Formel1

"Putins Racing Team" Fans wüten gegen Schumachers "Russland"-Auto

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Das Objekt des Zorns: Mick Schumachers neuer Haas-Rennwagen.

(Foto: Haas F1 Team)

Mick Schumachers neuer Formel-1-Wagen ist noch nicht mal auf der Strecke und sorgt schon für Ärger: Der Zorn der Fans richtet sich gegen das Design im Stil der russischen Nationalflagge. Sie wittern einen "Verkauf der Seele" und fürchten um Schumachers Standing im Rennstall.

"Ich finde, das sieht sehr biestig aus. Ich freue mich sehr, das Auto mit der Nummer 47 nun schnell auf die Strecke zu bringen", sagt Mick Schumacher im exklusiven RTL/ntv-Interview über seinen neuen Haas-Wagen. Seine Anhänger sind größtenteils aber gar nicht erfreut über das Formel-1-Auto des 21-Jährigen - obwohl bisher nur das Design vorgestellt wurde und der Bolide erst am 12. März beim Testfahren in Bahrain auf der Strecke getestet wird.

Der Grund für den Zorn der Fans des deutschen Rennfahrers im US-amerikanischen Rennstall: die rot-blau-weiße Lackierung des VF-21, die im geschwungenen Linien-Design der russischen Nationalflagge sehr ähnelt. Dabei ist die russische Flagge seit dem Urteil des Internationalen Sportgerichtshofes zum Staatsdoping-Skandal von globalen Sportereignissen verbannt. Mick Schumacher landet mit dieser Diskussion sogar hoch oben in den Twitter-Trends.

"Richtig schlecht! Haas verkauft seine Seele. Armer Mick, der in der Karre herumgurken muss", urteilt ein Twitter-Nutzer. "Oh mein Gott, es gibt nichts Schrecklicheres", kommentiert ein anderer und postet ein Meme, auf dem steht: "F1 - we race for money" (Wir fahren für Geld). "We Race As One" (Wir fahren geeint) lautet seit dem Sommer 2020 eine Formel-1-Kampagne, die mit den Farben aller Rennställe in Form eines Regenbogens für Vielfalt und gegen Rassismus eintritt und auch dafür, dass die Menschen der Motorsportgemeinde in der Corona-Pandemie zusammenhalten.

"Das ist widerlich"

Der russischen Regierung wird immer wieder vorgeworfen, Menschenrechte systematisch zu missachten, besonders ethnische Minderheiten seien im Land von Rassismus, Diskriminierung und sogar Mord bedroht. Willkürliche Verhaftungen sind keine Seltenheit in Russland. Vorurteile gegen Minderheiten würden von Präsident Wladimir Putin und der orthodoxen Kirche "aktiv befeuert", wie der Europarat 2019 feststellte. Unrechtsstaaten nutzen gerne das Prinzip des Sportwashings: Sie richten Sportevents aus oder engagieren sich als Team-Sponsoren, um über Menschenrechtsverletzungen hinwegzutäuschen.

Weltmeister Lewis Hamilton hatte im vergangenen Jahr Black-Lives-Matter-Proteste in der Formel 1 gestartet, denen sich einige Fahrer angeschlossen hatten. Auch Sebastian Vettel setzte ein Zeichen für Toleranz, als der Ferrari-Pilot beim Istanbul-GP mit einem Diversitäts-Helm an den Start ging und erklärte, die Türkei sei der "richtige Ort" für die Nachricht.

"Ich komme aus Russland, aber ... das ist widerlich", schreibt ein Nutzer bei Instagram zum Flaggen-Design. Ein anderer nennt den Haas-Rennstall schon "Putins Racing Team". Weiteren Usern "tut Mick Schumacher leid": Etliche "I'm sorry"-Kommentare finden sich unter Schumachers Twitter-Post zum neuen Auto. Der Hintergrund des Designs ist Haas' neuer Titelsponsor, Ural-Kali, der Chemiekonzern eines russischen Milliardärs.

Schumacher sieht "nur die Team-Farben"

Dieser schwerreiche Mann heißt ausgerechnet Dimitri Mazepin - und sein Sohn Nikita besetzt das zweite Haas-Cockpit. Auch deshalb ruft das "Russland"-Design Argwohn bei den Schumacher-Fans hervor. Sie befürchten, der 21-jährige Formel-1-Rookie könnte von seinem Rennstall benachteiligt werden, weil Mazepin Senior mit seinem Geld zu viel Macht ausüben könne. "Die werden Mazepin bevorzugen, wird hart für Mick", meint ein Twitter-Nutzer, ein anderer äußert: "Mit der Vorgeschichte von Mazepin find ich die Lackierung echt sehr bescheiden."

"Ich sehe nur die Team-Farben darin und freue mich, damit auf die Strecke zu kommen", sagte Schumacher selbst übrigens über das Design und fügte an: "Wenn das die Team-Farben sind, bin ich happy damit, wenn es Pink wäre, würde ich auch in Pink fahren. Solange es schnell ist und ich gut fahre, stört es mich nicht."

Quelle: ntv.de

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