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Die Kurve Richtung WM-Titel will Sebastian Vettel dann 2018 kriegen.
Die Kurve Richtung WM-Titel will Sebastian Vettel dann 2018 kriegen.(Foto: imago/HochZwei)
Mittwoch, 08. November 2017

"Mit Ferrari Weltmeister werden": Im Scheitern schaltet Vettel auf Angriff um

Zwei Rennen in der Formel-1-Saison stehen noch an, allein es geht um nichts mehr. Für Ferrari ist 2017 ein schmerzhaftes Lehrjahr, in dem Mercedes wieder einmal sein Können beweist. Doch Sebastian Vettel startet bereits den Kampf um den WM-Titel 2018.

Der Kampf ist verloren, auf in den Kampf - so in etwa lautet das Motto bei Sebastian Vettel und Ferrari in diesen Tagen. Mercedes-Star Lewis Hamilton ist schon vor dem Großen Preis von Brasilien am Sonntag (17 Uhr im n-tv.de Liveticker und bei RTL) Weltmeister, und längst geht es für die Scuderia um die nächste Chance im Jahr 2018.

"Alles geht von vorne los, es hat sich nichts geändert", sagt Vettel: "Ich will mit Ferrari Weltmeister werden." Und die Saison 2017 soll keine verlorene gewesen sein. "Es war schmerzhaft, aber wir haben dabei eine Menge gelernt", sagt Ferrari-Boss Sergio Marchionne. Worauf lässt sich aufbauen, was muss in Zukunft besser werden? Die Erkenntnisse:

Sebastian Vettel ist ein fairer Verlierer.
Sebastian Vettel ist ein fairer Verlierer.(Foto: imago/LAT Photographic)

Starkes Auto
Die schwachen Ergebnisse nach der Sommerpause und die frühe Niederlage im WM-Duell haben ein wenig darüber hinweggetäuscht - aber Ferrari hatte in diesem Jahr das vielleicht beste, auf jeden Fall das vielseitigste Auto im Feld. Mercedes war nur noch auf einigen Power-Strecken eine Macht, kam dafür auf anderen Kursen gar nicht zurecht. Derartige Schwankungen gab es nicht bei Ferrari. Der SF70H war schon in diesem Jahr titelreif - und er ist mehr als nur eine gute Basis für den Angriff 2018.

Starke Entwickler
Der hervorragende Bolide ist besonders hoch zu bewerten gemessen daran, wie aussichtslos die Scuderia noch im vergangenen Jahr hinterhergefahren war. Jahrelang hatte Ferrari zu Recht Prügel einstecken müssen, weil man auf der Stelle trat und technische Innovationen immer nur der Konkurrenz gelangen. Doch von 2016 auf 2017 waren die Italiener Entwicklungsweltmeister, die Ideen fruchteten - und auch die Updates nach der Sommerpause machten das Auto schneller. Leider sah man das kaum, und das hatte Gründe.

Zufälle gibt es nicht
Im Endspurt ging alles schief, was schief gehen konnte, und Sergio Marchionne legt den Finger in die Wunde. "Ich glaube nicht an Pech", sagt der 65-Jährige: "Die Ergebnisse spiegeln immer die Art, in der wir unserem Geschäft nachgehen." Strukturelle Probleme hätten die entscheidenden technischen Defekte verursacht, daraus habe man gelernt, so Marchionne. Fehlerhafte Bauteile sollen Ferrari im kommenden Jahr nicht erneut um Siege bringen, die Abläufe bei der Qualitätskontrolle in Maranello werden intensiv überarbeitet. Ziel muss die Standfestigkeit sein, die Konkurrent Mercedes längst erreicht hat. Und noch etwas sagt Marchionne: Auch "Fehleinschätzungen" seines Fahrers hätten wichtige Punkte gekostet.

In der Ruhe liegt die Kraft
Vettel selbst muss aus diesem Jahr 2017 zwingend etwas mitnehmen. Über seinen folgenschweren Startcrash in Singapur darf eifrig gestritten werden, fest steht, dass Vettel ihn ziemlich einfach hätte vermeiden können - auch seine Kopf-durch-die-Wand-Mentalität hat zu dieser WM-Niederlage beigetragen. Viel schwerer als der Rennunfall in Singapur wiegen seine wiederholten Ausbrüche, Tiefpunkt war die Rammbock-Aktion gegen Hamilton in Baku. "Sebastian muss mit mehr Gelassenheit fahren, ruhiger werden", sagte Marchionne schon vor einigen Monaten. Vettel macht sich zu oft selbst das Leben schwer.

Grande Seb?
Die teilweise ziemlich wankelmütige Presse in Italien hatte Vettel vor allem in der Frühphase der Saison schon euphorisch hochleben lassen, nun sieht das etwas anders aus - gegen Hamilton in dieser Form könne auch Vettel wenig ausrichten, heißt es. Dabei stellte der viermalige Weltmeister in diesem Jahr seine fahrerische Ausnahmeklasse unter Beweis: Er machte den Ferrari noch schneller, holte auch auf undankbaren Strecken oft mehr aus dem Auto heraus als möglich schien. Vettel kann weiterhin den Unterschied machen - und muss sich vor seinem Rivalen auch in Zukunft nicht verstecken.

Quelle: n-tv.de

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