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Mit Pflichtsieg zu Olympia DHB-Team wischt Zukunfts-Angst weg

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Patrick Groetzki und das DHB-Team sind in Tokio dabei.

(Foto: imago images/wolf-sportfoto)

Groß waren Druck und Sorgen im deutschen Handball vor dem Olympia-Quali-Turnier, doch mit einem Pflichtsieg ist das vom Tisch. Das DHB-Team glänzt gegen Algerien nicht, aber das war auch egal: Die Nationalmannschaft qualifiziert sich für die Olympischen Spiele in Tokio.

Erst legten Kapitän Uwe Gensheimer und Co. ein kleines Siegestänzchen aufs Parkett, dann schnappten sich die deutschen Handballer ihr überdimensionales "Ticket to Tokio" fürs Jubelfoto und schrien ihre Freude mit Bundestrainer Alfred Gislason heraus. Durch ein lockeres 34:26 (17:14) gegen Algerien sicherte sich das deutsche Team die Olympia-Teilnahme und setzte damit den passenden Schlusspunkt eines nahezu perfekten Wochenendes für den deutschen Handball.

"Jetzt sind wir alle sehr glücklich, dass wir das geschafft haben, was wir uns vorgenommen haben. Alle sind extrem happy", sagte Gislason und sprach von einer "großen Erleichterung. Ich bin extrem stolz auf die Mannschaft." Auch für ihn persönlich sei das "eine Riesensache". Den Abend ließ das deutsche Team bei einer spontanen Party mit Rippchen, Kartoffeln und Salat ausklingen.

Auch wenn der Abschluss gegen den afrikanischen Außenseiter etwas holprig geriet, schürte sein Team mit teilweise begeisternden Auftritten gegen Vizeweltmeister Schweden (25:25) und dem imposanten Kantersieg im Schlüsselspiel gegen den EM-Vierten Slowenien (36:27) die Hoffnung auf olympisches Edelmetall. "Wir fahren nicht nach Tokio, um Zweiter zu werden", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning. "Das ist im Moment noch nicht so groß im Kopf, aber natürlich ist es das entfernte Ziel", sagte auch Gensheimer. Und Gislason meinte: "Wir gehören nicht zu den ganz großen Favoriten, aber mit Deutschland muss man immer rechnen."

Trainer Gislason ist "Fels in der Brandung"

Sechs Wochen nach der historisch schlechten WM (Platz 12) präsentierte sich das personell verstärkte deutsche Team in Berlin phasenweise wie ausgewechselt und verdiente sich das Olympia-Ticket redlich. Pünktlich zum "Wochenende der Wahrheit" (Bob Hanning) kitzelte Coach Gislason bei seinen Stars eine Top-Leistung in Angriff und Abwehr heraus. "Das Signal, das von diesem Turnier ausgeht, ist, dass wir in der Lage sind, mit den besten Teams mithalten können", bilanzierte DHB-Präsident Andreas Michelmann zufrieden.

Für den Deutschen Handballbund ist es die elfte Olympia-Teilnahme einer Männer-Nationalmannschaft, erklärtes Verbandsziel bei den Sommerspielen vom 23. Juli bis 8. August ist die Goldmedaille. Daran hatte der DHB auch nach der WM in Ägypten festgehalten. Dafür sei man "in letzter Zeit ziemlich durch den Kakao gezogen worden", sagte Michelmann am Sonntag mit Genugtuung in der Stimme. Das deutsche Team gehöre "auf jeden Fall zum Kreis derjenigen, die die Möglichkeit dazu haben."

Besonders die Vorstellung am Samstag gegen Slowenien, dem laut Spielmacher Philipp Weber "besten Länderspiel seit Jahren", imponierte. Der Druck, bei einer Niederlage praktisch aus dem Olympiarennen zu sein, schien die Mannschaft regelrecht zu beflügeln. Hinten glänzte die DHB-Auswahl mit einer beweglichen 6:0-Abwehr um den starken Innenblock Hendrik Pekeler und Johannes Golla. Vorne strahlte das deutsche Team von sämtlichen Positionen Torgefahr aus und nutzte seine Chancen im Gegensatz zum Auftakt gegen die Schweden konsequent. Michelmann hob am Sonntag den Anteil von Gislason hervor. Es sei "wichtig und gut, einen Trainer an der Seitenlinie zu wissen, der dieser berühmte Fels in Brandung ist". Genau aus diesem Grund habe man den Isländer vor einem Jahr verpflichtet.

Auf dem Feld drückten gleich mehrere Spieler dem deutschen Spiel ihren Stempel auf. Im Tor brillierte gegen Slowenien Andreas Wolff, im Rückraum überzeugten der wurfgewaltige Julius Kühn und Steffen Weinhold. Am Kreis sammelte der Flensburger Golla fleißig Pluspunkte, und auf den Außenbahnen spielten sich Marcel Schiller, der Kapitän Uwe Gensheimer auf links in den Schatten stellte, und Timo Kastening in den Vordergrund.

Quelle: ntv.de, dbe/sid

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