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"Problem" mit Schröder und Co. Nationalspieler beklagt Star-Privilegien

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Dennis Schröder muss sich harte Kritik von mehreren Seiten gefallen lassen.

(Foto: dpa)

Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft scheitert bei der WM bereits in der Gruppenphase. Der vor dem Turnier in China aussortierte Nationalspieler Bastian Doreth kritisiert nun die bevorzugte Behandlung der Topstars im Team. Das sei "ein schwieriges Zeichen".

Der langjährige Nationalspieler Bastian Doreth hat eine bevorzugte Behandlung von Topstars wie Dennis Schröder im Team der deutschen Basketballer durch den Verband kritisiert. "Ich glaube, dass es diese Probleme nicht erst seit diesem Sommer gibt. Es werden gewissen Spielern von Seiten des DBB, auch von ganz oben, teilweise gewisse Privilegien, die sie sich vielleicht auch verdient haben, zugestanden. Das ist immer ein schwieriges Zeichen", sagte Doreth im Podcast "Abteilung Basketball" von Magentasport.

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Bastian Doreth kritisiert die deutschen Basketball-Stars.

(Foto: dpa)

In der Nationalmannschaft sollten "gewisse Werte vorgelebt werden", beispielsweise dass alle Spieler gleich seien, sagte der 30 Jahre alte Doreth, der bis zuletzt Co-Kapitän war. "Da ist es schon ein Problem, wenn man als Spieler, der nicht Dennis oder Daniel (Theis, Anm.d.Red.) oder keine Ahnung wer ist, das so ein bisschen merkt. Dann kann man damit vielleicht klarkommen, das ist auch erstmal kein großes Thema. Wenn es dann nicht so gut läuft, wird es aber zu einem großen Thema."

Es sei keine Frage, dass man als Superstar Verpflichtungen habe, betonte Doreth. "Wenn das aber zur Regelmäßigkeit wird und das immer geduldet wird und da immer Abstriche gemacht werden, ist es schwierig, eine so feste Teamchemie zu schaffen, die auch wirklichen Druck aushält."

Doreth war vor der WM aussortiert worden

Das Team des Deutschen Basketball Bunds war bei der WM in China bereits in der Vorrunde gescheitert, hatte mit dem enttäuschenden 18. Platz zumindest noch den Sprung zu einem Qualifikationsturnier für Olympia 2020 in Tokio geschafft. Der erfahrene Aufbauspieler Doreth von Medi Bayreuth hatte alle zwölf WM-Qualifikationsspiele absolviert, war von Bundestrainer Henrik Rödl aber nicht für das Turnier nominiert worden. Grund sei der Modus der Qualifikation, so Rödl. Statt wie sonst über Qualifikationsturniere nach Saisonende wird diese nun während der Spielzeit in neu eingeführten Länderspiel-Fenstern ausgetragen - ähnlich wie im Fußball.

Da aber weder die US-Liga NBA noch der stärkste europäische Wettbewerb, die Euroleague, dafür ihren Spielbetrieb unterbrechen noch für die dort aktiven Teams eine Abstellungspflicht besteht, musste Rödl auf die dort aktiven Spieler verzichten. So liefen etwa Doreth oder Karsten Tadda (EWE Baskets Oldenburg) in der Quali auf, während die NBA-Profis Schröder, Theis und auch Maximilian Kleber erst in der unmittelbaren Turniervorbereitung zum Team stießen. Doreth und Tadda blieben außen vor. Rödl dazu: "Gespräche mit Spielern zu führen, die dann nicht dabei sind, ist ein Teil meiner Arbeit, der nicht besonders schön ist."

Marko Pesic, der Geschäftsführer der Basketball-Abteilung des FC Bayern, hatte bei Magentasport ebenfalls Kritik geäußert, allerdings an Schröder direkt: "Ich bin der Meinung, dass er kein Anführer ist. Er ist der beste Spieler, aber kein Anführer." Weiter sagte er: "Um Anführer zu sein, ist die wichtigste Voraussetzung: Leute müssen dir folgen." Schröder hatte schon vorher zur Leader-Rolle gesagt: "Entweder ich spiele mein Spiel oder ich spiele gar nicht. Ich versuche, meine Spieler in Szene zu setzen."

Quelle: n-tv.de, ara/dpa

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