber die Umgebung eingefangen werden, muss das Kind die Uhr entweder abnehmen oder den Arm unnatürlich anwinkeln, um die Kamera nach vorn auszurichten. Die Qualität der Fotos überrascht uns positiv und reicht vollkommen für kleine Schnappschüsse.

Die Kommunikation mit der Uhr funktioniert im Test problemlos, es gibt keinerlei Verbindungsprobleme. Beim Telefonieren muss unsere Testerin die X5 nahe ans Gesicht halten, um die Person am anderen Ende verstehen zu können. Der Ton ist verständlich, der Sound ist allerdings etwas blechern und auch auf der höchsten Lautstärkestufe immer noch recht leise. Dafür klingt die Stimme unserer Testerin auf dem Eltern-Handy hervorragend. Wird der Einschaltknopf 5 Sekunden lang gedrückt, ruft die X5 außerdem zwei vorher festgelegte Notfallkontakte an und übermittelt den Standort, was in der Praxis gut funktioniert. Ist die App auf dem Smartphone geöffnet, ertönt bei einem Notfall-Anruf eine laute Sirene, ansonsten erscheint nur die Nummer der Uhr auf dem Display.

Zusätzlich kann die Uhr SMS empfangen, aber nicht senden, da der Bildschirm schlicht zu klein für einzelne Buchstaben ist. Chatten kann das Kind trotzdem mit den Kontakten. Möglich wird das mit vorgebauten Textphrasen wie etwa „Ruf mich bitte an“, Alles in Ordnung“ oder „Bin gleich da!“, was ausgezeichnet funktioniert. Zusätzlich können auch Emoticons, Fotos, 15-sekündige Videos oder Sprachnachrichten im Chat gesendet werden. Über die App kann außerdem ein Schulmodus eingestellt werden, bis auf den Notfall-Anruf werden dann alle anderen Funktionen deaktiviert.

Die Ortung der Uhr funktioniert zuverlässig, wenn auch mit einer Verzögerung, die von wenigen Sekunden bis hin zu einigen Minuten reichen kann. In der App lassen sich sowohl der aktuelle Standort des Kindes als auch der Weg, den es zurückgelegt hat, anzeigen. Bei der Genauigkeit gibt XPlora eine mögliche Abweichung von ca. 20 Metern an, was wir im Test bestätigen können. Kein Smartphone-Niveau also, aber allemal ausreichend, um zu sehen, wo sich das Kind befindet. In der App können zudem Sicherheitsbereiche (sogenannte Geofences) definiert werden. Betritt oder verlässt das Kind den Bereich, bekommen Eltern eine Push-Nachricht aufs Handy – die Uhr zeigt dies dagegen nicht an. Leider ist es nur möglich, Kreise zu definieren, die sich zudem nicht überschneiden dürfen – hier hätten wir uns etwas mehr Präzision gewünscht, da ein Umkreis eben auch gefährliche Bereiche wie etwa Hauptstraßen beinhalten kann, die nicht ausgegrenzt werden können.

Mit einer Akkuladung kam die X5 in unserem Test bei durchschnittlicher Nutzung gut über den Tag. Wie viel am Ende übrig ist, hängt davon ab, wie oft der Standort getrackt und wie oft telefoniert wird. Nach knapp zwei Stunden an der Steckdose ist der Akku wieder voll geladen.

Das sagt das Kind

Unserer Testerin gefällt das Aussehen und die einfache Bedienung der Uhr. Das Konzept, gelaufene Schritte in XCoins umzuwandeln, geht auf: Die Uhr am Handgelenk war Motivation für eine kleine Joggingrunde nach der Schule. Die Positionierung der Kamera gefiel ihr dagegen weniger gut, da sie für präzise Fotos die Uhr abnehmen musste.

Das ist unser Eindruck:

XPlora liefert mit der X5 Play eine durchdachte, leicht bedienbare Smartwatch, die sich für Kinder tatsächlich als Einstieg ins digitale Leben eignet. Die Lokalisation funktioniert gut, die Kamera liefert bessere Fotos als mancher Fotoapparat für Kinder und die Uhr kommt ohne unnötige Spiele daher. Wir würden die X5 Play genau wie die Vodafone Neo für ältere Kinder empfehlen, die ab und zu alleine unterwegs sind.

Abzüge gibt es für die nur mittelmäßige Sprachausgabe und auch das TFT-Display kann nicht mit dem AMOLED-Display der Vodafone Neo mithalten, das deutlich sattere Farben liefert. In der App hätten wir uns eine bessere Anpassung des Sicherheitsbereiches gewünscht – den andere Hersteller allerdings überhaupt nicht bieten.


Stylische Uhr mit Disney-Figuren: Vodafone Neo
Die Vodafone Neo hat Disney-Figuren an Bord

Die Vodafone Neo hat Disney-Figuren an Bord

(Foto: Vodafone)

  • Altersempfehlung laut Hersteller: 6 bis 9 Jahre
  • Gewicht: 41 Gramm
  • Interner Speicher: 4 GB
  • Kamera mit 5 MP
  • Preis: 179 Euro (199,90 Euro UVP) + Tarifkosten

Das gefällt uns gut

  • Bestes Display im Test
  • Gute Kamera
  • Kindgerechtes Design und gute Bedienung
  • Zwei unterschiedliche Armbänder im Lieferumfang enthalten
  • Wasserfest gemäß IP68

Das geht besser

  • Kommunikation nur über App möglich
  • Etwas klobig
  • Teilweise Probleme bei der Synchronisierung
  • Hakeliges Armband
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Vodafone Neo
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Aussehen, Verarbeitung und Lieferumfang
Mit der Vodafone Neo können Kinder ihre Helden am Handgelenk tragen. Dank einer Kooperation mit Disney erwachen etwa Eisprinzessin Elsa, Donald Duck oder Buzz Lightyear auf dem großen farbigen Display zum Leben und lockern den Alltag der Kinder mit tollen Animationen auf. Wer möchte, kann aber auch einen neutralen Hintergrund wählen. Das Modell ist in den Farben Ocean und Mint erhältlich und mit 41 Gramm der leichteste der drei Kandidaten. Die smarte Uhr macht einen hochwertigen Eindruck und überstand den Testzeitraum ohne Probleme. Dank IP68-Zertifizierung ist die Vodafone Neo wasserdicht und soll sogar Tauchgänge bis zu zehn Meter überstehen, was wir jedoch nicht testen konnten.

Zum Lieferumfang gehört neben der Uhr, einem Ladekabel und einer Kurzanleitung auch ein zweites ergonomisch angewinkeltes Armband. So kann das Kind auf die Uhr schauen, ohne den Kopf neigen zu müssen. Ein Netzteil ist nicht dabei.

Ausstattung
Die Vodafone Neo kommt mit einer sogenannten Smart-SIM. Dies bedeutet, dass die SIM-Karte fest in der Uhr verbaut ist. Das ist nötig, um mit der Uhr überhaupt telefonieren zu können. Die monatlichen Kosten dafür betragen je nach gewähltem Tarif entweder 6,99 Euro (ein Monat Laufzeit, monatlich kündbar) oder 5,99 Euro (24 Monate Laufzeit). Das Kind bleibt so in über 100 Ländern mit dem Vodafone-Netz verbunden, ohne dass dafür zusätzliche Roaming-Gebühren anfallen würden. Mit dem Internet kommunizieren kann die Vodafone Neo nicht.

Mit an Bord sind außerdem eine Wetteranzeige, ein Taschenrechner, ein MP3-Musikplayer, ein Aktivitätstracker und eine Kalenderfunktion. Ein Schrittzähler und freischaltbare Erfolge sollen die Kinder dazu motivieren, sich zu bewegen. Mit der nach vorn gerichteten und mit 5 Megapixeln ausgestatteten Kamera können die Kids ihre Erlebnisse dokumentieren.

Um mit der smarten Uhr kommunizieren zu können, müssen sich Eltern die Neo-App auf dem Smartphone installieren. Wer darauf keine Lust hat, kommt nicht weit: Das Telefonieren ist nur über die App möglich, die Vodafone Neo kann nicht direkt über eine Telefonnummer angerufen werden. In der App können sich Eltern außerdem via GPS den aktuellen Standort des Kindes per Abfrage anzeigen lassen. Ein Live-Tracking gibt es dagegen nicht. Auf der Uhr können neun vertrauenswürdige Kontakte angelegt werden, mit denen das Kind via Telefonfunktion oder Chat Kontakt aufnehmen kann – wenn diese denn die App installiert haben. Über einen Button am Gehäuse kann ein Notfallkontakt hinterlegt werden, der angerufen wird, wenn der Knopf mehrere Sekunden gedrückt wird. Die Kommunikation mit anderen Kindern, die eine Neo haben, ist nicht möglich.

Praxis-Test
Die App ist schnell installiert und auch die Verbindung mit der Vodafone Neo klappt dank der beigelegten Anleitung problemlos. Über die App lassen sich hübsch animierte Tutorials anzeigen, die beim weiteren Einrichten helfen. Beim Umlegen hat unsere zehnjährige Testerin Schwierigkeiten, die beiden Bänder zusammen zu bekommen. Wie auch die anderen beiden Modelle im Test ist die Vodafone Neo alles andere als dezent. Mit ihren 1,5 Zentimetern wirkt sie bereits am Handgelenk eines Erwachsenen wuchtig, unsere Testerin störte dies allerdings nicht. Die Kamera funktioniert gut und schießt mit ihren 5 Megapixeln akzeptable Fotos, die Eltern allerdings sofort in der App angezeigt werden. Das sollte der Nachwuchs wissen. Videos sind dagegen nicht möglich.

Von allen Uhren im Test gefällt uns das Display der Neo am besten: Es ist scharf und reagiert gut auf die Wischgesten. Die Aktivierung per Doppel-Tipper oder via Knopf auf der unteren Seite funktioniert problemlos. Die Bedienung ist intuitiv und von Kindern leicht erlernbar. Die acht auswählbaren Disney-Figuren zogen sofort die Aufmerksamkeit der Kinder auf sich und sind klasse animiert. Es kann aber auch ein neutraler Hintergrund ausgewählt werden. Gut gefiel unserer Testerin auch der Zauberstab, bei dem die Figuren bei einer ausladenden Armbewegung Geräusche erzeugen. Die einzelnen Anwendungen funktionieren gut, mit Wetterbericht, Kalenderfunktion und Aktivitäten-Tracker sind sinnvolle Erweiterungen an Bord, die prima funktionieren. Die Tasten des Taschenrechners fallen dagegen relativ klein aus und sind schwierig zu treffen. Damit die Kinder damit nicht in der Schule schummeln können, hat Vodafone einen Ruhemodus eingebaut, der über den Kalender gesteuert werden kann. Wird er aktiviert, kann das Kind nur noch den Notfallkontakt anrufen. Der Ansatz ist gut, eine differenziertere Auswahl der Funktionen wäre hier unserer Meinung nach allerdings eine sinnvolle Nachbesserung.

Die Synchronisation zwischen Uhr und App war in unserem Test nicht durchgehend stabil: Schickte das Kind neue Nachrichten, tauchte in der App bisweilen die Meldung „Etwas ist schief gelaufen“ auf und es dauerte mehrere Minuten, bis sie erschienen. Ansonsten funktionierte die Kommunikation aber gut: Im Chat kann der Nachwuchs nicht selbst tippen, aber wie auch bei der X5 aus einer Vielzahl von Emojis und vorgefertigten Sätzen wie „Ich rufe später zurück“, „Wo bist du?“ oder „Ich werde zu spät kommen“ auswählen. Das reicht völlig aus. Durch den Chat können auch peinliche Elternanrufe à la „Komm jetzt bitte sofort nach Hause“ umgangen werden.

Bei Anrufen konnten wir unser Kind gut verstehen, die Sprachausgabe der Neo klingt dagegen etwas dumpf und könnte lauter sein. An einer vielbefahrenen Straße muss die Uhr nah ans Ohr gehalten werden, um den Anrufer verstehen zu können. Vodafone hat Telefonate auf fünf Minuten beschränkt, um den Akku zu schonen. Insgesamt würden wir die Qualität als solide bezeichnen. Der aktuelle Standort wird relativ genau erfasst und kann in der App auf einer Karte angezeigt werden – auch darüber sollte das Kind Bescheid wissen. Eine Erfassung der Route erfolgt nicht, der Weg zur Schule kann also im Nachhinein nicht angezeigt werden.

Der Akku ist in etwa anderthalb Stunden geladen. Bei intensiver Nutzung kommt er am Ende des Tages an seine Grenzen. Abends muss die Neo auf jeden Fall an die Steckdose, sonst geht ihr am nächsten Tag die Puste aus.

Das sagt das Kind

Unsere Testerin lobt die Disney-Figuren und deren Sounds. Außerdem macht es ihr Spaß, Foto-Collagen mit den Comic-Helden zu basteln. Es wurden begeistert Fotos geschossen und Schritte gesammelt, nur das hakelige Armband bereitete Probleme.

Das ist unser Eindruck:

Vodafone liefert mit Smart-SIM, animierten Wallpapern, 5 Megapixel-Kamera und einer LTE-Netzanbindung ein rundes, aber auch hochpreisiges Gesamtpaket ab. Die Neo lässt sich kinderleicht bedienen, hat in Sachen Design und beim Display die Nase vorn und die Disney-Figuren finden auch Viertklässler noch cool. Auch die Standortbestimmung funktioniert sehr präzise. Wir würden die Vodafone Neo genau wie die X5 eher für etwas ältere Kinder empfehlen, die bereits ab und zu ohne die Eltern alleine unterwegs sind.

Abzüge gibt es, weil die Uhr ausschließlich via App kontaktiert werden kann und die Synchronisation im Test öfter mal abbrach. Dass die SIM-Karte direkt verbaut ist, hilft bei der Einrichtung, legt Eltern aber beim Mobilfunkanbieter auf Vodafone fest. Der Schnellwahl-Knopf ist etwas schwammig geraten und ersetzt keine Notruf-Funktion, da Eltern nicht darüber benachrichtigt werden, wenn das Kind ihn nutzt. Dass die Fotos direkt in die App übertragen werden und sich kein geschützter Bereich einrichten lässt, der Eltern benachrichtigt, wenn das Kind ihn verlässt, ist sicher Geschmackssache. Nachbessern sollte Vodafone beim Armband – das sitzt zwar fest, wenn es erstmal umgelegt ist. Dass eine Zehnjährige es aber nicht ohne Hilfe schließen kann, sollte bei einer derart hochpreisigen Uhr nicht vorkommen.

Fazit: Smartwatches für Kinder: Eine gute Idee?

Ja, wir waren uns vorher nicht sicher, ob eine Smartwatch das Richtige für unsere Kinder ist. Der Funktionsumfang der Armbanduhren ist mittlerweile dermaßen angewachsen, dass sie es in dieser Hinsicht durchaus mit einem Smartphone aufnehmen können. Der wohl größte Vorteil ist hier allerdings, dass die Sprösslinge nicht im Internet surfen oder dauernd Spiele daddeln können und die Eltern die Kontrolle darüber haben, wer die Kinder kontaktieren kann.

Alle drei Kinder-Smartwatches fallen groß aus

Alle drei Kinder-Smartwatches fallen groß aus

(Foto: Timo Steinhaus)

Uns gab es ein gutes Gefühl, zu wissen, wo unser Kind sich gerade befindet und dass wir es erreichen konnten, falls es nötig war. Wichtig war uns dabei, vorher gemeinsam zu besprechen, dass die Uhr getrackt werden kann. Unsere zehnjährige Testerin allerdings störte es nicht, sondern gab ihr nach eigenen Worten sogar Sicherheit. „Du bist doch mein Vater und darfst wissen, wo ich bin“, waren ihre Worte.

Klar, genau wie wir früher als Kind ohne eine Smartwatch klargekommen sind, trifft das auch auf unsere Sprösslinge zu. Allerdings hätten auch wir in unserer Kindheit das ein oder andere Mal eine Telefonfunktion gut gebrauchen können. Wer die unvermeidliche Anschaffung eines Smartphones noch etwas hinauszögern möchte, kann mit einer Smartwatch seinem Kind auf charmante Weise Grenzen setzen und es gleichzeitig an die digitale Welt gewöhnen. Für diesen Zweck können wir sowohl die X5 Play als auch die Vodafone Neo absolut empfehlen.

Quelle: ntv.de

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