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Mit dem Rücken an der Wand Federer kämpft sich doch noch ins Halbfinale

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(Foto: Action Images via Reuters)

Nach dem katastrophalen Turnierstart zieht Roger Federer souverän ins Halbfinale der ATP-Finals ein. Und der Sieg ist auch darüber hinaus ein Erfolg: Der Rekordstar revanchiert sich für eine bittere Niederlage und entgeht Dauerrivale Djokovic – zumindest vorerst.

Rekordsieger Roger Federer hat sich trotz seiner Auftaktniederlage beim ATP-Saisonfinale in London doch noch als Gruppensieger für die K.o.-Runde qualifiziert. Der sechsmalige Titelträger aus der Schweiz, der ungewöhnlich unkonzentriert ins Turnier der Saisonbesten gestartet war, gewann sein letztes Vorrundenspiel gegen den bis dato ungeschlagenen Kevin Anderson 6:4, 6:3. Dennoch kann der Debütant aus Südafrika Federer als Gruppenzweiter ins Halbfinale folgen. "Ich bin sehr glücklich, das erste Match war hart. Vielleicht ist es für mich einfacher mit dem Rücken zur Wand", sagte Federer: "Heute habe ich wirklich gut gespielt, Kevin hatte ein unglaubliches Jahr. Es ist toll, wieder im Halbfinale zu sein."

Ausgeschieden sind dagegen Dominic Thiem und Kei Nishikori. Der Österreicher Thiem gewann zwar zum Abschluss gegen den Japaner 6:1, 6:4, verpasste aber trotzdem auch im dritten Anlauf die K.o.-Runde in der Londoner o2-Arena. Nishikori kassierte nach dem überraschenden Auftaktsieg gegen Federer die zweite deutliche Niederlage.

Auf wen Federer und Anderson im Halbfinale treffen, entscheidet sich am morgigen letzten Vorrundenspieltag. Alexander Zverev hat den Einzug in die Runde der besten Vier selbst in der Hand, mit einem Sieg gegen John Isner aus den USA qualifiziert sich der 21-Jährige. Der bislang souveräne Serbe Novak Djokovic trifft auf Marin Cilic.

Federer wollte mehr

Federer konnte mit seinem Sieg das Niveau des bislang sportlich enttäuschenden Turniers merklich anheben. Hatte der 37-Jährige im zweiten Gruppenspiel gegen Thiem zumeist von den unnötigen Fehlern seines Kontrahenten profitiert, griff er gegen Anderson selbstbewusst an. Auch wenn nicht immer alles klappte, hatte Federer schnell sein erstes Etappenziel erreicht: Mit dem 6:4 stand fest, dass er im 16. Anlauf beim Saisonfinale zum 15. Mal die Vorrunde überstehen wird.

Doch Federer wollte mehr: Im Juli hatte er in Wimbledon im Viertelfinale gegen Anderson eine 2:0-Satzführung verspielt und dabei einen Matchball vergeben. Es war seine bislang einzige Niederlage gegen den 32-Jährigen, der die bisher erfolgreichste Saison seiner Karriere spielt. Mit wiederentdecktem Spielwitz revanchierte sich Federer für das bittere Aus im All England Club und behält seinen 100. Titel auf der ATP-Tour im Blick.

Beim Saisonabschluss in London hatte er zuletzt 2011 triumphiert, danach verlor er dreimal (2012, 2014 und 2015) im Finale gegen seinen Dauerrivalen Djokovic. In diesem Jahr dürften sich die beiden Favoriten zumindest im Halbfinale aus dem Weg gehen, auch Djokovic ist der Gruppensieg kaum noch zu nehmen.

Quelle: ntv.de, lou/sid

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