Sport

100 Jahre nach Nazi-Spielen IOC-Boss Bach träumt von Olympia in Deutschland

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Für Thomas Bach sind viele Dinge vorstellbar.

(Foto: IMAGO/MIS)

1972 werden die Olympischen Spiele zum bislang letzten Mal in Deutschland ausgetragen. Seither scheitern einige Bewerbungen krachend, andere versanden oder enden früh. Ausgerechnet zum 100. Jahrestag der Nazi-Spiele von 1936 soll sich das ändern, hofft IOC-Boss Thomas Bach.

Olympische Spiele in Deutschland, 100 Jahre nach den historisch belasteten Nazi-Spielen in Berlin, sind für IOC-Präsident Thomas Bach vorstellbar. "Natürlich gäbe es Kritiker und es gäbe Kritiker bei den anderen Bewerbern. Aber aus internationaler Sicht werden Deutschland diese Spiele von 1936 nicht vorgeworfen", sagte Bach der "Sport Bild".

Die Frage, ob es eine deutsche Olympia-Bewerbung für Spiele 2036 - womöglich erneut in Berlin - geben sollte, wird seit Längerem kontrovers diskutiert. Bach erklärte, solche Spiele könnten sogar ein Zeichen setzen, so wie München 1972 ein Zeichen gesetzt habe. "Damals sind uns die Spiele von 1936 auch nicht vorgeworfen worden. Diese Chance würde sich auch 2036 ergeben - beim Datum würde ich nicht das wirkliche Hindernis sehen", fügte der 68-Jährige hinzu.

Die Sommerspiele in München vor 50 Jahren seien für den deutschen Sport eine Zeitenwende gewesen, sagte Bach: "Das Ansehen des Sportes wurde ein ganz anderes, das hat sich für Schulsport und Leistungssport ausgewirkt. Das kann man überhaupt nicht überschätzen."

European Championships in München

In der bayerischen Landeshauptstadt beginnen an diesem Donnerstag die European Championships. Bis zum 21. August werden parallel in einer Art Mini-Olympia Europameisterschaften in neun Sportarten ausgetragen. "Das Beispiel München kann auch dazu beitragen, Akzeptanz und Zustimmung für das Thema Olympia in unserem Land zu stärken", sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds, Thomas Weikert.

Zuletzt waren deutsche Olympia-Bewerbungen auch wegen der mangelnden Akzeptanz in der Bevölkerung mehrfach gescheitert. Trotzdem hatte sich Anfang der Woche auch der Sportmanager Michael Mronz für erneute Bemühungen um Olympia in Deutschland starkgemacht.

"Ein Großsportevent wie Olympische und Paralympische Spiele würde einen großen Schub für den gesamten Sport bringen. Daher sollten wir uns damit heute für die Zukunft unserer Kinder und unserer Gesellschaft beschäftigen, trotz der aktuellen Krisen", sagte der Initiator der privaten Rhein-Ruhr-Kampagne um die Sommerspiele 2032. Diese war jedoch vorzeitig gescheitert.

Quelle: ntv.de, sue/dpa

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