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Mit dem Auto nach Deutschland Putin zwingt DBB-Star zum Abschied aus Moskau

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Vor seinem Wechsel nach Moskau spielte Voigtmann für Jena, Frankfurt und Vitoria-Gasteiz.

(Foto: imago images/camera4+)

Eigentlich läuft sein Vertrag bei ZSKA Moskau noch bis 2023. Doch für Johannes Voigtmann ist der Abschied aus der russischen Hauptstadt ein endgültiger. Der Basketball-Nationalspieler sieht keine Basis für eine weitere Zusammenarbeit. Vor der Suche nach einem neuen Klub sind noch Fragen zu beantworten.

Der bis zuletzt in Russland aktive Basketball-Nationalspieler Johannes Voigtmann kann sich derzeit keine Zukunft bei ZSKA Moskau vorstellen. "Selbst wenn der Krieg hoffentlich bald endet, ist ja nicht plötzlich alles wie früher. Mein Agent versucht deshalb mit den ZSKA-Verantwortlichen eine gute Lösung für meine Vertragslage zu finden", sagte der 29-Jährige dem "Kicker": "Es gibt allerdings für die aktuelle Situation keinen Präzedenzfall, das ist für alle Neuland."

Voigtmanns Vertrag bei ZSKA läuft noch bis Sommer 2023, der Center hatte Russland nach Beginn des Angriffskriegs in der Ukraine rasch verlassen. Zunächst sei er überrascht gewesen "von der schrecklichen Nachricht über den von Russland in der Ukraine begonnenen Krieg", doch "nach ein, zwei Tagen Bedenkzeit stand der Entschluss fest, dass ich nicht in Moskau bleiben möchte". 2019 war es aus dem spanischen Vitoria-Gasteiz nach Russland gewechselt.

Familie blieb direkt in Deutschland

In der aktuellen Situation "kann ich es nicht mit mir vereinbaren, für ein russisches Team Wettkämpfe auszutragen, wo es am Ende um Sieger und Verlierer geht. Auch wenn es nur um Basketball geht, beinhaltet das eine Symbolik, die aus meiner Sicht derzeit unangebracht ist", führte er aus. "Der russische Staatspräsident hat einen brutalen Angriffskrieg zu verantworten, wegen dem unschuldige Menschen in der Ukraine sterben, Millionen von Menschen aus ihrer Heimat fliehen müssen, gerade auch Kinder ihr Zuhause oder gar ihr Leben verlieren. Da konnte ich einfach nicht in Russland bleiben und weitermachen, als sei nichts passiert."

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Seine Frau und die beiden Söhne hatten Voigtmann am 24. Februar zum Auswärtsspiel bei Bayern München begleitet, sie blieben dann direkt in Deutschland. Voigtmann selbst reiste nochmals zurück nach Moskau, um den Familienhund und einige Gegenstände aus der Wohnung zu holen. Anschließend trat er die Reise nach Deutschland mit dem Auto an.

Die Basketball-Euroleague hatte als Reaktion auf den Angriff Russlands auf die Ukraine vorläufig alle russischen Teams suspendiert. Sollte nicht zeitnah Besserung eintreten, werden alle bisherigen Spiele mit Beteiligung russischer Teams annulliert, um die Tabelle auszugleichen. Neben Moskau sind davon auch UNICS Kasan und Zenit St. Petersburg betroffen.

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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