Sport

Turnier 2022 in Katar Amnesty will Fußball-WM nicht boykottieren

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Bau des Khalifa-Stadions in Doha: Gastarbeiter aus Indien und Bangladesch leben und arbeiten meistens unter menschenunwürdigen Bedingungen.

(Foto: picture alliance / Andreas Gebert/dpa)

Katar steht als Gastgeber der Fußball-WM 2022 wegen Menschenrechtsverletzungen in der Kritik. Amnesty International spricht sich jedoch gegen einen Boykott aus und will die Aufmerksamkeit bei der WM nutzen. Auch ein Profi-Spieler will auf Missstände hinweisen und hofft, dass das Interesse nach der WM nicht verschwindet.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International spricht sich gegen einen Boykott der Fußball-WM 2022 in Katar aus. Die Organisation verweist aber weiter auf die großen Missstände in dem Emirat. "Wir wollen die internationale Aufmerksamkeit bei der WM nutzen. Es kommt nun darauf an, dass die Reformen auch über die Weltmeisterschaft hinaus langfristig zu Verbesserungen führen", sagte Amnesty-Expertin Lisa Salza den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Der WM-Gastgeber steht seit Jahren wegen der Arbeitsbedingungen für ausländische Arbeiter in der Kritik. Nach wie vor sei die Rechtslage prekär, sagte Salza. "Ein großes Problem ist, dass ausbeuterische Arbeitgeber von der Regierung nicht sanktioniert werden." Die Regierung Katars hatte die Kritik immer wieder zurückgewiesen und auf Reformen und Veränderungen verwiesen.

Ex-Nationalspieler Toni Kroos hofft darauf, dass die internationale Aufmerksamkeit nach dem Turnier (21. November bis 18. Dezember 2022) nicht nachlasse. "Fakt ist: Das Turnier wird stattfinden. Die Frage ist, wie man damit umgehen will. Ich finde, man sollte versuchen, dem Turnier die größtmögliche Bühne zu geben, um auf die Missstände im Land hinzuweisen", sagte Kroos dem Portal t-online.de. "Aber bitte nicht nur vor und während des Turniers, sondern auch danach."

Es dürfe nicht passieren, "dass vor dem Turnier und bis zum Tag des WM-Finals über die Probleme in Katar gesprochen wird und danach wieder Ruhe herrscht", sagte Kroos. "Das mediale Interesse an Katar darf nicht wegfallen, wenn die Fußballer wieder abziehen. Das ist wichtig."

Quelle: ntv.de, joh/dpa

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