Formel1

"Gesehen, wie schnell es geht" Hülkenberg findet doch Fahrer-Job in der F1

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Ob der Plan aufgeht?

(Foto: imago images/HochZwei)

Stammpilot ist Nico Hülkenberg weiter nicht, seinen Formel-1-Traum aber gibt der deutsche Pilot nicht auf. Mercedes und Aston Martin sichern sich für die Saison 2021 die Dienste Hülkenbergs als Ersatzfahrer. Dass ihm diese Rolle liegt, hat er wiederholt bewiesen.

Eine andere Lösung wäre Nico Hülkenberg schon deutlich lieber gewesen, als auch in der Formel-1-Saison 2021 nicht regelmäßig im Rennauto sitzen zu können. Der 33-Jährige denkt aber auch pragmatisch. Nachdem die Hoffnung auf ein Cockpit bei Red Bull Racing nicht erfüllt hatte, "musste ich mir die nächstbeste suchen". Also die nächstbeste Möglichkeit, die Königsklasse nicht aus den Augen zu verlieren. Und nachdem Hülkenberg in der vergangenen Saison an drei Rennwochenenden als Vertretung im Racing Point zum Einsatz gekommen ist, erscheint es nur logisch, dass das mittlerweile in Aston Martin umbenannte Team ihn auch ganz offiziell zum Ersatzfahrer macht. Dennoch, das Ziel lautet weiterhin: "Stamm-Cockpit für 2022".

Das hat der gebürtige Emmericher der "Bild" verraten, sieht sich selbst als "Mann für alle Fälle". Auch eine Berufung zu Mercedes ist möglich, sollten Lewis Hamilton oder Valtteri Bottas eines der 23 geplanten Rennen 2021 verpassen. Allerdings ist Hülkenberg dort nur eingeplant, wenn die Ersatzfahrer Nyck de Vries und Stoffel Vandoorne ebenfalls unpässlich sind, weil sie in der vollelektrischen Formel E aktiv sind.

"Ich glaube, das Beste, was ich machen kann, ist, dranzubleiben und direkt da zu sein, wenn sich so eine Tür öffnet", fasst der 179-fache Grand-Prix-Starter zusammen, der seit seinem Vertragsende 2019 bei Renault keine neue Festanstellung in der Formel 1 gefunden hat. Wohl auch, weil die zehn Teams bei Neubesetzungen vermehrt auf junge Fahrer setzen - Alpine einmal ausgenommen, die Franzosen holten den 39 Jahre alten Fernando Alonso, der allerdings 2005 und 2006 mit dem damaligen Renault-Team zwei Weltmeister-Titel eingefahren hatte.

Der Trend geht zur Jugend

Derartige Erfolge fehlen in der Formel-1-Vita von Hülkenberg, der den Rekord für die meisten Starts ohne Podiumsplatzierung hält. Seine Qualität ist dennoch unbestritten, die er mit starken Leistungen bei seinen Aushilfseinsätzen in der vergangenen Saison nachwies. Abseits von Alonso werden freie Cockpits derzeit aber eben doch meist an junge Fahrer vergeben, mit den Haas-Neulingen Mick Schumacher und Nikita Mazepin sowie Alpha-Tauri-Rookie Yuki Tsunoda ist die Hälfte des aktuellen Grids 25 Jahre oder jünger.

Dennoch sieht Hülkenberg seine Formel-1-Karriere noch nicht als beendet an, ein Wechsel in DTM und eine Rückkehr zu den 24 Stunden von Le Mans, die er 2015 im Porsche gewonnen hat, sind "bisher nicht geplant". Stattdessen kommentiert er für den zu Red Bull gehörenden österreichischen Sender Servus TV die Formel 1 und setzt darauf, mit den Engagements bei Mercedes und Aston Martin einerseits im Gespräch zu bleiben und andererseits "sicherlich auch noch etwas dazuzulernen", wie er der "Bild" sagt.

Die Chancen, dass Hülkenberg auch 2021 wieder als Aushilfe in einen Boliden steigt, sind dabei aber nicht zu unterschätzen. Denn ein schnelles Ende der Corona-Pandemie ist nicht abzusehen, im Vorjahr rückte der 33-Jährige ja dreimal aufgrund von Corona-Infektionen bei Sergio Perez und Lance Stroll nach. Und die Formel 1 plant mit 23 Rennwochenenden so viele Termine wie nie zuvor, abseits der vierwöchigen Sommerpause im August sind dadurch kaum Verschnaufpausen vorgesehen. Und, so Hülkenberg: "Wir haben ja gesehen, wie schnell es gehen kann."

Quelle: ntv.de

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