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Sensationssieg im Zehnkampf Niklas Kaul holt Gold für Deutschland

Neuer Weltmeister in der Königsdisziplin der Leichtathleten ist ein Deutscher: Niklas Kaul aus Mainz gewinnt bei der Leichtathletik-WM in Doha überraschend die Goldmedaille. In einer spektakulären Aufholjagd lässt der 21-jährige Lehramtsstudent die Weltspitze hinter sich.

Der neue König der Athleten kommt aus Deutschland: Der Zehnkämpfer Niklas Kaul hat bei der Leichtathletik-WM in Doha für eine Sensation gesorgt. Als zweiter Deutscher überhaupt konnte der erst 21 Jahre alte Mainzer bei seinem WM-Debüt völlig unerwartet WM-Gold gewinnen. Mit 8691 Punkten eroberte der neue "Zehnkampf-König" in der Nacht zum Freitag nach einer fantastischen Aufholjagd noch Platz eins. Silber und Bronze gingen an Maicel Uibo aus Estland (8604) und Damian Warner aus Kanada (8529). Der Ulmer Tim Nowak erreichte Rang 10.

Weltrekordler und Titelverteidiger Kevin Mayer aus Frankreich musste wegen Achillessehnenproblemen während des Stabhochsprungs aufgeben. Kaul lag nach den fünf Disziplinen des ersten Wettkampftages nur an elfter Stelle und sprach mit Blick auf den zweiten Wettkampftag davon, "Schadensbegrenzung" betreiben zu wollen. Dabei war der angehende Lehrer Kaul nur mit der Absicht nach Katar angereist, "Spaß am Zehnkampf" zu haben.

Zehnkampf-Experte tief beeindruckt

Besonders viel Vergnügen hatte der Lehramtsstudent für Physik und Sport diesmal offensichtlich am Speerwurf, seiner Lieblingsdisziplin im Mehrkampf. Hier legt der Mainzer die Grundlage für seinen Gold-Coup: Nach einer spektakulären Aufholjagd in der Punktewertung schleuderte er den Speer 79,05 Meter weit. Damit konnte Kaul seine persönliche Bestweite unter WM-Bedingungen um volle 56 Zentimeter steigern - das gab satte 1028 Punkte.

"Dafür muss man eine Peitsche im Arm haben", sagte ARD-Experte Frank Busemann, der Olympia-Zweite von 1996, begeistert von Kauls Super-Speerwurf. Schon vor der WM hatte er dessen Abgeklärtheit großen Respekt gezollt: "Als wäre er schon zehn Jahre auf höchstem Niveau dabei."

Gold für Kaul, Bronze für Schwanitz

Zugleich katapultierte er sich mit dieser Leistung auf Platz drei in der laufenden Zehnkampfwertung. Vor dem abschließenden Lauf über 1500 Meter war er nur noch 19 Punkte von dem bis dahin an der Spitze liegenden Uibo entfernt.

Am Ende triumphierte der U23-Europameister mit sagenhaften 8691 Zählern. Kaul erreichte damit in Doha seine persönliche Bestleistung in der Punktewertung. Der Sensationserfolg des jungen Ausnahmeathleten Kaul sichert dem deutschen Team zugleich den zweiten Podestplatz des Abends und die insgesamt dritte Medaille bei der diesjährigen Leichtathletik-WM.

Brückenschlag in die deutsche Geschichte

Zuvor hatte Kugelstoßerin Christina Schwanitz gut zwei Jahre nach der Geburt ihrer Zwillinge noch einmal Bronze erkämpft - nach dem Coup in Doha bejubelte die 33-Jährige die ersehnte Medaille. Damit starten die deutschen Leichtathleten mit einer motivierenden Zwischenbilanz und drei Medaillen ins letzte Wochenende: Gold durch Kaul, Bronze durch Schwanitz und Hindernisläuferin Gesa Krause.

30 Jahre nach dem Mauerfall gelang Kaul am Tag der deutschen Einheit zugleich ein Brückenschlag in die deutsche Leichtathletik-Geschichte: Als bisher einziger Deutscher hatte vor 32 Jahren Torsten Voss bei der WM in Rom Zehnkampf-Gold gewonnen - damals noch für die DDR.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa/sid

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