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Biathlon-Stars im WM-Formcheck "Königin" Dahlmeier, cooler Peiffer - aber sonst?

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Nach fast einem Jahr Wartezeit stand Laura Dahlmeier im Massenstart von Antholz wieder ganz oben auf einem Weltcup-Treppechen.

(Foto: imago/Action Plus)

Die Deutsche Laura Dahlmeier siegt wieder, ihr Landsmann Arnd Peiffer ist im Biathlon-Weltcup in dieser Saison eine Top-Ten-Konstante. Und sonst? Gut fünf Wochen vor den Weltmeisterschaften in Östersund ergeben die bisherigen Tendenzen aus den Rennen ein gemischtes Formbild - mit klaren Vorteilen für einen norwegischen Dominator.

Königin Dahlmeier ist zurück

Dass die Doppel-Olympiasiegerin noch nicht die Form besitzt, mit der sie 2017 in Hochfilzen zu sagenhaften fünf WM-Triumphen gestürmt war, ist kein Wunder. Zu schwer wogen die gesundheitlichen Rückschläge und Zweifel in den vergangenen Monaten. Laura Dahlmeier befindet sich aber wieder auf direktem Weg zu alter Form - die Plätze vier, zwei und eins am vergangenen Wochenende in Antholz beweisen das. An einem "normalen" Tag kann sie schon wieder um den Sieg kämpfen. Jetzt geht es darum, Konstanz in die Leistungen zu bringen und Resultate wie den 30. Platz in Ruhpolding zu verhindern.

Peiffer kann konstante Weltklasse

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Arnd Peiffer (r.) ist Stammgast in den Top 10 - und grüßte in Antholz sogar vom Treppchen.

(Foto: imago/Action Plus)

Top-Ten-Platzierungen in den vergangenen vier Rennen, insgesamt bereits neun in diesem Winter: Arnd Peiffer befindet sich aktuell in der Form seines Lebens. Das zeigte er nicht nur mit den 20 Treffern am Sonntag im Massenstart von Antholz, welche die Grundlage für den dritten Platz waren. Der Sprint-Olympiasieger brennt hinter dem norwegischen Dominator Johannes Thingnes Bö regelmäßig die schnellsten Zeiten in die Loipen, die ihn in die Lage versetzen, die Rennen offensiv zu gestalten. Wenn alles normal verläuft, wird das bei der WM auch zu mindestens einer Medaille führen.

Die Staffel-Breite in der Spitze fehlt

So erfreulich die Auftritte der beiden Olympia-Stars auch waren, die anderen deutschen Skijäger treten nur vereinzelt in den Mittelpunkt. So wie Franziska Preuß mit ihrem Sieg in Ruhpolding, Vanessa Hinz mit ihrem dritten Platz in Antholz oder Benedikt Doll in Oberhof und Ruhpolding. Wenn man sich die internationale Konkurrenz anschaut und bei den Männern plötzlich vier Franzosen unter den besten Fünf landen oder die italienischen Frauen zu einem Doppelsieg laufen, muss leider befürchtet werden: Gold in der Staffel, was jahrelang äußerst wahrscheinlich war, wird diesmal eher zu einer "Mission Impossible". Überhaupt das WM-Podest zu erreichen, wäre ein Erfolg. Stand jetzt.

Johannes Thingnes Bö winkt perfekte WM

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Einsame Spitze: Norwegens Dauersieger Johannes Thingnes Bö.

(Foto: dpa)

Elf Siege in 15 Rennen, rasante Schießeinlagen und ohne Konkurrenz in der Loipe: Der 25-Jährige ist das Maß der Dinge. Und er wird es in den kommenden Wochen auch bleiben. Bö kann sich eigentlich nur selbst schlagen - wie beispielsweise am Sonntag in Antholz. Da leistete er sich taktische Fehler, kam deshalb am Ende "nur" auf den zweiten Rang. Wenn der Norweger aus den wenigen Fehlern, die ihm in diesem Winter unterliefen, die richtigen Schlüsse zieht, könnte er in Östersund die perfekte WM mit sechsmal Gold liefern.

Bei den Frauen ist alles offen

Dahlmeier muss unzählige Rivalinnen auf dem Schirm haben. Während sich bei den Männern neben Bö nur drei weitere Athleten in die Siegerlisten eingetragen haben, gab es bei den Frauen in dieser Saison bereits acht Siegerinnen. Und die sind auch breit gemischt: Sie kommen aus Italien, Finnland, Norwegen, Tschechien, der Slowakei - und Deutschland.

Quelle: n-tv.de, cwo/sid

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