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Applaus, Applaus.
Applaus, Applaus.(Foto: dpa)
Sonntag, 07. Januar 2018

DHB-Team siegt klar gegen Island: Handballer werfen sich für die EM warm

Klasse Torhüter, starke Abwehr, überzeugender Angriff: Die deutschen Handballer präsentieren sich bei der EM-Generalprobe durchaus schon in Turnierform. Bundestrainer Christian Prokop hat wenige Tage vor Beginn des Turniers in Kroatien nun die Qual der Wahl.

Nach der erfolgreichen EM-Generalprobe gegen Island genossen die deutschen Handballer zunächst den letzten Applaus - anschließend überraschte Christian Prokop mit einer unerwarteten Kader-Nominierung. Die Europameister Finn Lemke, Fabian Wiede und Rune Dahmke müssen bei der Mission Titelverteidigung zuschauen. Alle drei sowie Newcomer Marian Michalczik strich der Bundestrainer aus seinem 16-köpfigen Aufgebot für die Endrunde in Kroatien.

Der DHB-Kader für die Handball-EM

Tor: Silvio Heinevetter (Füchse Berlin), Andreas Wolff (THW Kiel)

Linksaußen: Uwe Gensheimer (Paris St. Germain HB/FRA)

Rückraum links: Maximilian Janke (SC DHfK Leipzig), Julius Kühn (MT Melsungen), Paul Drux (Füchse Berlin)

Rückraum Mitte: Steffen Fäth (Füchse Berlin), Philipp Weber (SC DHfK Leipzig)

Rückraum rechts: Kai Häfner (TSV Hannover Burgdorf), Steffen Weinhold (THW Kiel)

Rechtsaußen: Patrick Groetzki (Rhein-Neckar Löwen), Tobias Reichmann (MT Melsungen)

Kreis: Jannik Kohlbacher (HSG Wetzlar), Patrick Wiencek (THW Kiel), Hendrik Pekeler (Rhein-Neckar Löwen), Bastian Roschek (SC DHfK Leipzig)

"Das war die schwierigste Entscheidung meiner bisherigen Amtszeit", sagte Prokop, der mit dieser Entscheidung verblüffte. "Wir haben sehr gute Möglichkeiten, um auch im Laufe des Turniers reagieren zu können. Die EM ist lang." Bei aller Enttäuschung sei es aber wichtig, dass der Teamgedanke im Vordergrund bleibe. Gemeinsam mit ihren Teamkollegen hatten sich Lemke, Dahmke und Wiede nach dem überzeugenden 30:21 (13:8) gegen die Isländer noch lautstark feiern lassen. Nun reist die DHB-Auswahl mit großem Selbstbewusstsein am kommenden Donnerstag von Berlin nach Zagreb.

"Wir haben uns sehr gut präsentiert. Das lässt einiges erhoffen für das Turnier", sagte Torhüter Andreas Wolff. Beste deutsche Werfer waren Kapitän Uwe Gensheimer, Philipp Weber und Tobias Reichmann mit je vier Toren. Schon beim ersten Test am Freitag hatte der Europameister mit 36:29 gegen die Isländer gewonnen. "Das gibt uns Mut für das erste Gruppenspiel gegen Montenegro am Samstag. Vieles von dem, was wir trainiert haben, hat schon gepasst", sagte Gensheimer.

Heinevetter glänzt mit etlichen Paraden

In Turnierform präsentierten sich die Deutschen schon jetzt. Anders als noch im ersten Test gegen die Isländer am vergangenen Freitag startete die DHB-Auswahl deutlich konzentrierter in die Partie. Während des ganzen Spiels lag der Europameister permanent in Führung. Diese wäre zwischenzeitlich sogar noch höher ausgefallen, wenn Prokops Team vor dem Tor noch entschlossener agiert hätte. Allerdings fehlte mit Aron Pálmarsson auch der Superstar der Isländer. Der Ex-Kieler hatte die DHB-Abwehr im ersten Match noch vor große Probleme gestellt, diesmal standen Defensivchef Finn Lemke und seine Nebenleute deutlich sicherer.

Auch Torhüter Silvio Heinevetter glänzte im ersten Durchgang erneut mit etlichen Paraden und hielt den großen Vorsprung seiner Mannschaft fest. In der zweiten Halbzeit stand auch Wolff ihm in nichts nach. Ansonsten überzeugte der Titelverteidiger im Kollektiv. Julius Kühn zeigte sich wurfstark, Rechtsaußen Patrick Groetzki dynamisch und der zuletzt verletzte Weber effektiv. Auf den Schlüsselpositionen passte es. Mit Blick auf das erste Gruppenspiel am Samstag gegen Montenegro hatte Prokop eine stabile Abwehr gefordert - und bekam sie zu sehen.

"Ziel ist, dass wir die Vorrunde mit maximaler Punkteausbeute überstehen", sagte Prokop. Auch die Wurfqualität aus dem Rückraum war gut. Lediglich Kapitän Gensheimer offenbarte trotz seiner vier Tore ungewohnte Abschlussschwächen und scheiterte einmal auch vom Siebenmeterpunkt. Seine Chancen auf ein EM-Ticket schmälerte das aber nicht.

Quelle: n-tv.de