Formel1

Formel-1-Erfolg bedeutet Ärger Ferrari kämpft mit einem Paradoxon

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"Natürlich bin ich nicht zufrieden, wenn ich langsamer bin": Sebastian Vettel.

(Foto: imago images/Motorsport Images)

Nach dem ausgefallenen Teamduell jüngst in Japan geht der Kampf um die Vormachtstellung bei Ferrari zwischen Ex-Weltmeister Sebastian Vettel und Neuling Charles Leclerc in die nächste Runde. Beim Rennen der Formel 1 in Mexiko duellieren sich die beiden Alphatiere wieder. Dicke Luft ist angesagt.

Diesmal wollen sich Sebastian Vettel und Charles Leclerc keine Blöße geben. Die "100-Meter-Dilettanten" von Suzuka, wie der "Corriere della Sera" schimpfte, reisen nach dem vorzeitigen Knock-out im Kampf um die WM-Titel in der Formel 1 mit guten Siegchancen zum Großen Preis von Mexiko am Sonntag (ab 20.10 Uhr unserer Zeit bei RTL und im Liveticker bei n-tv.de). Dabei gilt: Je erfolgreicher Vettel und Leclerc in 2200 Meter Höhe fahren, desto dicker dürfte die Luft werden. Die Vorgeschichte von Monza, Singapur und Sotschi hat durch Vettels Fehlstart und Leclercs frühe Kollision beim Rennen vor neun Tagen in Japan nichts an Wucht verloren.

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Neun Punkte vor Vettel: Charles Leclerc.

(Foto: REUTERS)

Zu viel ist vorgefallen im Gerangel der Alphatiere um das Recht auf Siege, im Streit um interne Absprachen und schlicht im Kampf um die Vormachtstellung beim erfolgreichsten Rennstall der Formel-1-Geschichte. Was in der Emotion des Rennens zuletzt regelmäßig im Boxenfunk hochkochte, klingt dabei mit ein wenig Abkühlung deutlich gedämpfter. "Charles macht einen sehr guten Job, aber generell glaube ich, dass es in erster Linie ein Rennen gegen dich selbst ist - und erst dann gegen die anderen", sagte Vettel in Suzuka. Allerdings räumte der nach Siegen dritterfolgreichste Pilot der Formel-1-Geschichte auch ein: "Natürlich bin ich nicht zufrieden, wenn ich langsamer bin, ob es jetzt Training, Qualifying oder Rennen ist."

Vettel siegt lediglich in Singapur

An den öffentlichen Vergleichen gibt es sowieso kein Vorbeikommen, dazu ist die Fallhöhe bei Vettel zu groß. Der viermalige Weltmeister, mit 32 Jahren im Herbst seiner Karriere, liegt in den wichtigsten Statistiken des Jahres 2019 hinter dem zehn Jahre jüngeren Ferrari-Neuling. Der Monegasse Leclerc gewann die Rennen in Spa und Monza, Vettel war lediglich in Singapur erfolgreich - und das letztlich nur, weil sein früher Boxenstopp einen überraschend großen Vorteil brachte und das Team von einem angedachten Platztausch mit dem polternden Leclerc absah.

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Einer von ihnen wird Weltmeister: Lewis Hamilton und Valtteri Bottas.

(Foto: imago images/Motorsport Images)

Im Qualifying-Duell liegt Vettel mit 7:10 im Hintertreffen. Immerhin durchbrach der Deutsche mit seiner Pole Position in Suzuka die Serie von neun Niederlagen nacheinander. In der Fahrer-WM, um die vor dem viertletzten Saisonrennen nur noch die Mercedes-Piloten Lewis Hamilton aus England und dem Finnen Valtteri Bottas kämpfen, hat Leclerc als Dritter neun Punkte Vorsprung auf den fünftplatzierten Vettel. Damit werden die verbleibenden Rennen zu einem kleinen Kampf um die teaminterne Pole Position für das kommende Jahr. 2020 zählt es für Ferrari, zumal die Form endlich stimmt.

Die roten Renner sind nach der Sommerpause in fünf Qualifyings unbesiegt, das Auto funktioniert mittlerweile auf jedem Streckentyp. Drei Siege sprangen heraus, von den Kräfteverhältnissen her hätten es fünf sein können. Die dünne Höhenluft von Mexiko-Stadt sollte dem vor Kraft strotzenden und auf Effizienz getrimmten SF90H liegen. Bei Mercedes, das gerade den Rekord von zwölf WM-Titeln in sechs Jahren aufstellte, hat das Kopfzerbrechen längst begonnen.

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Quelle: n-tv.de, Marco Heibel, sid

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