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Protest gegen Polizeigewalt Hymnen-Streit erreicht die NBA

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Der Protest, der so viel Widerstand erregt.

(Foto: dpa)

Die Proteste gegen die Rassendiskrimierungen in den USA bleiben im amerikanischen Profisport ein großes Thema. Vor dem Hintergrund der letzten Opfer von Polizeigewalt nimmt die Debatte nach der NFL nun auch in der NBA an Fahrt auf.

Die Proteste gegen soziale Missstände und Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA hat auch den Basketball erreicht. Laut US-Medien hat die nordamerikanische Profiliga NBA in den vergangenen Tagen gemeinsam mit der Spielergewerkschaft NBPA verschiedene Szenarien erarbeitet, sollten auch die Basketball-Stars während der Nationalhymne protestieren. NBA-Commissioner Adam Silver und NBPA-Geschäftsführerin Michele Roberts verfassten einen Brief, der an jeden Spieler geschickt wurde. Die Profis wurden angewiesen, dass beide Seiten sich dazu verpflichten, nur "sinnvolle Aktionen" durchzuführen. Während der Trainingscamps der Teams vor dem Liga-Start am 25. Oktober sollen von den Akteuren Antworten gefunden werden, wie mögliche Programme aussehen könnten.

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Steve Kerr begrüßt friedliche Proteste.

(Foto: AP)

Steve Kerr, Trainer der Golden State Warriors, rechnet mit Protesten. Der Meistertrainer von 2015 befürwortet sie sogar. "Es spielt keine Rolle, auf welcher Seite man steht. Man sollte lieber angewidert sein von den Dingen, die da draußen passieren", betonte der Ex-Profi. "Die Jungs haben doch eine Stimme. Ich bin der Meinung, dass Menschen gegen Ungerechtigkeit öffentlich Stellung beziehen dürfen, so lange es friedlich bleibt", sagte Kerr und bezog sich damit auf die Weigerung von NFL-Quarterback Colin Kaepernick, bei der Nationalhymne zu stehen und mitzusingen.

Spieler haben großen Redebedarf

"Ich denke, dass Colin seine Botschaft in den letzten Wochen mehr als klar gemacht hat. Hier geht es um friedlichen Protest. Ich denke, dass so etwas auch in der NBA passieren wird", so Kerr weiter: "Politisches Engagement im Sport ist ein schwieriges Thema, denn viele Menschen kommen in die Arenen, um Ablenkung zu suchen." Unter den Spielern herrsche gerade nach den letzten Fällen von Polizeigewalt in Tulsa und Charlotte großer Redebedarf darüber, ob und in welcher Form protestiert werden solle.

Anders als beim American Football ist es in der NBA nicht erlaubt, während der Hymne zu knien. Auf diese Weise hatte Kaepernick von den San Francisco 49ers gegen Rassismus und Polizeigewalt protestiert und eine Debatte ausgelöst, die in den USA noch immer hohe Wellen schlägt. Auch US-Präsident Barack Obama schaltete sich bereits in den Hymnen-Streit ein und unterstützte Kaepernick.

Zuletzt war der Kniefall bei der Hymne in der Frauen-Liga WNBA trotz anders lautender Regularien allerdings nicht geahndet worden. Am Mittwoch ging das komplette Team der Indiana Fever vor einem Play-off-Spiel auf die Knie. Auch in der NFL suchen die Spieler nach verschiedenen Möglichkeiten, ihre Missbilligung der derzeitigen Situation auszudrücken. Richard Sherman etwa, Cornerback der Seattle Seahawks, beantwortete auf einer Pressekonferenz bewusst keine Fragen zum Sport.

Quelle: n-tv.de, tno/sid/dpa

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