Fußball

Fußballer äußern sich zum Krieg Schewtschenko drastisch: Putin ist ein "Mörder"

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Bis Mitte Januar trainierte Schewtschenko den CFC Genua in Italien.

(Foto: imago images/sportphoto24)

Emotional appelliert Andrej Schewtschenko dafür, seiner ukrainischen Heimat zu helfen. Die Familie des Ex-Fußballstars hält sich noch in Kiew auf. Für Russlands Präsidenten Wladimir Putin bleibt nur Verachtung übrig. Ein russischer Nationalspieler sieht das trotz Angriffskrieg anders.

Der ukrainische Fußball-Nationalheld Andrej Schewtschenko nennt Russlands Staatspräsidenten Wladimir Putin einen "Mörder" und bangt um seine Familie. "Ich habe versucht, meine Mutter und andere Angehörige dazu zu bringen, nach London zu kommen, aber sie wollen Kiew nicht verlassen. Das ist der ukrainische Geist", sagte Schewtschenko der italienischen Zeitung "La Repubblica".

Seit dem russischen Angriff konzentriere er sich Tag und Nacht nur darauf, wie er seinem Land und seinem Volk helfen könne. "Ich denke daran, wie ich Spenden sammeln kann, wie ich sicherstellen kann, dass der Rest der Welt ständig über die Tragödie in der Ukraine informiert ist", sagte der 49-Jährige, der 2004 den Ballon D'Or als Europas Fußballer des Jahres gewonnen und zuletzt den CFC Genua trainiert hatte.

In seiner Videobotschaft vor dem Mailänder Pokal-Derby hatte Schewtschenko einen Appell für Frieden und Unterstützung verlesen: "Wir brauchen Hilfe, wir brauchen Medikamente. Dies ist einer der schwierigsten Momente in der ukrainischen Geschichte, auch wenn das Volk geeint ist. Jede Minute Verzögerung kann tödlich sein, die Zeit drängt." Schewtschenko begann seine Karriere einst bei Dynamo Kiew und kehrte dorthin nach Stationen beim AC Mailand und FC Chelsea auch für seine letzten aktiven Saisons wieder zurück.

"Das kann uns nicht kränken"

Der russische Fußball-Nationalspieler Artjom Dsjuba kritisierte derweil den Umgang mit russischen Sportlern während des Ukraine-Krieges. "Krieg ist beängstigend. Aber ich bin schockiert von menschlicher Aggression und Hass", schrieb der Fußballer auf Instagram. "Ich bin gegen eine Diskriminierung auf Grundlage von Nationalität."

Er schäme sich nicht für seine Nationalität. "Ich bin stolz, Russe zu sein. Und ich verstehe nicht, warum Athleten leiden müssen", schrieb Dsjuba, der aktuell in St. Petersburg spielt. Er sei gegen eine Doppelmoral. "Warum sagen immer alle, dass sich der Sport aus der Politik raushalten soll, aber bei erster Gelegenheit, wenn es gegen Russland geht, wird dieses Prinzip vollständig vergessen?" Angesichts dieser gerne bemühten angeblichen Trennung von Sport und Politik hatte der deutsche Formel-1-Pilot Sebastian Vettel seine klare öffentliche Ablehnung des russischen Angriffskriegs jüngst so begründet: "Es gibt gewisse Themen, zu denen kann man nicht schweigen."

Dsjuba dagegen schrieb mit Blick auf andere Sportler, die das Verhalten der russischen Athleten in den vergangenen Tagen kritisiert hatten: "Der Krieg wird enden, aber menschliche Beziehungen bleiben", und "an einige Kollegen, die in Villen in England auf ihrem Hintern hocken und böse Dinge sagen: Das kann uns nicht kränken!"

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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