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Schlüsselrolle neu zu vergeben Sanés Confed-Aus zwingt Löw zum Puzzeln

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Kein Confed-Cup: Leroy Sané lässt sich im Sommer an der Nase operieren.

(Foto: imago/Nordphoto)

Die nächste Absage für Joachim Löw: Der Bundestrainer muss beim Confed-Cup in Russland nun auch noch auf Leroy Sané verzichten. Der Youngster unterzieht sich einer Nasen-OP. Ist das die Chance für Max Kruse? Oder muss das U21-Team "leiden".

Jetzt also die Nase von Leroy Sané. Weil sich der Jungstar von Manchester City operieren lässt, muss Bundestrainer Joachim Löw seine Planungen für den ungeliebten Confed Cup in Russland (17. Juni bis 2. Juli) erneut umwerfen. Sané, dem bei der "Mini-WM" eine Schlüsselrolle zugedacht war, sagte Löw ab - wie fast alle Weltmeister und viele weitere gestandene Nationalspieler vor ihm.

"Ich wäre gern in Russland dabei gewesen", behauptete Sané in einer Mitteilung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Nun habe er sich allerdings "in Rücksprache mit den Ärzten entschieden, die Sommerpause für diesen Eingriff zu nutzen, um danach beschwerdefrei in die neue Saison zu starten". Ähnlich hatte sich zuletzt Sanés früherer Klubkollege Benedikt Höwedes geäußert, der sich vergangenen Mittwoch einer Leisten-OP unterzogen hatte.

Klinik statt Confed-Cup. Weil viele andere schwer belastete Weltmeister und gestandene Nationalspieler lieber urlauben oder verletzt sind, hatte Löw in der vergangenen Woche gleich sieben Neulinge in seinen 23-köpfigen Kader für das "Perspektivturnier" berufen, das er als "Zwischenstation" und "gutes Warm-up" für die WM 2018 sieht. Diese stehe "über allem", betonte der Bundestrainer, die erfolgreiche Titelverteidigung sei "unsere Mission" und "Ziel für die Ewigkeit".

Wer wird der Ersatzmann?

Dafür wollte Löw aber gerade Leute wie Sané im Duell mit internationalen Top-Stars wie etwa den Chilenen Arturo Vidal oder Alexis Sánchez sehen, die in Gruppe B Gegner der DFB-Elf sind. Dass der 21-Jährige, der auch für die U21-EM in Polen (16. bis 30. Juni) in Frage gekommen wäre, nun die OP vorzieht, dürfte Löw nicht gefallen. Ohne Sané, der auch für die Länderspiele in Kopenhagen gegen Dänemark (6. Juni) und in Nürnberg gegen San Marino (WM-Qualifikation, 10. Juni) absagte, kommt Löws Kader noch auf 150 Länderspiele - so viele wie Rekordnationalspieler Lothar Matthäus alleine.

Löw steht nun vor der kniffligen Aufgabe, bis zur endgültigen Kader-Bekanntgabe beim Weltverband Fifa am 7. Juni Ersatz zu finden. Nimmt er U21-Trainer Stefan Kuntz einen weiteren, wichtigen Spieler wie Serge Gnabry oder Max Meyer weg? Oder holt er nun doch Max Kruse zurück? Wenig wahrscheinlich ist, dass er Mario Gomez oder Marco Reus aktiviert.

Sicher fehlen werden der verletzte Kapitän Manuel Neuer sowie die verletzten oder geschonten Weltmeister Jerome Boateng, Mats Hummels, Benedikt Höwedes, Sami Khedira, Mesut Özil, Toni Kroos, Thomas Müller und Mario Götze. Reus hatte Löw abgesagt, auf Gomez verzichtete er. Auch Ilkay Gündogan, Julian Weigl oder Kevin Volland sind verletzt.

Der Weltmeister trifft beim Acht-Nationen-Turnier in Gruppe B in Sotschi und Kasan auf Asienmeister Australien (19. Juni), Copa-América-Sieger Chile (22. Juni) und Afrikameister Kamerun (25. Juni). Löw hofft auf "wichtige Erkenntnisse auf dem Weg zur WM". Und darauf, dass er nicht noch einmal zum Confed-Cup muss. "Ich wäre wahrscheinlich nicht traurig, wenn es ihn 2021 nicht mehr geben würde", sagte er.

Quelle: ntv.de, Marco Mader, sid