Sport

"Ich weiß, was ich getan habe" Ein Joint beendet Richardsons Olympia-Traum

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Am 18. Juni gewinnt Richardson die US-Trials. Es ist der Beginn einer traurigen Geschichte.

(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Sie gilt als die große Sprinthoffnung der US-Amerikaner. Dann verstirbt ihre Mutter kurz vor den Ausscheidungen für das Olympia-Team. Sha'Carri Richardson sucht Trost in einem Joint. Das beendet nun den Traum der sechstschnellsten Frau der Welt.

Die US-Sprinterin Sha'Carri Richardson darf nach ihrem Cannabis-Konsum nicht an den Olympischen Spielen teilnehmen. Der US-Leichtathletik-Verband verzichtet auf eine Nominierung der 21-Jährigen und verwehrt ihr damit auch die theoretische Möglichkeit, nach Ablauf ihrer 30-Tage-Sperre in Tokio im Staffelrennen anzutreten.

Die mit ihren bunten Haaren und langen Fingernägeln extrovertiert wirkende Richardson hatte am 19. Juni bei den Ausscheidungskämpfen in Oregon das 100-Meter-Rennen gewonnen und sich damit einen Platz im Olympia-Kader der USA gesichert. Weil die Gold-Kandidatin danach aber positiv auf die in Marihuana enthaltene Substanz THC getestet worden war, wurde ihr Erfolg bei den Trials in Eugene gestrichen und sie für 30 Tage suspendiert. Diese Sperre wäre vor dem Staffelrennen am 5. August in Tokio abgelaufen.

Die junge Sprinterin hatte sich bei den Trials mit 10,86 Sekunden im Finale über 100 Meter durchgesetzt. Bei einem Meeting im April in Florida siegte sie mit 10,72 Sekunden und avancierte damit zur sechstschnellsten Frau der Welt.

Der US-Verband teilte mit, dass er "unglaublich mitfühlend" sei wegen der Umstände - ihre Mutter war gestorben. Allerdings müsse man den anderen Athletinnen gegenüber fair bleiben, die ihrerseits für den Traum einer Olympia-Teilnahme gearbeitet hätten.

Richardsons Suspendierung hatte unter US-Sportlern für viel Kritik und Aufsehen gesorgt, auch weit über die Grenzen der Leichtathletik hinaus. Sie selbst hatte im US-Fernsehen gesagt: "Ich weiß, was ich getan habe. Ich weiß, was ich tun soll, was ich nicht tun darf, und ich habe diese Entscheidung trotzdem getroffen."

Marihuana steht bei der Weltdoping-Agentur WADA auf der Liste der verbotenen Substanzen, ist aber in vielen US-Bundesstaaten legalisiert. Die großen US-Sportligen haben ihre Bestimmungen gelockert. Die NHL testet noch auf Cannabis, behandelt die Substanz jedoch ähnlich wie Alkohol. Ähnlich verfährt auch die Baseball-Liga MLB.

Quelle: ntv.de, sue/dpa

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