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Kombinierer Rießle Zweiter Alpin-Ass Dreßen feiert "verrückte Saison"

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Eine "verrückte Saison" sei das: Thomas Dreßen.

(Foto: dpa)

Der deutsche Skirennläufer Thomas Dreßen gewinnt die Abfahrt in Kvitfjell, Kombinierer Fabian Rießle stürmte am Holmenkollen auf Rang zwei, die Biathleten verpassen knapp das Podest. Kurzum: Auch zum Ende der Saison sind die Wintersportler gut in Form.

Biathlon: Die deutschen Biathleten haben den ersten Podestplatz nach den Winterspielen in Pyeongchang nur knapp verpasst. Beim Sieg des Österreichers Julian Eberhard (2 Strafrunden) im Massenstart über 15 Kilometer beim Weltcup im finnischen Kontiolahti landeten Benedikt Doll (2), Erik Lesser (1) und Sprint-Olympiasieger Arnd Peiffer (2) auf den Rängen vier, fünf und sechs. Peiffer lag bis zum letzten Schießen in Führung, machte dann aber mit zwei Strafrunden die Hoffnungen auf seinen neunten Weltcup-Sieg zunichte. "Schade, es ärgert mich schon. Wenn man im Massenstart beim letzten Schießen auf der Eins steht und zwei Fehler schießt, ist das nie gut", sagte Peiffer. Die Mixed-Rennen am Samstag waren hingegen aufgrund schwacher Schießleistungen enttäuschend verlaufen. Roman Rees und Vanessa Hinz erreichten in der Single-Mixed-Staffel nur Rang elf. In der Mixed-Staffel landeten Franziska Hildebrand, Franziska Preuß, Lesser und Doll nur auf dem siebten Platz.

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Hurra! Mikaela Shiffrin

(Foto: dpa)

Ski alpin der Frauen: Am Dienstag wird die Ski-Rennläuferin Mikaela Shiffrin erst 23 Jahre alt, doch die Sammlung ihrer Trophäen hat schon jetzt bemerkenswerte Ausmaße. Am Samstag kam eine weitere kleine Kristallkugel hinzu, in Ofterschwang im Allgäu sicherte sich die Amerikanerin bereits zum fünften Mal in ihrer glanzvollen Karriere den Gesamtsieg im Slalom-Weltcup. "Es ist ein unglaublicher Tag", sagte Shiffrin, ergänzte aber: "Feiern werde ich wohl erst nach der Saison." Denn zunächst startet auch sie ab Mittwoch noch beim Weltcup-Finale im schwedischen Are, wo ihr erneut und wie im Vorjahr die große Kristallkugel für den Sieg im Gesamtweltcup überreicht werden wird. Diese Trophäe hatte sie sich am Freitag in Ofterschwang mit einem dritten Rang im Riesenslalom gesichert.

Ski alpin der Männer: Ein bisschen sah es dann doch so aus, als wüsste Thomas Dreßen nicht recht, wie ihm geschah. Da stand er nun, rechts von ihm der Weltmeister, links von ihm der Olympiasieger, und als die deutsche Nationalhymne am Zielraum der "Olympiabakken" im norwegischen Kvitfjell erklang, da sang er sichtlich bewegt und konzentriert mit. Erster! Zum zweiten Mal nach seinem Triumph in Januar auf der Streif in Kitzbühel hatte er eine Abfahrt gewonnen. Eine "verrückte Saison" sei das, sagte Dreßen am Fuße jener Strecke, wo er zwölf Monate zuvor mit Rang sechs sein bis dahin bestes Ergebnis im Weltcup erreicht hatte, und wo vor 24 Jahren Markus Wasmeier im Super-G zum ersten seiner zwei Olympiasiege gefahren war. Verrückte Saison? Auf jeden Fall eine historische: Dreßen ist schließlich der erste deutsche Abfahrer, dem in einem Winter zwei Weltcup-Siege in der Königsdisziplin gelangen.

Skispringen der Frauen: Katharina Althaus ist erstmals in dieser Saison ohne Podestplatz geblieben. Die Olympiazweite kam in Oslo auf der ungewohnten Großschanze nicht über Rang sechs hinaus und stand in ihrem elften Wettkampf des Winters erstmals neben dem Treppchen. Beste Deutsche war Weltmeisterin Carina Vogt als Fünfte, ganz vorne landete die überragende Olympiasiegerin Maren Lundby aus Norwegen. "Man kann nicht immer auf dem Podest stehen. Es gibt Tage, an denen es nicht ganz so läuft. Aber Platz sechs ist trotzdem nicht schlecht", sagte Althaus nach Flügen auf 123,0 und 116,0 Meter im ZDF. Auch für Bundestrainer Andreas Bauer war das Ergebnis am Holmenkollen "kein Beinbruch".

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Lief nicht ganz so gut: Andreas Wellinger.

(Foto: AP)

Skispringen der Männer: Olympiasieger Andreas Wellinger ist beim Skisprung-Weltcup in Oslo abgestürzt. Der 22-Jährige fiel am Holmenkollen im zweiten Durchgang vom sechsten auf den 15. Rang zurück, bester DSV-Adler war Stephan Leyhe als Siebter vor Richard Freitag. Der Sieg ging an Daniel Andre Tande, der als erster Norweger seit Roar Ljökelsöy 2004 in der Wiege des nordischen Skisports triumphierte. Wellinger hatte nach einem starken ersten Sprung auf 130,0 Meter noch das Podest im Blick, ehe er im zweiten Durchgang bei 117,0 Metern landete und durchgereicht wurde. Auf das Podium hinter Tande sprangen die Österreicher Stefan Kraft und Michael Hayböck. Nur Sechster wurde Vierschanzentournee-Gewinner Kamil Stoch, der seine Führung in der Gesamtwertung der "Raw Air"-Serie aber behauptete. Der Pole führt in der Gesamtwertung nach fünf von 16 Sprüngen mit 681,8 Punkten vor dem Norweger Robert Johansson (675,3), der als Vierter etwas Boden gutmachte. Bester Deutscher ist Wellinger (635,4) auf Position sieben.

Nordische Kombination: Fabian Rießle stürmte durch die Qualmwolken der grillenden Fans, bis zur Privataudienz bei König Harald reichte seine Aufholjagd aber nicht ganz: Mit Rang zwei am Holmenkollen in Oslo hat der deutsche Team-Olympiasieger einmal mehr seine Topform bewiesen. Der Sieg vor Tausenden Zuschauern ging aber an den Japaner Akito Watabe, der seine Führung im Gesamtweltcup ausbaute und zur Belohnung in die Königsloge durfte, wo Sportfan Harald V höflich gratulierte. "Das hat richtig Spaß gemacht. Es waren brutal viele Leute hier. Die sind total verrückt, machen an der Strecke Feuer - da war immer wieder Qualm in der Luft", sagte Rießle, der sich im Ziel erst einmal die Augen rieb. Die Einzel-Olympiasieger Johannes Rydzek und Eric Frenzel hatten dagegen schon auf der Schanze jede Siegchance verspielt und kamen auf den Rängen acht und zehn ins Ziel.

Skilanglauf: Die deutschen Skilangläufer Steffi Böhler und Florian Notz haben am vorletzten Weltcup-Wochenende des Winters überrascht. Böhler verbuchte am Holmenkollen in Oslo als Achte über 30 Kilometer ebenso ihr bestes Saisonergebnis wie Notz, der am Samstag über 50 Kilometer ebenfalls Rang acht belegt hatte. Die Siege in den längsten Rennen des Winters gingen an Marit Björgen aus Norwegen und Dario Cologna aus der Schweiz. Die 37 Jahre alte Böhler, die bei Olympia noch enttäuscht hatte, hielt sich bei Volksfeststimmung in den Wäldern konstant in der Verfolgergruppe und machte auf den letzten Kilometern noch mehrere Plätze gut. Im Ziel hatte sie 2:10,2 Minuten Rückstand auf die überragende Björgen. Derzeit ist noch offen, ob Böhler nach der Saison ihre Karriere beendet.

Eisschnelllauf: Claudia Pechstein hat bei der Allround-WM in Amsterdam das Finale klar verpasst. Die fünfmalige Olympiasiegerin aus Berlin belegte nach dem 1500-Meter-Rennen mit 127,517 Punkten nur Gesamtrang 13 und verfehlte den nötigen achten Platz vor den abschließenden 5000 m um 13,69 Sekunden. Langstrecken-Spezialistin Pechstein lief bei strömendem Regen auf der Freiluftbahn im Olympiastadion von 1928 im dritten von vier Rennen in 2:03,53 Minuten nur die elftbeste Zeit und konnte sich im Gesamtklassement nicht entscheidend verbessern, um sich für ihre Paradestrecke zu qualifizieren. Es gewann die Japanerin Miho Takagi.

Frauen auf dem Snowboard: Die erfolgreichen deutschen Snowboarderinnen haben beim ersten Weltcup-Rennen nach den Olympischen Spielen nicht an ihre großartigen Leistungen in Pyeongchang anknüpfen können. Beim Parallel-Riesenslalom in Scuol in der Schweiz schieden die deutschen Starterinnen schon vor den Duellen im Kampf um das Siegerpodest aus. Die Olympiazweite Selina Jörg scheiterte im Viertelfinale an Claudia Riegler aus Österreich. Die Olympiadritte Ramona Hofmeister war in ihrem Achtelfinale gegen Alena Sawarsina aus Russland, gegen die sie in Pyeongchang das Duell um Bronze gewonnen hatte, nach einem Sturz chancenlos. Sawarsina schaffte es danach ins Finale, wo sie knapp von der Doppel-Olympiasiegerin Ester Ledecka aus Tschechien besiegt wurde.

Männer auf dem Snowboard: Beim vorletzten Cross-Weltcup der Saison haben die deutschen Snowboarder die Podiumsplätze verpasst. Bei den Sprint-Rennen im Schneetreiben von Moskau verbuchten Konstantin Schad und Paul Berg mit den Rängen zehn und zwölf die besten Ergebnisse. Der Olympia-Achte Martin Nörl war im Viertelfinale ausgeschieden und belegte den 17. Rang. Zu seinem sechsten Sieg im Cross-Gesamtweltcup genügte dem französischen Olympiasieger Pierre Vaultier der zweite Platz hinter dem Österreicher Alessandro Hämmerle. Bei den Frauen sicherte sich Michela Moioli aus Italien mit dem zweiten Rang hinter Tagessiegerin Eva Samkova aus Tschechien ebenfalls vorzeitig die Kristallkugel. Deutsche Boarderinnen waren in der russischen Hauptstadt nicht am Start.

Quelle: ntv.de, sgi/sid