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Kobayashi top bei der Tournee Skispringer Eisenbichler verhaut Qualifikation

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"Jetzt habe ich mal einen verhauen": Markus Eisenbichler.

(Foto: imago/GEPA pictures)

Wie in Oberstdorf misslingt Markus Eisenbichler auch in Innsbruck der Qualifikations-Sprung. Der deutsche Skispringer will das fix abhaken, er ist ja bei der Vierschanzentournee immer noch Zweiter hinter dem Japaner Ryoyu Kobayashi. Olympiasieger Andreas Wellinger wirkt derweil immer ratloser.

Markus Eisenbichler wollte seinen misslungenen Flug ganz schnell wieder vergessen, Ryoyu Kobayashi bejubelte derweil im Gelben Trikot das Preisgeld von 5000 Euro. Im packenden Duell mit dem deutschen Herausforderer hat der Japaner in Innsbruck einen klaren Punktsieg gelandet und mit 126,5 Metern die Qualifikation gewonnen.

"Jetzt habe ich mal einen verhauen", sagte Eisenbichler, der im Flug mit den Armen wie wild gerudert hatte und schon nach 116 Metern landete. "Es war keine Granate, aber es war nur die Quali, Gott sei Dank", befand Eisenbichler. Da die Qualifikations-Punkte nicht zur Gesamtwertung zählen, kann der 27 Jahre alte deutsche Hoffnungsträger den Ausrutscher verkraften. "Abhaken, den Sprung", sagte Eisenbichler und richtete den Blick nach vorne auf das Bergisel-Springen am Freitag (ab 14 Uhr/ARD und Eurosport).

Dort kann sich der durchwachsene Qualifikationssprung theoretisch sogar positiv auswirken: Eisenbichler springt nun im ersten Durchgang etwa eine halbe Stunde vor Kobayashi, in dieser Zeitspanne können sich auf der stets unberechenbaren Schanze immer die Verhältnisse drehen. "Darüber mache ich mir überhaupt keine Gedanken", sagte Eisenbichler. "Es war eine ähnliche Quali wie in Oberstdorf, das passiert mal. Er weiß, was er zu tun hat. Das ist lösbar. Die Frage, wem die Schanze besser liegt, können wir erst morgen um 16 Uhr beantworten", sagte Bundestrainer Werner Schuster in der ARD.

"Markus muss jetzt wieder reinfinden"

Schon zum Auftakt im Allgäu war Eisenbichler die Qualifikation so misslungen, dass er als 30. in das Springen ging und sich von dort aus im Wettkampf an die Spitze setzte. Ihn und Seriensieger Kobayashi trennen in der Tournee-Gesamtwertung derzeit 2,3 Punkte, das sind weniger als eineinhalb Meter. "Markus muss jetzt wieder reinfinden, wir sind jetzt wieder im Alltag", forderte Schuster. Um den 49-Jährigen waren bei der dritten Tour-Station in Tirol wieder Gerüchte aufgekommen, weil Österreichs Sportdirektor Mario Stecher sich offen für eine Verpflichtung des Trainers mit auslaufendem Vertrag ausgesprochen hatte.

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"Wir sind jetzt wieder im Alltag": Werner Schuster.

(Foto: imago/Eibner Europa)

"Der DSV befindet sich derzeit in konstruktiven und sehr inhaltlichen Gesprächen mit Schuster", sagte dazu ein Sprecher des Deutschen Skiverbandes an der Schanze. Während der Tournee sind diese Gespräche zwar ausgesetzt, eine Entscheidung könnte aber noch vor der WM in Seefeld ab dem 19. Februar fallen. Für den ambitionierten Eisenbichler zählt die Trainerfrage derzeit nicht, er jagt nach dem größten Erfolg seiner Karriere. "Mir gibt es Sicherheit, dass ich auch mit einem wirklich schlechten Flug die Quali schaffe. Die letzten zwei Wettkämpfe sind Geschichte, wir müssen jetzt wieder ganz normal arbeiten. Ich fühle mich auch fit", erklärte Eisenbichler, der seine ersten Sprünge in Tirol noch einmal auf Video studieren möchte.

Neben Eisenbichler sind Karl Geiger (6.), Stephan Leyhe (8.), Richard Freitag (12.), Constantin Schmid (30.) und David Siegel (33.) qualifiziert. Die größte Mühe hatte Olympiasieger Andreas Wellinger, der nach zwei Nullnummern in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen in Innsbruck als 47. beinahe die Qualifikation verpasste. "Die Konstanz ist nicht da und dann ist es deutlich schwieriger, als man sich das vorstellt. Ich muss weitermachen und die Dinge stabilisieren", sagte ein etwas ratloser Wellinger, dem das Tief zusetzt. Am Freitag trifft er im K.o.-Duell auf den starken Österreicher Daniel Huber.

Quelle: ntv.de, Patrick Reichardt und Thomas Eßer, dpa