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Nur drei Top-Profis ungeimpft Djokovic steht anscheinend fast alleine da

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Novak Djokovic fehlt in Australien offenbar wegen einer weitestgehend einsamen Entscheidung.

(Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Novak Djokovic sorgt für eine Menge Wirbel im Vorfeld der Australian Open: Der Serbe wollte ungeimpft zum Turnier anreisen, sein Visum wurde letztendlich annulliert. Djokovic steht mit seiner Haltung im Kreise der Topprofis offenbar auf verlorenem Posten.

Novak Djokovic ist nach Informationen der britischen Zeitung "Telegraph" einer von insgesamt nur drei Tennis-Profis aus den Top 100 bei Damen und Herren, die bisher nicht gegen das Coronavirus geimpft sind. Bei den Herren habe sich außer Djokovic bisher nur der Amerikaner Tennys Sandgren nicht impfen lassen, berichtete das Blatt unter Berufung auf die Herren-Profiorganisation ATP. Bei den Damen sei nur eine Spielerin aus den ersten 100 der Weltrangliste nicht geimpft, habe die Damen-Profiorganisation WTA bestätigt. Ob die namentlich nicht genannte Spielerin bei den derzeit laufenden Australian Open in Melbourne dabei ist, sei nicht bekannt, hieß es weiter.

Im Dezember hatte die "Herald Sun" berichtet, dass mit Pierre-Hugues Herbert ein Spieler für Australien abgesagt hatte, weil er sich nicht impfen lassen will. Der Franzose erklärte, er sei "persönlich nicht geimpft. Die Reise nach Australien ist keine Option für mich." Seine Haltung zur Impfung überdenken wolle er dabei nicht: "Für mich ist es eine persönliche Entscheidung, mich nicht impfen zu lassen." Herbert ist nicht Teil der Top 100, aber einer der besten Doppelspieler der Welt. Der Franzose gewann 2019 gemeinsam mit seinem Freund und Doppelpartner Nicolas Mahut den Titel in Melbourne.

Mahut hatte die Entscheidung mit zurückhaltendem Verständnis aufgenommen. "Ich stehe nicht auf der Seite von Leuten, die urteilen und sagen, dass es gut oder schlecht ist. Ich respektiere seine Entscheidung. Ich habe diese Wahl nicht getroffen, ich habe den Impfstoff sehr früh bekommen, aber ich verstehe es total", sagte der Franzose. "Es ist eine sehr persönliche Wahl. Mit mir redet Pierre-Hugues wahrscheinlich am wenigsten darüber. Dies ist ein äußerst sensibles Thema. Ich möchte nicht in eine mögliche Kontroverse geraten. Ich sage mir nur, dass dies eine Position ist, die man als Tennisspieler nicht leicht halten kann." In Australien tritt Mahut nun mit seinem Landsmann Fabrice Martin an.

Djokovics "Abwesenheit ist Verlust für das Spiel"

Australien gestattete grundsätzlich nur geimpften Profis die Teilnahme am ersten Grand-Slam-Turnier der Saison. Der Weltranglisten-Erste Djokovic hatte versucht, mit einer Ausnahmegenehmigung einzureisen. Der Serbe musste das Land jedoch nach einem juristischen Tauziehen am Sonntagabend wieder verlassen, nachdem das Bundesgericht die erneute Annullierung seines Visums durch Einwanderungsminister Alex Hawke bestätigt hatte.

Die ATP kommentierte das Urteil: "Die heutige Entscheidung, die Annullierung des australischen Visums von Novak Djokovic aufrechtzuerhalten, markiert das Ende einer zutiefst bedauerlichen Reihe von Ereignissen", heißt es in einem Statement. "Letztendlich müssen Entscheidungen von Justizbehörden in Fragen der öffentlichen Gesundheit respektiert werden. Um eine Bestandsaufnahme aller Fakten vorzunehmen und Lehren aus dieser Situation zu ziehen, wird mehr Zeit erforderlich sein. Unabhängig davon, wie dies erreicht wird, ist Novak einer der größten Champions unseres Sports, und seine Abwesenheit bei den Australian Open ist ein Verlust für das Spiel."

Quelle: ntv.de, ter/dpa

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