Sport

Geldhäuser müssten Alarm schlagen Fifa-Ermittler nehmen Banken ins Visier

imago64633836h.jpg

HSBC muss sich wieder einmal des Verdachts erwehren, Geldwäsche ermöglicht zu haben.

(Foto: imago/Fotoarena)

Für die mutmaßliche Korruption von Fußballfunktionären könnten auch die Banken zur Verantwortung gezogen werden, über deren Konten die Gelder flossen. Experten sehen eine Mitschuld der Geldhäuser.

Bei den Korruptionsermittlungen gegen Spitzenfunktionäre der Fifa wird auch die Rolle namhafter Großbanken geprüft. In das Blickfeld der amerikanischen Staatsanwaltschaft gerieten unter anderem die Geldhäuser JP Morgan, Citigroup und Barclays. Es werde untersucht, ob ihnen bewusst gewesen sei, dass sie beim Waschen von Schmiergeld geholfen hätten, sagte US-Staatsanwalt Kelly T. Currie.

Bislang gibt es demzufolge allerdings keine konkreten Vorwürfe gegen eine der Banken. Aus den USA stehen JPMorgan, Citigroup und Bank of America im Fokus der Behörden, aus Großbritannien Barclays, HSBC und die Republic Bank. Über die Geldhäuser sollen mutmaßliche Korruptionsgelder von Fifa-Funktionären gewaschen worden sein.

In der Schweiz waren am Mittwoch auf US-Ersuchen sieben hochrangige Funktionäre des Fußball-Weltverbandes Fifa festgenommen worden. Hintergrund sind Vorwürfe, seit Beginn der 90er-Jahre seien mehr als 150 Millionen Dollar Bestechungsgeld geflossen. Zudem untersucht die Justiz in der Schweiz in einem separaten Verfahren, ob es bei der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 an Russland und 2022 an Katar Unregelmäßigkeiten gab.

Banken müssen Kunden kennen

Der auf Geldwäsche und organisiertes Verbrechen spezialisierte Anwalt Eric Lewis hält es für gut möglich, dass die Banken von der Justiz zur Verantwortung gezogen würden. Sie hätten angesichts des prominenten Namens Fifa und des langen Zeitraums der mutmaßlichen Schmiergeldzahlungen stutzig werden müssen. "Die Offiziellen der Fifa sind so etwas wie hochrangige Politiker, und ab einem gewissen Punkt sollte das auf dem Radarschirm der Banken auftauchen."

In den USA müssen Banken dem Finanzministerium verdächtige Geschäfte melden. Dazu hat die Regierung das "Financial Crimes Enforcement Network" eingerichtet, um einheimische oder internationale Geldwäsche, Terrorfinanzierung und andere Straftaten aus dem Finanzbereich bekämpfen zu können. Die Banken müssen durch Prüfungen sicherstellen, dass ihre Kunden Konten nicht für kriminelle Geschäfte nutzen.

Die Banken müssten ihre Kunden kennen und sich auch ein Bild davon machen, woher deren Einnahmen stammten und ob deren Aktivitäten legal seien, sagte Dennis Lommel vom Verband ACAMS, in dem Experten im Kampf gegen Geldwäsche zusammengeschlossen sind.

Quelle: ntv.de, mbo/rts