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Serbe kämpft um die Liebe der Fans Novak Djokovic eifert Steffi Graf nach

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Zufrieden, aber längst nicht satt: Novak Djokovic hat für 2016 Ziele in historischer Dimension.

(Foto: imago/Xinhua)

Novak Djokovic schwebt nach seinem Triumph beim ATP-Finale und seiner bislang besten Saison auf Wolke sieben. 2016 will er den Kampf um den Golden Slam angehen - und noch ein anderes, ein ganz besonderes Ziel treibt ihn an.

Nach der Krönung einer Traumsaison setzte Novak Djokovic erst einmal Prioritäten. Zärtlich nahm der weltbeste Tennisspieler seine Frau Jelena in den Arm. "Sie und mein kleiner Sohn werden in den kommenden Wochen mein Urlaub sein. Das ist alles, woran ich im Moment denke. Ich muss meinen Akku wieder aufladen", sagte Djokovic nach dem 6:3, 6:4 im Endspiel des ATP-Saisonfinales gegen seinen Erzrivalen Roger Federer. In den tristen Katakomben der Londoner Arena kam endlich auch Jelena Djokovic zu ihrem Recht.

Ein Kuschelmoment mit Becker

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Ein absolutes Erfolgs-Duo: Novak Djokovic und Boris Becker.

(Foto: dpa)

Zuvor hatte ihr Mann vor allen Dingen Geburtstagskind Boris Becker geherzt. Beim Jubelsturm in der Box hielt das Erfolgs-Duo dann gemeinsam für einen kurzen Moment inne, ganz so, als wollten Becker und Djokovic alle elf Titel 2015 noch einmal Revue passieren lassen. Einzig bei den French Open hatte der 28-Jährige das Finale gegen den Schweizer Stan Wawrinka verloren und damit den Grand Slam verpasst.

"Diese Saison war die bislang beste meiner Karriere", meinte Djokovic: "Und sie gibt mir viel Selbstvertrauen für die Zukunft." Eine Zukunft, in der es für "Nole" primär eigentlich nur um zwei Dinge gehen kann: Um den Grand Slam und um die Herzen der Fans. Rein sportlich ist er längst die unangefochtene Nummer eins. Mit einer besseren Siegquote als Djokovic in dieser Saison hatten bislang nur John McEnroe (1984), Jimmy Connors (1974) und Federer (2005 und 2006) ihre erfolgreichsten Jahre abgeschlossen.

Die Herausforderung heißt "Golden Slam"

Und 2016 wartet dank der Olympischen Spiele in Rio auf den "Djoker" sogar eine besondere Herausforderung, die da heißt: Golden Slam. Als bisher einziger Tennisprofi hatte Steffi Graf 1988 den exklusiven Mix aus vier Majors und der olympischen Goldmedaille gewonnen. "Sommerspiele sind natürlich immer etwas Besonderes, weil sie nur alle vier Jahre stattfinden", meinte Djokovic, dem außerdem ein Triumph bei den French Open noch in seinem Grand-Slam-Potpourri fehlt: "Der Sieg in Roland Garros ist natürlich eines der größten Ziele, was ich jedes Jahr habe."

Und auch um die Liebe des Publikums wird der Vater des einjährigen Stefan weiter kämpfen. Die gehört nämlich nach wie vor Gentleman Federer und dem großen Kämpfer Rafael Nadal. Für US-Ikone McEnroe ist Djokovic "der Bösewicht", der eigentlich nichts falsch gemacht habe. "80 Prozent seiner Zeit verbringt er damit, seine Gegner zu zerstören. 20 Prozent damit, die Gunst des Publikums für sich zu gewinnen", sagte McEnroe unlängst.

Für Djokovics Coach Becker sind in dieser Hinsicht weitere Siege der Schlüssel zum Erfolg. "Novak gehört immer mehr zu den Besten der Tennis-Geschichte. Und dann kommen automatisch auch irgendwann mehr Anerkennung und Respekt", glaubt der dreimalige Wimbledonsieger. Angst davor, dass der zehnmalige Grand-Slam-Champion Djokovic bald satt sein könnte, hat Becker nicht: "Man will immer mehr gewinnen, das ist die stärkste Droge. Wenn man dieses Gefühl beim Matchball einmal gespürt hat, möchte man das immer wieder." Erst einmal ist im Hause Djokovic aber Urlaub angesagt. "Ganz ohne TV-Kameras", betonte Jelena. Und ihr Novak nickte zustimmend.

Quelle: ntv.de, Ulrike Weinrich, sid