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Positiv-Tests, aber keine Bubble NFL trotz Corona-Chaos gegen Abschottung

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Für die NFL-Teams wird es wohl keine Blase aber dafür vielleicht einen 18. Spieltag geben.

(Foto: AP)

Die anderen US-Sportligen machen es in der Corona-Krise erfolgreich vor´: Um die Gefahr einer Ansteckung zu minimieren und den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten, wählen NBA und Co. die sogenannte Bubble-Variante. Die Football-Liga NFL will aber trotz vieler Infizierter weiter quer durchs Land reisen.

Nach den jüngsten Coronafällen sieht die US-Football-Profiliga NFL von einer "Bubble"-Lösung für ihre Playoffs ab. "Wir halten das nicht für die sicherste Vorgehensweise. Wir alle müssen erkennen, dass es keine perfekten Lösungen gibt", sagte NFL-Chefmediziner Allen Sills. Zuletzt hatte das Online-Portal "The Athletic" berichtet, dass die NFL eine Blase als Lösung für die Postseason in Erwägung ziehe und dabei Los Angeles oder Dallas als Standorte ins Spiel gebracht. Das geschlossene System war zuvor von anderen Ligen wie der NBA im Basketball, der NHL im Eishockey oder der MLB im Baseball angewandt worden.

Eine Verlängerung der regulären Saison sei nicht ausgeschlossen. "Flexibilität wird entscheidend sein", betont Ligaboss Roger Goodell bei einer Medienrunde und warnt dabei die Klubs: "Wir können nicht selbstgefällig werden, nicht die Spieler, nicht die Trainer, nicht der Rest unseres Personals. 90 Prozent sind in dieser Umgebung nicht gut genug. Wir müssen unglaublich fleißig und diszipliniert sein.

In den Wochen zuvor stellten Coronafälle und daraus resultierende Spielverlegungen die Planungen der NFL gehörig auf den Kopf. Vor dem fünften Spieltag am vergangenen Wochenende hatte die Liga gleich drei Partien verschoben, außerdem mussten die Trainingseinrichtungen einiger Teams geschlossen werden. So mussten etwa die Tennessee Titans, die 24 Coronafälle bei Spielern und Mitarbeitern zu verzeichnen hatten, außerhalb ihrer Anlagen trainieren. In der Nacht zu Mittwoch griffen sie nach mehr als zweiwöchiger Pause erstmals wieder ins Geschehen ein und fügten den Buffalo Bills beim 42:16 die erste Niederlage der laufenden Saison zu. Damit bleiben die Titans als eines von vier Teams ungeschlagen.

Neue Corona-Maßnahmen nach Titans-Ausbruch

Als Konsequenz aus dem Corona-Ausbruch im Team der Titans hat die NFL ihre Regeln zum Schutz vor dem Virus angepasst. Vom kommenden Spieltag an soll es noch am gleichen Tag einen PCR-Test geben. Darüber hinaus sollen nur Trainer, die Spielzüge ansagen, an der Seitenlinie ein Plastikschild anstelle einer Mund-Nasen-Bedeckung tragen dürfen. "

Wie die NFL zuvor mitgeteilt hatte, gab es seit Beginn der von der Liga koordinierten Tests am 1. August 39 mit dem Coronavirus infizierte Spieler und dazu 60 weitere Fälle in den Mannschaften unter Betreuern und Trainern. 24 positive Tests entfielen zuletzt allein auf die Titans, deren Trainingsgelände deswegen tagelang nicht genutzt werden durfte. Die NFL musste mehrere Spiele neu ansetzen. Im Gegensatz zur NHL und der NBA, die ihre unterbrochenen Spielzeiten in Blasen zu Ende gebracht und Meister gekürt hatten, verzichtet die NFL auf eine solche Abschottung ganzer Teams. Die Spieler wohnen in ihren Häusern und Wohnungen, sind aber zu verantwortungsvollem Verhalten aufgerufen und müssen strenge Hygieneregeln befolgen.

Wie es zu dem Ausbruch bei den Titans und der Infektion mehrerer anderer Profis, darunter auch Quarterback Cam Newton von den New England Patriots, kommen konnte, ist unklar.

Quelle: ntv.de, dhe/sid