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Sorge um Formel-1-Legende Niki Lauda wird Lunge transplantiert

Seit seinem Horrorunfall auf dem Nürburgring 1976 hat Formel-1-Fahrer Niki Lauda mit den gesundheitlichen Folgen zu kämpfen. Nun muss sich der Österreicher einem komplizierten Eingriff unterziehen. Das Alpenland bangt um sein Motorsportidol.

Formel-1-Legende Niki Lauda hat sich in Wien überraschend einer Lungentransplantation unterziehen müssen. Das Allgemeine Krankenhaus in Wien berichtete über die Operation, ohne Angaben über den Gesundheitszustand des 69-Jährigen zu machen. Die Klinik habe die Mitteilung in Absprache mit der Familie veröffentlicht, sagte Sprecherin Karin Fehringer. "Wir bitten um Verständnis, dass die Familie keine öffentlichen Statements abgeben wird und ersuchen die Privatsphäre von Familie Lauda zu wahren", hieß es darin.

Laut ORF befindet sich der Aufsichtsratschef des Mercedes-Werksteams in einem äußerst ernsten Zustand. Nach Informationen der Tageszeitung  "Österreich" hatte sich Lauda zuletzt im Urlaub auf Ibiza eine Sommergrippe eingefangen und sich wegen der Probleme ins Wiener Klinikum begeben.

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Nach einem zwischenzeitlichen Aufenthalt auf der Intensivstation wurde er auf eine normale Station verlegt, es ging ihm wieder besser - bis am Donnerstag der schwere Rückschlag erfolgte. Lauda hat dem Krankenhaus zufolge eine schwere Lungenerkrankung gehabt. Das Unternehmen Laudamotion wollte sich nicht weiter äußern, wie eine Sprecherin sagte.

Lauda war zuletzt auch nicht bei den Formel-1-Rennen in Hockenheim (22. Juli) und Ungarn (29. Juli) dabei gewesen. "Ich wünsche Niki Lauda und seiner Familie viel Kraft in der nächsten Zeit! Du bist ein Stehaufmännchen!!!", twitterte Deutschlands Tennis-Legende Boris Becker.

Lauda bekam auch zwei neue Nieren

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Niki Lauda gab rund fünf Wochen nach seinem schweren Unfall auf dem Nürburgring mit vernarbtem Gesicht, Kopfbandage und Brandwunden eine Pressekonferenz.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Formel-1-Pilot war seit seinem Horrorunfall 1976 auf dem Nürburgring gesundheitlich angeschlagen. Er hatte den Unfall mit schweren Verbrennungen wie durch ein Wunder überlebt. Seine Lunge wurde dabei teilweise mit giftigen Dämpfen verätzt. Lauda hatte auf der Nordschleife die Kontrolle über seinen Ferrari verloren und war in eine Felswand gekracht, es dauerte endlose 55 Sekunden, ehe der begnadete Rennfahrer aus dem Wrack gezogen werden konnte.

Später sprach Lauda von "meinem Barbecue", wenn er von dem Horrorunfall redete, der sein Gesicht entstellte. Als Spätfolge des Unfalls musste er sich bereits zweimal einer Nierentransplantation unterziehen. Eine Niere spendete ihm 1997 sein Bruder Florian, eine weitere 2005 seine spätere Ehefrau Birgit. Mit ihr hat Lauda achtjährige Zwillinge - Max und Mia. Aus seiner ersten Ehe hat er zwei Söhne Lukas und Mathias.

Legendär wurde Lauda, weil er nur 42 Tage nach dem Feuerunfall bereits wieder im Cockpit seines Rennwagens saß. Das folgende WM-Duell mit dem Briten James Hunt war 2013 im Film "Rush" im Kino zu sehen. Bei seinem ersten Rennen nach dem Unfall wurde er in Monza Vierter. "Die schnelle Rückkehr gehörte zu meiner Strategie, nicht lange daheim zu sitzen und darüber nachzugrübeln, warum und wieso mir das Ganze widerfahren ist", sagte er später.

Ehrgeiziger Wiener ist erfolgreicher Unternehmer

Lauda gewann den WM-Titel dreimal: 1975, 1977 und 1984. Nach seinem Unfall macht er eine rote Kappe zu seinem Markenzeichen. Er trug sie anfangs, damit der Verband auf seiner verbrannten Kopfhaut beim Abnehmen des Rennfahrerhelms nicht verrutschte. Später nutzte er sie als Werbefläche für seine unternehmerischen Aktivitäten.

Im Gegensatz zu Hunt, der früh gestorben ist, gelang dem ehrgeizigen Wiener aus einer Industriellenfamilie ein bruchloser Übergang in ein Leben als erfolgreicher Unternehmer. Der begeisterte Pilot gründete mit Lauda Air seine eigene Fluglinie. Die Fluglinie wurde Ende der 1990er- Jahre an den Konkurrenten Austrian Airlines (AUA) verkauft. 2003 ging er mit einer neuen Flotte unter dem Namen "Niki" an den Start.

Bei Niki stieg ihr streitlustiger Gründer 2011 aus und überließ Air Berlin das Ruder. Mit der Firma Laudamotion ist er Anfang 2016 ins Geschäft mit Privatjets eingestiegen. Nach den Pleiten von Air Berlin und Niki übernahm er das Ruder bei Niki aber erneut und brachte das Unternehmen unter dem Namen Laudamotion erneut an den Start. Wenig später holte er Ryanair als neuen Anteilseigner ins Boot.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/sid

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