Formel1

Russe muss Verstappen weichen Degradierter Kwjat schimpft auf Red Bull

e2ac8044fde935fab5e1f4e49593dcfd.jpg

Daniil Kwjat fühlt sich ungerecht behandelt.

(Foto: imago/HochZwei)

Nach mehreren Kollisionen mit Sebastian Vettel versetzt Red Bull Daniil Kwjat ins Nachwuchsteam Toro Rosso. Vor dem Spanien-Rennen macht der seinem Ärger Luft. Doch Red Bull geht es gar nicht um Kwjat, sondern um das wertvollste Juwel der Formel 1.

Der russische Formel-1-Pilot Daniil Kwjat ist sauer. Und er lässt es sich anmerken. Die Miene ist versteinert, als er mit großem Unverständnis über seine Degradierung bei Red Bull spricht. "Das war ein Schock für mich", sagte der 22-Jährige im Vorfeld des Großen Preises von Spanien (14 Uhr bei RTL und im n-tv.de-Liveticker): "Es gab keine echten Erklärungen. Wenn die Bosse etwas wollen, dann machen sie es eben. Ich sehe keine echten Gründe."

Ein paar Tage liegt die Degradierung nun schon zurück, ausgerechnet nach seinem Heimrennen mit den Rüpelattacken in Runde eins gegen Ex-Red-Bull-Star Sebastian Vettel wurde er vom A- ins B-Team Toro Rosso versetzt - beide gehören Dietrich Mateschitz. "Es gibt keine Probleme mit Sebastian, wir haben darüber gesprochen", sagte Kwjat. Für den Russen tritt nun der 18 Jahre alte Max Verstappen im Red Bull an.

Der Degradierungs-Anruf von Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko habe Kwjat auf dem Sofa ereilt, 20 Minuten gedauert, danach habe er sich wieder aufs Sofa gelegt und die TV-Sendung zu Ende geschaut. Zumindest musste Kwjat bei dieser Schilderung selbst auch ein wenig schmunzeln.  Dann wurde er aber wieder ernst: "Aus meiner Sicht habe ich dem Team alles gegeben. Ich habe Punkte geholt, Entwicklungsarbeit geleistet. Die Frage nach den Gründen können die Entscheidungsträger besser beantworten", sagte Kwjat.

Im Vordergrund der Entscheidung steht wohl die Beförderung Verstappens. Durch die aufsehenerregende Beförderung des Niederländers zu Red Bull Racing habe man auch einem baldigen Abgang Verstappens vorgebeugt, sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Verstappen sei "eines der wertvollsten Objekte in der Formel 1. Und mit dieser Entscheidung haben wir den Fahrermarkt abgetötet, zumindest was Red Bull angeht". Verstappen steht auf der Liste der Toprennställe, Red Bull will ihn langfristig halten.

"Ich bin sehr glücklich über diese Chance", sagte Verstappen: "Es war immer der Plan, für ein Topteam zu fahren." Kwjat will seine Aufgabe bei Toro Rosso indes trotz allem hochmotiviert angehen, darauf legte er Wert. "Ich versuche, eine laute Antwort auf der Strecke zu geben, nichts ändert sich für mich", sagte er: "Ich bin sehr hungrig, und ich habe nicht das Gefühl, dass ich fallengelassen wurde. Es gibt auch bei Toro Rosso vieles, für das es sich zu kämpfen lohnt."

Quelle: n-tv.de, tno/dpa/sid

Mehr zum Thema