Formel1

Formel-1-Lehren aus Budapest Hamilton hat nur noch einen Konkurrenten

11fb92c65a598829a930abbfcc8c79c5.jpg

Lewis Hamilton (r.) muss sich wohl vorerst nur vor Max Verstappen in Acht nehmen.

(Foto: REUTERS)

Auch in Ungarn zeigt sich die Formel 1 von ihrer spannenden Seite. Dafür sorgen zwei Piloten: Lewis Hamilton, der triumphale Gewinner, der einen Rückstand von 19 Sekunden in weniger als 20 Runden aufholt, und Max Verstappen. Der zweitplatzierte Niederländer avanciert zum ersten Herausforderer von Hamilton. Auf WM-Platz zwei fehlen dem Red-Bull-Star nur noch sieben Punkte. Während dort die Zuversicht wächst, wird die Ernüchterung bei Sebastian Vettel nur noch größer. Platz drei kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass er über eine Minute nach Hamilton ins Ziel kam - trotz eines Reifenwechsels weniger.

Hamilton kann es auf Abruf

*Datenschutz

Die Strategie war gewagt. Als Hamilton zum zweiten Mal aus der Box fuhr, lag er knapp 20 Sekunden hinter Verstappen - 21 Runden vor Schluss. Die Box rechnete hoch: Er sollte den Niederländer in der letzten Runde kriegen. Hamilton fuhr wie im Rausch. Bereits in Runde 67 zog er an Verstappen vorbei. Und das eine Woche nach seinem Patzer-Grand-Prix beim Mercedes-Heimrennen auf dem Hockenheimring, als er auch krankheitsbedingt nicht auf der Höhe war. So wie in Ungarn ist Hamilton der sechste Titel aber nicht zu nehmen.

Verstappen ist der neue Hamilton-Gegner

Es sieht im Moment so aus, dass nur Verstappen im Rennen mit einem Hamilton mithalten kann. Der Red Bull mit dem Honda-Motor ist gut, aber eigentlich nicht so gut wie der Mercedes, allein das beweist die Klasse Verstappens. Ebenso im Vergleich die Platzierungen seines französischen Teamkompagnons Pierre Gasly, der mit einer Überrundung nicht über Platz sechs hinauskam. Sieben Grand-Prix-Siege hat Verstappen mit gerade mal 21 Jahren, die erste Pole holte er in Budapest. Vieles deutet darauf hin, dass der erste WM-Titel auch nur noch eine Frage der Zeit ist. 69 Punkte, die er aktuell hinter Hamilton liegt, sind viel. Als nächstes steht mit dem Klassiker in Spa-Francorchamps nach der Sommerpause allerdings so etwas wie sein Heimrennen an, Verstappen wurde in Belgien geboren.

Ferrari ist nur noch dritte Kraft

ac2441a375b393f7a7a1ec266f4009bf.jpg

Verstappen hat Vettel nun wohl endgültig als Hamilton-Verfolger abgelöst.

(Foto: imago images / LaPresse)

Sieger Hamilton und Verstappen auf Platz zwei konnten sich sogar einen Reifenwechsel mehr leisten und fuhren immer noch meilenweit vor den beiden Ferraris. Vettels Rückstand auf Hamilton betrug 61,4 Sekunden. Auf Verstappen fehlten ihm 43 Sekunden. Das muss die Scuderia erschrecken. "Es ist klar, dass wir da nicht sind, wo wir sein wollen", wiederholte Vettel einen Satz, der praktisch seit Saisonbeginn auf Ferrari zutrifft. Die Konkurrenz holt nicht nur auf, sie überholt Ferrari. "Wir haben viel Arbeit vor uns", sagte Vettel daher im Motorhome der Scuderia, während er in den Aufzeichnungen des Rennens auf dem Hungaroring blätterte. Auch wenn die Mannschaft in der Sommerpause eigentlich die Akkus aufladen sollte: "Keiner von uns wird wirklich abschalten können", meinte Vettel. Für die WM wird es in diesem Jahr nicht mehr reichen, aber es gibt trotzdem Licht am Ende des Tunnels: Für die Strecken in Spa und dann beim Heimrennen in Monza hat Ferrari genau das richtige Auto. Vielleicht gibt es dann endlich den ersten Saisonsieg.

Formel 1 hat sich von der Langeweile erholt

Genau sechs Wochen ist es her, da lag die Formel 1 gefühlt auf der Intensivstation. Der Große Preis von Frankreich war der schlimmste Langweiler seit einer ganzen Weile, und auch zuvor ging es nicht wirklich rund. "Alle beschwerten sich, wie schlecht unser Sport geworden sei", sagt Lewis Hamilton. Doch Anfang August ist die Welt eine andere. "Wir hatten jetzt vier tolle Rennen hintereinander", so der Brite. Österreich, England, Deutschland und nun Ungarn, das waren vier echte Krimis, "und ich denke, so geht es weiter." Der Grund: Mercedes ist fast überall stark, Red Bull hat einen Sprung gemacht, und genau wie Ferrari haben sie ein "Spezialfahrzeug" für bestimmte Streckentypen. In Spa und Monza dürfte die Farbe Rot wieder eine ziemlich große Rolle spielen.

*Datenschutz

Quelle: n-tv.de, cri/dpa/sid

Mehr zum Thema