Der Sport-Tag

Der Sport-Tag Nach VAR-Eingriffen: Kamerun will WM-Partie abbrechen

Dass der Videobeweis für Diskussionen im Fußball sorgt, ist hinlänglich bekannt. Bei der WM in Frankreich sorgte er nun aber für zwei kuriose Fußball-Dramen im Achtelfinale zwischen den hochfavorisierten Engländerinnen und Kamerun. Das erzielte kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit durch Ajara Nchout traumhaft den Anschlusstreffer zum 1:2. Ganz Kamerun jubelte - ehe sich der Videoassistent einschaltete und die chinesische Schiedsrichterin Qin Liang das Tor wieder aberkannte. Zu Recht: Vorlagengeberin Onguene stand mit der Fußspitze ganz knapp im Abseits, was allerdings nur mit den kalibrierten Linien zu erkennen war.

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Ajara Nchout (l.) musste von ihren Teamkolleginnen beruhigt werden, ehe sie die WM-Partie fortsetzen konnte.

(Foto: REUTERS)

Als die Szene auf der Videoleinwand im Stadion eingeblendet und von der verhinderten Torschützin Nchout gesehen wurde, war die Abseitsstellung hingegen nicht klar zu erkennen - weshalb Nchout unter Tränen protestierte, zu ihrem Trainer ging und die Partie sogar abbrechen wollte. Erst nach langer Verzögerung und beruhigenden Worten einiger Teamkolleginnen konnte die Partie fortgesetzt werden.

Kurios: Es war schon der zweite Protest Kameruns in der Partie. Schon direkt vor der Pause hatten die Kamerunerinnen kurzerhand gestreikt, als das zunächst wegen Abseits aberkannte Tor zum 2:0 für England per Videobeweis doch anerkannt worden war - zu Unrecht, wie Kamerun freilich fälschlicherweise meinte. Deshalb versammelte Kapitänin Gabrielle Onguene ihre Teamkolleginnen inklusive Torhüterin Isabelle Mireille Mambingo kurzerhand im Mittelkreis, das Spiel war minutenlang unterbrochen - ehe sich Kamerun doch zum Weiterspielen bereiterklärte.

Quelle: n-tv.de