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Absage und arge Zweifel Tennis-Stars sorgen sich vor French Open

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Serena Williams wird in Paris wieder vor vielen Zuschauern antreten (wie hier 2018). Darüber hat die Amerikanerin Gesprächsbedarf.

(Foto: imago images/Kyodo News)

Die laufenden US Open fordern die Tennisprofis auch mit einer rigiden, nicht immer schlüssigen Corona-Strategie. Bei den unmittelbar folgenden French Open ändern sich manche Dinge schlagartig: Tausende Zuschauer sollen zu den Courts strömen. Das ist für Serena Williams ein Problem.

Serena Williams hat ihre Teilnahme an den French Open in Paris (27. September bis 11. Oktober) noch offen gelassen und vor einer Entscheidung noch Fragen an die Veranstalter. "Ich muss die beste Entscheidung für meine Gesundheit treffen", sagte die 38 Jahre alte Amerikanerin nach ihrem Viertelfinaleinzug bei den US Open. "Vielleicht ist es gut für mich, mit den Organisatoren zu sprechen, um zu sehen, wie es mit dem Publikum funktioniert und wie wir geschützt werden." Aufgrund ihrer gesundheitlichen Probleme in der Vergangenheit sei sie in der Coronavirus-Krise besonders vorsichtig. "In Paris müssen sie die beste Entscheidung für ihr Turnier treffen, aber ich muss die beste Entscheidung für mich treffen. Und wenn es um die Gesundheit geht, bin ich sehr konservativ."

Knapp drei Wochen vor dem Beginn der French Open hatten die Turnierveranstalter am Montag ihr Hygienekonzept vorgestellt und die Zahl der zugelassenen Zuschauer deutlich reduziert. Statt der ursprünglich geplanten 20.000 Menschen pro Tag dürften bei dem Grand-Slam-Turnier nun 11.500 Zuschauer auf die Anlage. Das Gelände solle dabei in drei voneinander abgetrennte Zonen aufgeteilt werden, in denen jeweils die größten Arenen der Anlage stehen.

Ein Wechsel von einer Zone in eine andere ist nach Angaben der Organisatoren nicht möglich. Verbandschef Bernard Giudicelli hatte zuvor in einem Interview der "L'Equipe" erklärt, dass er trotz der Coronavirus-Pandemie fest davon ausgehe, dass anders als bei den derzeit in New York stattfindenden US Open Zuschauer im Stade Roland Garros dabei sein können.

Anders als bei den US Open, wo zum Beispiel der am Sonntag ausgeschlossene Weltranglisten-Erste Novak Djokovic in einem extra angemieteten Haus gewohnt hatte, sollen in Paris alle Profis in Hotels wohnen. "Ich darf nicht in mein privates Apartment, aber Zuschauer sind zugelassen, wow, da muss ich erstmal drüber nachdenken", kommentierte Williams die französische Strategie. Man werde keinen Sonderstatus tolerieren, unterstrich Giudicelli.

"Gesundheit immer erste Priorität"

Die Weltranglistenerste Ashleigh Barty hat, anders als Williams, bereits eine definitive Entscheidung getroffen: Die Australierin, Gewinnerin von 2019, wird ihren Titel nicht verteidigen. Die 24-Jährige führte vor allem gesundheitliche Risiken für ihren Teilnahmeverzicht an. Außerdem habe sie sich wegen der Einreisesperre ihres Trainers nicht angemessen auf den den Sandplatz-Klassiker in Paris vorbereiten können.

Ihre Teilnahme an den derzeit laufenden US Open hatte Barty ebenfalls abgesagt. "Die letztjährigen French Open waren das besonderste Turnier meiner Karriere, daher ist mir diese Entscheidung nicht leicht gefallen", schrieb sie auf Instagram. "Die Gesundheit und das Wohlergehen meiner Familie und meines Teams werden immer meine erste Priorität sein."

Deutschlands beste Tennisspielerin Angelique Kerber ist dagegen von einer Absage weit entfernt: "Klar, Paris ist das Ziel, das ich dieses Jahr noch habe", sagte sie nach ihrem Achtelfinal-Aus in New York. "Ich werde so gut und so viel es geht daran arbeiten, dass ich in Paris ready bin."Wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen wurde Paris kürzlich zum Hochrisikogebiet erklärt.

Quelle: ntv.de, ter/dpa

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