Formel1

Zweimal Silverstone im Anschluss F1-Doppel-Start in Österreich wird konkreter

imago40746858h.jpg

Die Königsklasse des Motorsports könnte ab Juli wieder Rennen austragen.

(Foto: imago images / DeFodi)

Auftakt am 5. Juli? Zweimal Spielberg, dann zweimal Silverstone? Angeblich nehmen die Pläne für einen Formel-1-Neustart Form an. Die Organisatoren scharren mit den Hufen. Zunächst muss zwar die Politik Grünes Licht geben - aber Österreichs Sportminister sagt, dass er den Rennen "nicht im Wege stehe".

Die Formel 1 plant ihren Neustart am 5. Juli auf dem Red-Bull-Ring in Österreich nun angeblich konkreter. Der englischen Boulevardzeitung "The Sun" zufolge soll die Königsklasse des Motorsports ein entsprechendes Szenario ins Visier genommen haben. "Wir sind voller Hoffnung und es wäre ein großartiger Start für die Meisterschaft, falls dies als sicher erachtet wird. Ich weiß, dass Red Bull alles tut, um das Rennen zu ermöglichen", zitierte das Blatt Red-Bull-Teamchef Christian Horner.

Planspielen zufolge sollen in Österreich gleich zwei Grand Prix stattfinden, ehe ebenfalls zwei Rennen in Silverstone ausgetragen werden sollen. In allen Fällen soll ohne Fans gefahren werden. Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko hatte zuletzt von der Möglichkeit gesprochen, dass am 5. Juli der reguläre Grand Prix von Österreich stattfinde, ehe möglicherweise am darauf folgenden Mittwoch am späten Nachmittag das zweite Rennen gefahren werde. "Die Vorzeichen deuten darauf hin, dass die Chancen sehr hoch sind", hatte Marko im ORF Radio Steiermark gesagt.

"Für den Motorsport ist es extrem wichtig, dass es losgeht", betonte auch der frühere Formel-1-Pilot und aktuelle TV-Experte Ralf Schumacher dem Sender Sky Sport News und meinte mit Blick auf Coronavirus-Fälle: "Was die Sicherheit angeht, hier in Salzburg sind es weniger als 20 Fälle. Ich glaube, dass es funktionieren kann."

Silverstone steht bereit

Der Formel-1-Rechteinhaber arbeite laut Marko bereits an einem Programm, "wie man die Anzahl der Personen einschränken kann, dass nicht der komplette Tross, dann wären es mehrere Tausend Leute, anreisen muss". Die Teammitglieder könnten über Charter-Flieger direkt in Zeltweg nahe der Rennstrecke landen. Österreichs Sportminister und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) hatte schon gesagt, dass die Regierung einem Geisterrennen "zumindest nicht im Wege stehe". Horner sprach von Plänen, unter anderem die Zahl der Teammitglieder an der Rennstrecke auf rund 80 pro Rennstall zu begrenzen. Sollten die Gesundheitsbehörden und Regierungsvertreter dann Grünes Licht geben, erhielte die Formel 1 einen "Anfangspunkt, dem andere folgen könnten", sagte Horner "The Sun".

Die englische Traditionsstrecke in Silverstone wäre ebenfalls für einen Doppel-Grand-Prix bereit. "Wir haben alle Arten von Umsetzungen diskutiert, darunter war auch die Veranstaltung von zwei Rennen an einem Wochenende oder zwei Rennen über aufeinanderfolgende Wochenenden", hatte Streckenchef Stuart Pringle jüngst dem "Guardian" gesagt. Anfang Mai rechnet Pringle damit, dass die Formel-1-Bosse eine Entscheidung über den künftigen Kalender bekanntgeben. In Silverstone soll dem alten Plan zufolge am 19. Juli gefahren werden. Die Mehrheit der Rennställe hat ihren Sitz in England, was organisatorisch und logistisch die Situation vereinfachen würde.

Die ersten neun Saisonläufe der Königsklasse bis Mitte Juni wurden abgesagt oder auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Formel 1 hofft dennoch, mit einem umgebauten Kalender noch bis zu 18 Rennen in diesem Jahr fahren zu können.

Quelle: ntv.de, Martin Moravec, dpa