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"Nicht die Sklaven der Neuzeit" Wester wettert gegen Saibou-Rauswurf

Die Weitspringerin Alexandra Wester schießt scharf gegen den Rauswurf ihres Freundes bei den Telekom Baskets Bonn. Dem Basketball-Nationalspieler Joshiko Saibou war dort gekündigt worden, nachdem er auf einer Anti-Corona-Demo war. Wester, die auch mitdemonstrierte, nennt das "heuchlerisch".

Weitspringerin Alexandra Wester hat die Telekom Baskets Bonn für die Kündigung ihres Freundes Joshiko Saibou heftig kritisiert. "Ein Verein sollte einen Athleten in seiner Diversity, seiner Entwicklung und auch seiner polarisierenden Meinung unterstützen oder zumindest sie akzeptieren", sagte die 26 Jahre alte Leichtathletin in einem auf Instagram veröffentlichten Video und betonte: "Ihn aber so abzufertigen, ist ein Schlag ins Gesicht und es ist unfair. Das ist krass und ich hätte nicht gedacht, dass das im Jahr 2020 noch passieren kann."

Dem Basketball-Nationalspieler Saibou war am Dienstag von den Bonnern wegen "Verstößen gegen Vorgaben des laufenden Arbeitsvertrages als Profisportler" fristlos gekündigt worden. Von den Athleten waren in den sozialen Netzwerken Fotos von ihrer Teilnahme an der Demonstration gegen die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Berlin zu sehen.

"Er hat die Staatsmaßnahmen auf einer Demo hinterfragt und wird danach fristlos gekündigt", sagte die Olympia-Teilnehmerin von 2016. "Sie versuchen sich an irgendeiner Art Körperverletzung aufzuhängen, weil er auf einem Foto keine Maske getragen hat. Wir haben sehr bewusst darauf geachtet, niemanden bei der Demo in Gefahr zu bringen und erst recht nicht seine Teamkollegen, weil die Telekom Baskets im Moment gar nicht im Team spielen oder trainieren. Das hat absolut keine Grundlage und ist wirklich heuchlerisch."

"Vereine behandeln Sportler wie Puppen"

Auch ihr 30 Jahre alter Freund hatte sich bereits zu Wort gemeldet. "Wenn ich eine polarisierende Meinung habe, ist Gegenwind verständlicherweise vorprogrammiert. Daraufhin jedoch meinen Job zu verlieren, ist totalitär und ein Schlag ins Gesicht der Meinungsfreiheit", schrieb Saibou auf Instagram.

Wester kritisierte, dass "Vereine ihre Sportler einfach immer noch so wie Puppen behandeln können". Ihren Beitrag beendete sie mit den Worten: "Ihr solltet verstehen, dass wir Athleten nicht die Sklaven der Neuzeit sind, aber ihr macht uns gerade dazu." Der Deutsche Leichtathletik-Verband hatte zuvor bereits mitgeteilt, zurzeit keine Maßnahmen zu ergreifen. Auf der Startliste für die Deutschen Meisterschaften, die am Wochenende in Braunschweig stattfinden, fehlt Westers Name.

In den vergangenen Wochen und Monaten machte die Weitspringerin auf ihrem Instagram-Kanal immer wieder mit Verschwörungstheorien und bizarren Thesen bezüglich Corona und über eine "Horrordroge", die einen "Großteil der Welt" bestimme, auf sich aufmerksam. Sie lasse sich ihre Gefühle "nicht von den Medien, der Regierung oder den Massen manipulieren, nur um eine Illusion von Sicherheit zu wahren", sagte Wester im April.

Quelle: ntv.de, dbe/dpa