Formel1

"Zeit, getrennte Wege zu gehen" Ferrari bestätigt Abschied von Vettel

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Viele Rennen wird Sebastian Vettel im Ferrari nicht mehr bestreiten.

(Foto: imago images/HochZwei)

Sebastian Vettel verlässt Ferrari am Ende dieses Jahres. Demnach gab es nicht mehr den Wunsch, noch länger zusammenzubleiben. Der viermalige Weltmeister will nach Informationen unserer Redaktion aber weiter in der Formel 1 fahren.

Finito: Sebastian Vettel kehrt Ferrari nach diesem Jahr den Rücken. Nach dann sechs Jahren beim italienischen Traditions-Rennstall läuft die Zusammenarbeit nach dem Ende dieser Saison aus. Wie die Scuderia nun erklärte, habe man sich nicht auf eine Verlängerung des auslaufenden Vertrages geeinigt. Die Entscheidung zur Trennung sei aber einvernehmlich getroffen worden.

"Das Team und ich haben gemerkt, dass es nicht mehr den gemeinsamen Wunsch gab, über das Ende dieser Saison zusammenzubleiben", erklärte Vettel laut einer Presseerklärung des Teams. Finanzielle Aspekte hätten keine Rolle gespielt. Nach Informationen unseres Formel-1-Experten Felix Görner soll es in den gescheiterten Gesprächen um die Laufzeit des Vertrags und den Status im Rennstall gegangen sein.

Scuderia-Teamchef Mattia Binotto sagte, es habe keinen spezifischen Grund für die Trennung gegeben, außer dem gemeinsamen Glauben, "dass die Zeit gekommen ist, getrennte Wege zu gehen, um unsere jeweiligen Ziele zu erreichen". Die ersehnten Titel wie einst sein Vorbild Michael Schumacher konnte Vettel bislang nicht liefern.

Frühe Anzeichen für das Ende

Fingerzeige zur Zukunft von Vettel hatte es bereits vergangene Saison gegeben, die für den Deutschen so enttäuschend verlaufen war. Er belegte in der WM nur den fünften Platz, sein Stallrivale Charles Leclerc landete vor ihm. Mit dem Monegassen geriet Vettel auf der Strecke mehrfach aneinander. Als Ferrari Weihnachten 2019 Leclerc einen bis Ende 2024 gültigen Vertrag gab, war dies ein klares Signal für die künftigen Pläne des Teams. Leclerc würdigte Vettel derweil kurz nach Bekanntgabe der Trennung und räumte via Twitter auch ein Missverständnis ab: "Ich habe noch nie so viel gelernt. Danke für alles. Es war eine große Ehre für mich, dein Teamkollege zu sein. Wir hatten einige angespannte Momente auf der Strecke. Einige sehr gute und andere, die nicht so endeten, wie wir es beide wollten. Aber es gab immer Respekt, auch wenn es von außen nicht so wahrgenommen wurde."

Er werde sich nun Zeit nehmen, um über seine Zukunft nachzudenken, sagte Vettel. Nach Informationen unserer Redaktion will er aber auf jeden Fall in der Formel 1 bleiben. "Das wurde mir so bestätigt", sagt unser Experte im Interview. Als mögliche Option nennt er Mercedes - wenn Weltmeister Lewis Hamilton seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängert. Auch Renault sowie McLaren seien denkbar. Gerade den britischen Rennstall sieht Görner als spannende Option. "Sie bekommen nächste Saison Motoren von Mercedes. Das dürfte ein ganz starkes Paket werden."

Sainz und Ricciardo als Kandidaten

Als Kandidat für eine Vettel-Nachfolge wird derweil seit Längerem schon McLaren-Pilot Carlos Sainz gehandelt. Der 25 Jahre alte Spanier war in der Vorsaison mit starken Leistungen WM-Sechster geworden und hatte sich so auch für Top-Cockpits empfohlen. Er absolvierte bisher 102 Formel-1-Rennen und kam im vergangenen Jahr als Dritter in Brasilien erstmals aufs Podest. Auch der australische Renault-Pilot Daniel Ricciardo wird als möglicher künftiger Ferrari-Fahrer gehandelt. Er fährt seit 2019 für Renault.

Ob Vettel noch ein offizielles Abschiedsrennen im Ferrari bekommt, ist derweil ungewiss. Aufgrund der Corona-Pandemie wurden bislang alle Rennen entweder verschoben oder abgesagt. Derzeit ist der Start der Saison für den 5. Juli mit einem Rennen ohne Zuschauer in Österreich anvisiert.

Quelle: ntv.de, mit dpa und sid