Sport

Eine schwierige Karriere-Phase Ski-Star Viktoria Rebensburg ist ratlos

d0c801d5c260c427dc1a064c5f469805.jpg

"Ich hatte es mir anders gewünscht", sagt Viktoria Rebensburg.

(Foto: dpa)

Im Riesenslalom nicht mehr top, im Speed zu wechselhaft: Deutschlands beste Skiläuferin Viktoria Rebensburg durchläuft eine der schwierigsten Phasen ihrer großen Karriere. Ans Aufhören denkt sie aber nicht, denn sie ist von ihrer Qualitäten nach wie vor überzeugt.

Ein dunkler Schatten hing über der "Kälberloch"-Piste, als Viktoria Rebensburg durch die Panoramakurve raste - und eine Welle übersah. Sie verpasste das folgende blaue Richtungstor klar, nach einer guten halben Minute war der Super-G im Rahmen der Weltcup-Kombination in Altenmark-Zauchensee für die beste deutsche Skirennläuferin beendet. Rebensburg fuhr mit hängenden Schultern zu Tal.

Rang 23 in der Abfahrt am Samstag und damit noch vier Plätze hinter der besten Deutschen Michaela Wenig, dann das Aus beim "besseren Training" am Sonntag - es war ein Wochenende zum Vergessen für Rebensburg. Wieder einmal. "Ich hatte es mir anders gewünscht", sagte sie, bei der Ursachenforschung klang die 30-Jährige ratlos. An der zehntägigen krankheitsbedingten Skipause über den Jahreswechsel habe es jedenfalls nicht gelegen, sagte sie.

Cheftrainer Jürgen Graller meinte: "Vicky ist momentan auf der Suche, die Selbstverständlichkeit ist nicht da." Tatsächlich durchläuft die Olympiasiegerin von 2010 eine der schwierigsten Phasen ihrer Karriere, die doch eigentlich so erfolgreich ist. In ihrer Paradedisziplin Riesenslalom hat sie den Anschluss an die Weltspitze verloren, zuletzt in Lienz fehlten ihr als 14. stolze 3,38 Sekunden auf Siegerin Mikaela Shiffrin aus den USA. Anfang Dezember gewann sie den Super-G von Lake Louise, insgesamt fehlt ihr im Speed aber die Konstanz. Eine weitere Podestplatzierung hat Rebensburg in diesem Winter nicht vorzuweisen.

"Der 'Riesen' ist einfach ihre Leidenschaft"

"Ich weiß trotzdem, dass ich es drauf habe", sagte sie zuletzt trotzig über die Probleme im Riesenslalom. Trainer Graller sieht das ähnlich, gibt aber zu bedenken, dass die Konkurrenz im Riesenslalom inzwischen "abartig" sei. Um ihr einstiges Niveau wieder zu erreichen, müsse Rebensburg "brutal arbeiten". Doch das ist wegen der Verpflichtungen im Speed oder aufgrund gesundheitlicher Probleme wie im Herbst (Rücken) oder zuletzt (grippaler Infekt) kaum möglich.

Graller sieht in Rebensburg "die geborene Athletin für den Super-G". Vor allem dort könne sie ihr feines Skigefühl ausspielen, das im Weltcup-Zirkus seinesgleichen sucht. Der Coach hätte wohl nichts dagegen, wenn sich Rebensburg entscheiden würde, klarer auf die Karte Speed zu setzen, wie es einst etwa Anja Pärson (Schweden) im Spätherbst ihrer Karriere tat. "Aber der 'Riesen' ist einfach ihre Leidenschaft."

Der Riesenslalom sei für sie "immer das Fundament", sagte Rebensburg, "wenn diese Basis mal nicht mehr da ist, gibt es mich auch nicht mehr." Also im Skirennsport. Ans baldige Aufhören aber denkt sie nicht. Sogar ein Start bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking, den sie eigentlich nicht geplant hatte, schien zuletzt wieder denkbar. Am Sonntag ging es für Rebensburg zunächst aber nach Flachau - trainieren.

Quelle: ntv.de, Marco Mader, sid