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"Davon träumst du als Kind" Barty erklimmt Tennis-Thron auf Umwegen

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Von der Nummer 623 zur Nummer 1 in drei Jahren: Ashleigh Barty erobert die Tenniswelt.

(Foto: imago images / PanoramiC)

Erst der Sieg bei den French Open, nun die Nummer eins der Welt: Ashleigh Barty erobert die Tenniswelt im Sturm. Vor drei Jahren war sie noch die Nummer 623 der Weltrangliste. Und 2014 schien die Karriere der Australierin gar in eine ganz andere Richtung zu laufen.

Ashleigh Bartys Weg war vorgezeichnet, seit sie als Vierjährige einen alten Squash-Schläger und einen Tennisball ihrer Eltern fand. Tag für Tag schlug sie den Ball stundenlang gegen die Garagenwand, bis der Vater zum Hörer griff und im Tenniszentrum im Westen Brisbanes anrief. "Wir nehmen niemanden, bis er acht ist", blockte der dortige Trainer ab, Robert Barty ließ aber nicht locker. "Wir fuhren hin und er warf ihr einen Ball hin. Sie schlug ihn über seinen Kopf hinweg", erzählte der Vater.

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Seine kleine "Ash" tat dies so lange, bis der Coach einknickte und sagte: "Du kannst nächste Woche wiederkommen." 19 Jahre später ist Barty die beste Tennisspielerin der Welt. Nach ihrem Titelgewinn beim Rasenturnier in Birmingham führt Barty als zweite Australierin nach Evonne Goolagong Cawley (1976) das WTA-Ranking an. Überwältigt von der Wucht des Augenblicks hielt sie nach dem verwandelten Matchball gegen Julia Görges immer wieder ergriffen die Hand vor den Mund. "Davon träumst du als Kind. Dass es dann Realität wird, ist unfassbar", sagte die 23-Jährige.

Barty ist derzeit einfach nicht zu stoppen, zwei Wochen zuvor hatte die Gipfelstürmerin bereits mit ihrem Sieg bei den French Open entzückt. Doch auch nachdem sie die Japanerin Naomi Osaka vom Tennis-Thron gestoßen hatte, blieb sie bescheiden. "Es ist eine Ehre, in dieser Position zu sein, die schon so viele Legenden in unserem Sport innehatten, die ich sehr respektiere und bewundere", sagte Barty, deren Weg nach oben schon früh absehbar war. Bereits als 15-Jährige gewann sie 2011 in Wimbledon den Wettbewerb der Juniorinnen. Nur drei Jahre später erlebte ihre Karriere aber einen Bruch.

Aborigines-Wurzeln und Cricket-Exkurs

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"Es war zu viel für mich, es ging zu schnell, da ich schon seit jungen Jahren immer gereist bin", erklärte Barty. Einmal war sie in einem Jahr nur 27 Tage zu Hause, erzählte sie. Ende 2014 hatte Barty dann genug vom anstrengenden Leben auf der Tour. Sie zog sich zurück in ihre australische Heimat und spielte lieber Cricket, zeitweise sogar halb-professionell für das Frauen-Team Brisbane Heat in der "Women's Big Bash League". Vom Tennis konnte Barty, die auch gelernte Barista ist und leidenschaftlich gern Golf spielt, aber dennoch nicht lassen. Im Frühjahr 2016 kehrte sie zurück, war nur noch die Nummer 623 der Weltrangliste. Die Auszeit "war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte, und es war eine noch bessere Entscheidung, wieder zurückzukehren", sagte Barty später.

Nun tritt sie endgültig in die Fußstapfen ihrer großen Landsfrau Evonne Goolagong Cawley, wie Barty Nachfahrin der Aborigines, der australischen Ureinwohner. "Im selben Satz wie sie erwähnt zu werden ist unglaublich", sagte Barty demütig: "Evonne ist ein faszinierender Mensch und war für so viele Australier und so viele indigene Australier in unserem Land und auf der ganzen Welt tonangebend."

Den Ton auf der Tour gibt heute Barty an. Wegen einer Armverletzung, die sie schon seit der Jugend begleitet, sagte sie ihre Teilnahme am Turnier in Eastbourne zwar ab, in Wimbledon (ab 1. Juli) gehört die neue Tennis-Königin aber zu den Topfavoritinnen. Und auch dort hat ihr Goolagong Cawley den Weg schon vorgegeben: 1980 holte sie auf dem heiligen Rasen den letzten ihrer 14 Grand-Slam-Titel.

Quelle: n-tv.de, dbe/sid/Tobias Schwyter

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