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Sensation bei Basketball-WM USA scheitern mit Hattrick-Traum

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Frankreichs Center Rudy Gobert überragte mit 21 Punkte und 16 Rebounds.

(Foto: imago images / VCG)

Das Viertelfinale der Basketball-WM in China wird zum Albtraum der Turnierfavoriten. Nach Serbien scheitern auch die USA, erstmals seit 17 Jahren erreicht der Titelverteidiger nicht die Runde der letzten Vier. Das Halbfinale bestreiten Frankreich, Argentinien, Spanien und Australien.

Historisches Aus für das Team USA: Erstmals seit dem Heimturnier 2002 ist die Basketball-Supermacht wieder im Viertelfinale einer WM gescheitert und hat damit ihre Chance auf den ersten Titel-Hattrick der Geschichte verspielt. Im chinesischen Dongguan musste sich der Weltmeister nach einer insgesamt enttäuschenden Vorstellung Frankreich mit 79:89 (39:45) geschlagen geben.

Es ist die erste WM-Niederlage seit 2006, als die Amerikaner im Halbfinale an Griechenland gescheitert waren. Dagegen spielen die Franzosen am Freitag (14.00 Uhr/im Stream bei Magentasport) in Peking gegen Argentinien um den Finaleinzug. Gegen die körperlich robusten Franzosen, die das deutsche Team zum Vorrundenauftakt bezwungen hatten, taten sich die Amerikaner in der ersten Hälfte sehr schwer. Von der Dreierlinie fiel fast nichts, bei den Rebounds dominierte der Gegner.

Gobert überragt, Walker enttäuscht

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Außerdem konnten die USA Frankreichs Center Rudy Gobert (Utah Jazz) unter dem Korb und Distanzschütze Evan Fournier (Orlando Magic) überhaupt nicht stoppen. Der 2,16 Meter große Gobert war in der vergangenen Saison zum zweiten Mal in Folge als bester Verteidiger der NBA ausgezeichnet worden und dominierte an beiden Enden des Feldes. Erst Ende des dritten Viertels fand der Favorit seinen Spielrhythmus, angeführt von Donovan Mitchell (Utah Jazz) verkürzte das Team USA den Rückstand zusehends und glich schließlich aus (60:60/28. Minute). Defensiv und offensiv steigerte sich das Team von Startrainer Gregg Popovich, der erneut wegen einer Knöchelverletzung ohne Jayson Tatum (Boston Celtics) auskommen musste. Dessen Klubkollege Kemba Walker blieb allerdings weiter blass.

Die nach zahlreichen Absagen ohne eine Reihe von NBA-Superstars angetretenen Amerikaner hatten das Spiel jetzt besser unter Kontrolle, Frankreich ließ sich aber nicht abschütteln - im Gegenteil. Frank Ntilikina (New York Knicks) brachte den Europameister von 2013 in der Schlussphase auf 82:76 (38.) nach vorn. Walker verpasste es in der Schlussminute mit zwei vergebenen Freiwürfen, zu verkürzen. Die Franzosen machten auf der anderen Seite von der Linie alles klar. Nando de Colo stellte den Endstand her. Topscorer der Franzosen waren Fournier (22 Punkte) und Gobert (21, dazu 16 Rebounds), beim US-Team war Mitchell (29) der mit Abstand beste Werfer.

Platzierungsrunde statt Halbfinale

Damit lautet die erste Halbfinal-Paarung nicht Serbien gegen die USA, sondern Argentinien gegen Frankreich. Denn bereits am Dienstag hatte es mit den Serben um NBA-Superstar Nikola Jokic den ersten großen Favoriten erwischt, der Vize-Weltmeister von 2014 unterlag den Argentiniern überraschend mit 87:97 (49:54). Das Duell der beiden vermeintlich besten Teams des Turnier steigt somit in den Spielen um die Platzierungen fünf bis acht statt in der Vorschlussrunde. Tip-Off ist am Donnerstag um 13 Uhr.

Als dritter Halbfinalist steht Spanien nach dem 90:78 (46:41) gegen Polen fest. Den Gegner für die Partie am Freitag (10 Uhr) spielten am Mittwochnachmittag Australien und Tschechien aus. Das Team aus Down Under setzte sich mit 82:70 (33:30) durch, bester Werfer der Australier war Patty Mills mit 24 Punkten. Auf tschechischer Seite konnte Tomas Satoransky (13 Punkte, 13 Assists) das Aus nicht verhindern.

Direkttickets für Olympia vergeben

Damit sind zudem alle Direkttickets für die Olympischen Spiele in Tokio 2020  vergeben. Frankreich und Spanien haben ihre Teilnahme als beste europäische Teams der WM sicher. Bereits zuvor waren die Entscheidungen über fünf Startplätze für das Großereignis in Japan gefallen. Die besten Vertreter aus Ozeanien (Australien), Afrika (Nigeria), Asien (Iran) sowie Süd- und Nordamerika (Argentinien, USA) sind durch ihre WM-Ergebnisse dabei.  Da Gastgeber Japan im kommenden Jahr automatisch bei den Sommerspielen dabei ist, sind nur noch vier Plätze offen. Diese werden Ende Juni bei vier Qualifikationsturnieren mit jeweils sechs Teams vergeben, auch die deutsche Mannschaft ist durch den 18. WM-Platz dabei.

Quelle: n-tv.de, tsi/sid

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