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97 Minuten lang verlangten sich München und Wolfsburg alles ab.
97 Minuten lang verlangten sich München und Wolfsburg alles ab.(Foto: imago/Nordphoto)
Sonntag, 09. April 2017

Eishockey-Finale als Drama: München beißt Grizzlys in DEL-Rekordspiel

Mit starkem Powerplay und Nerven aus Stahl schafft der EHC Red Bull München in einem Rekordspiel den ersten Schritt zur erneuten Eishockey-Meisterchaft. Die Grizzlys Wolfsburg fordern dem Meister aber alles ab - bis zum "plötzlichen Tod" in der zweiten Verlängerung.

Der "Plötzliche Tod" kam in der 97. Minute, dann durfte der Favorit aufatmen: Der EHC Red Bull München hat im längsten Final-Spiel in der Geschichte der Deutschen Eishockey Liga (DEL) einen ersten Schritt zur erfolgreichen Titelverteidigung getan. In der Neuauflage des Vorjahresfinales gewann die Mannschaft von Meistertrainer Don Jackson gegen die Grizzlys Wolfsburg die erste von maximal sieben Partien nach zweimaligem Rückstand im "Sudden Death" mit 3:2 (1:1, 1:1, 0:0, 1:0).

Den entscheidenden Treffer vor 6142 Zuschauern in der ausverkauften Olympia-Eishalle erzielte in der zweiten Verlängerung Dominik Kahun nach 96:12 Minuten Spielzeit. Es war damit das achtlängste Spiel der DEL-Geschichte, den Rekord halten mit 168:16 Minuten und sechs Verlängerungen seit dem 22. März 2008 Köln und Mannheim.

Armin Wurm (20.) und Sebastian Furchner (28.) hatten Wolfsburg zweimal in Führung gebracht, Brooks Macek (26.) und Yannic Seidenberg (35.) glichen jeweils in Überzahl für die aktiveren und über weite Strecken überlegenen Münchner aus. Spiel zwei findet am Dienstag in Wolfsburg statt.

Für die Grizzlys war es bei der dritten Finalteilnahme die achte Niederlage. 2011 hatten sie die damalige Serie "Best of Five" 0:3 gegen die Eisbären Berlin verloren, im vergangenen Jahr 0:4 gegen München.

Wurms Schlenzer bricht Torbann

Die Partie in München begann aber sehr ausgeglichen. Nach zehn Minuten war dann minutenlang starker Betrieb vor dem Tor von Wolfsburgs Torhüter Felix Brückmann, der mehrfach glänzend parierte. Zunächst hinter sich greifen aber musste Danny aus den Birken, bislang bester Torhüter in den Playoffs - 29 Sekunden vor Ende des ersten Drittels flog ein harmlos aussehender, aber platzierter Schlenzer von Wurm ins Münchner Tor.

München tat sich danach zu Beginn des zweiten Drittels zunächst schwer, ins Spiel zurückzufinden, durfte aber jubeln, als Wurm in Wolfsburger Unterzahl im Zweikampf mit Mads Christensen den Pass von Macek ins eigene Tor lenkte. Doch die nächste kalte Dusche folgte prompt: Die bekannt effizienten Grizzlys nutzten nur zweieinhalb Minuten später eine Konterchance durch Furchner, erneut in Überzahl gelang München durch Seidenberg aber der erneute Ausgleich. Verbissen versuchten die Münchner danach erstmals in Führung zu gehen. Brückmann stand immer wieder im Brennpunkt. Der verdiente Siegtreffer für die Roten Bullen schien nur eine Frage der Zeit - er fiel dann auch, allerdings mit Verspätung.

Quelle: n-tv.de

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