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Plötzlich ein Problem-Wolff Formtief schrumpft deutschen Torwart-Riesen

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Andreas Wolff hadert sichtlich mit seiner Leistung.

(Foto: dpa)

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft präsentiert sich bei der Europameisterschaft überraschend schwach. Das gilt auch für den sonst so sicheren Torhüter Andreas Wolff, der vor der Hauptrunde im Formtief steckt. Da auch Johannes Bitter nicht glänzt, droht gegen Weißrussland eine Pleite.

Andreas Wolff war mächtig angefressen. Mit grimmigem Blick marschierte der Torhüter der deutschen Handballer durch die Katakomben der Spektrum Arena in Trondheim, reden wollte er nicht. Nicht über den Zittersieg gegen Lettland, nicht über die schwache Vorrunde seines Teams und schon gar nicht über sein offensichtliches Formtief.

Zum Vorrunden-Abschluss gegen die lettischen EM-Debütanten (28:27) bekam Wolff seine Hände kaum an den Ball. Schon gegen Spanien (26:33) hatte der Keeper nur einen der insgesamt 16 Würfe auf sein Tor pariert. Der sonst so gute Wolff ist plötzlich ein Problem-Wolff.

"Er hat sich mit Sicherheit einen anderen Job vorgestellt", sagte Bundestrainer Christian Prokop. Auch er selbst habe durch Wolffs Einwechslung in der zweiten Halbzeit gegen Lettland darauf gehofft, "dass er uns noch einmal ein, zwei Paraden gibt, sodass wir sicherer in die Schlussphase kommen." Doch daraus wurde nichts. Wolff, der mit 41 Prozent gehaltener Bälle bislang nur im ersten Vorrundenspiel überzeugte, steckt vor der am Donnerstag in Wien beginnenden Hauptrunde im Leistungsloch. Dann geht es zunächst gegen Weißrussland, anschließend gegen Kroatien.

"Ein bisschen verkrampft"

"Ich mache mir keine Sorgen", sagte Prokop mit Blick auf die nächste Turnierphase und seinen Problem-Wolff im Tor: "Wenn wir unsere Abwehr- und Torhüterleistung wieder auf ein richtig gutes Niveau bringen, dann ist es schwer, uns zu schlagen." Der Coach weiß: Rufen seine Torleute ihr unbestritten vorhandenes enormes Leistungsvermögen nicht ab, könnte es schon zum Hauptrundenauftakt gegen Weißrussland eine böse Überraschung geben.

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Auch Johannes Bitter zeigt noch nicht, was er drauf hat.

(Foto: imago images/Bildbyran)

Aber: Beiden deutschen Torhütern fehlt im bisherigen Turnierverlauf die Konstanz. Auch Nationalmannschafts-Rückkehrer Johannes Bitter blieb gegen biedere Letten mit einer Fangquote von 19 Prozent blass. "Es gab Höhen und Tiefen. Auch ich habe mich nicht richtig freischwimmen können. Gefühlt war das alles ein bisschen verkrampft", sagte Bitter.
Diese Verkrampfung gilt es nun ganz schnell zu lösen. Nur mit Bitter und Wolff in Topform hat das deutsche Team eine Chance. "Ich bin mir sicher, dass die beiden einen guten Job machen werden", sagte Prokop. Und Bitter beteuerte: "Die Vorrunde war unser Aufgalopp. In Wien geht das Turnier jetzt richtig los."

Wer noch einmal detailliert lesen möchte, wie dieses dritte EM-Spiel der deutschen Handballer gegen den Turnierdebütanten Lettland verlief, dem sei der Live-Ticker des Kollegen Till Erdenberger ans Herz gelegt.

Quelle: ntv.de, Christoph Stukenbrock und irina Gnep, sid