Sport

München drückt den Resetknopf Bayern-Basketballer setzen auf Hoeneß

556024bbe4f3005657035eacbe67be3a.jpg

So kennen und lieben sie ihn beim FC Bayern Basketball: Uli Hoeneß.

(Foto: imago/Jan Huebner)

Fast alles ist neu bei den Basketballern des FC Bayern München: Die Halle wurde renoviert, der Kader beinahe komplett getauscht und ein absoluter Erfolgstrainer verpflichtet. Die größte Hoffnung aber liegt auf einem "Comebacker".

Auf der Wies'n war Uli Hoeneß schon wieder unterwegs. Und seine Basketballer können sich darauf einstellen, dass der ehemalige und künftige Präsident des FC Bayern in der neuen Saison wie früher als Stammgast bei ihren Heimspielen dabei sein wird. Hoeneß, der sein Projekt während der Haft nur aus der Ferne beobachten konnte, bekommt viel Neues zu sehen - es wurde aufgeräumt. Umbauarbeiten auf und neben dem Feld standen im Sommer an, es war einiges los in München.

imago25390767h.jpg

Vom Erfolg besessen: Bayern-Coach Aleksandar Djordjevic.

Die Heimspielstätte wurde modernisiert, der Kader stark verändert, dazu steht nach dem Rücktritt von Trainer Svetislav Pesic dessen serbischer Landsmann Aleksandar "Sasa" Djordjevic vor seiner Premiere. Djordjevic, als Spieler und Trainer sehr erfolgreich, will nach der enttäuschenden vergangenen Spielzeit mit dem früheren deutschen Meister angreifen. "Kein Spieler darf weniger Erfolgshunger haben als ich. So einfach ist das", gab der 49-Jährige die Richtung vor. Er sei übrigens "immer hungrig".

Der ehemals beste Basketballer Europas hat sein Heimatland im vergangenen Monat bei Olympia in Rio zu Silber geführt, als Spieler war ihm das ebenfalls gelungen. Dazu wurde der einstige Point Guard Welt- und Europameister, außerdem mit seinen Klubs Meister in Spanien und Jugoslawien. Djordjevic weiß, wie man gewinnt. Wenn die Bayern ihren Neustart angehen, sind einige Renommierte nicht mehr dabei. John Bryant und Deon Thompson, Mitglieder der Meistermannschaft von 2014, wurden abgegeben. Auch der Schlüsselspieler Dusko Savanovic ging, Paul Zipser sucht sein Glück bei den Chicago Bulls in der NBA.

Bamberg (noch) klar im Vorteil

Dafür sind sechs Neue da. Unter anderem die deutschen Nationalspieler Alex King und Danilo Barthel, auch Devin Booker. Besonders vom Center, zuletzt wertvollster Spieler (MVP) in Frankreich, erwarten die Bayern eine Menge. Als "unglaublich athletisch und kraftvoll" beschreibt ihn Geschäftsführer Marko Pesic. Durch den Druck auf den Resetknopf werden die Bayern wohl etwas Zeit brauchen. Im Gegensatz zu Meister Brose Bamberg, der das Personal abgesehen von Kapitän Brad Wanamaker gehalten hat, muss sich die Mannschaft finden.

Zur ersten Standortbestimmung geht es am Samstag (20.30 Uhr) zu den EWE Baskets Oldenburg. Bevor es richtig ernst wird in den Play-offs, vergehen noch viele Monate. Bis dahin haben die Bayern im Kampf um die beste Ausgangsposition einen nicht zu unterschätzenden Vorteil. Nach der Reform der Euroleague stehen für Bamberg allein in der Hauptrunde 30 (!) Spiele auf dem Programm. Die Münchner spielen im zweitklassigen EuroCup, vor der K.o.-Phase gibt es dort 16 Partien. Die Meisterschaft bleibt das übergeordnete Ziel.

Beim Angriff auf die Spitze hoffen viele auf Hoeneß. "Er ist ja ein großer Befürworter des Basketball-Projekts und will es sicherlich weiter wachsen sehen", sagte Kapitän Bryce Taylor der Abendzeitung. "Wenn er wieder Präsident werden würde, würde uns das definitiv helfen." Hoeneß (64) wird im November zum Präsidenten gewählt und kehrt damit in das Amt zurück, das er im Frühjahr 2014 vor seinem Haftantritt wegen Steuerhinterziehung niedergelegt hatte. Und dann wird er sich auch wieder einmischen.

Quelle: ntv.de, Uli Schember, sid