Sport

F1-Fahrer widersetzt sich Mercedes Briten spekulieren über Hamilton-Rauswurf

126e720f223efba67970aeb53dbfe806.jpg

Hamilton gilt nicht nur als schnellster sondern auch als unterhaltsamster Pilot im Fahrerfeld der Formel 1.

(Foto: imago/Crash Media Group)

Um Nico Rosbergs WM-Sieg doch noch zu verhindern, zieht dessen Team-Kollege im letzten Saisonrennen alle Register. Anweisungen seiner Vorgesetzten ignoriert er und stellt so das Team vor aller Welt bloß. Das könnte Hamilton teuer zu stehen kommen.

Nach Lewis Hamiltons "Rebellion" gegen die Anweisungen des Mercedes-Teams beim Formel-1-Saisonfinale in Abu Dhabi spekuliert die englische Presse über heftige Konsequenzen. Der Boulevard hält gar eine Entlassung für zumindest möglich. Für "Telegraph" und "Guardian" ist eine vorübergehende Sperre denkbar, nachdem Hamilton den neuen Weltmeister Nico Rosberg im anderen Silberpfeil ein halbes Rennen lang absichtlich ausgebremst hatte.

Mercedes wollte sich auf Anfrage zu diesen Spekulationen der Medien nicht äußern, drakonische Strafen erscheinen allerdings sehr unwahrscheinlich. Hamilton hatte Rosbergs Verfolgern mit seiner Taktik Überholmanöver ermöglichen wollen. Denn nur, wenn der Deutsche das Podest verpasst hätte, wäre ihm der WM-Titel noch zu nehmen gewesen. Dieser Plan ging letztlich nicht auf.

"Lewis Hamilton steht bei Mercedes vor der Entlassung, nachdem er beschuldigt wurde, in Abu Dhabi für 'Anarchie' gesorgt zu haben", schreibt der "Daily Mirror": "Hamiltons Vertrag läuft noch bis 2018, aber das würde den deutschen Autoriesen nicht davon abhalten, diesen vorzeitig zu beenden oder Hamilton für einige Rennen im kommenden Jahr zu sperren." Die konkurrierende "Daily Mail" schreibt: "Hamilton riskiert die Auflösung seines 30-Millionen-Pfund-Vertrages, nachdem er sich wiederholt seinem Team widersetzt hat."

Wolff duldet keine Anarchie

Der "Guardian" schreibt indes, dass Mercedes "Disziplinarmaßnahmen in Erwägung" zieht, "dies könnte eine Geldstrafe oder sogar eine Sperre bedeuten". Auch der "Telegraph" glaubt, "Hamilton könnte gesperrt werden", nachdem er sich "dreist und wiederholt über Anweisungen hinweggesetzt hat".

Ursprung der Spekulationen sind die Aussagen von Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff nach dem Rennen. Hamilton habe mit seinem Verhalten "auch den Sieg für Mercedes gefährdet. Wir haben dann Anweisungen gegeben, die hat Lewis ignoriert. Damit hat er auch einen Präzedenzfall für die Zukunft geschaffen: Wenn wir so weitermachen, würde das totale Anarchie bedeuten. Da werden wir deshalb schon dazwischenhauen."

Ein Rauswurf und auch eine Sperre sind allerdings kaum denkbar. Der dreimalige Weltmeister Hamilton ist auch nach dem Verlust des Titels an seinen Teamrivalen Rosberg ein wichtiger Angestellter des Mercedes-Werksteams. Sportlich ist und bleibt er der vielleicht talentierteste Fahrer im Feld, als globale Marke ist Hamilton zudem ein wichtiger Werbeträger.

Quelle: n-tv.de, shu/sid

Mehr zum Thema