Formel1

"Verlange Erklärungen" Leclerc stinksauer nach bösem Ferrari-Bock

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Charles Leclerc reckt nach dem Aus im ersten Abschnitt des Qualifying den Daumen - der Frust ist beim Monegassen aber gewaltig.

(Foto: imago images / Motorsport Images)

Die Stimmung bei Ferrari ist nach fünf Formel-1-Pleiten in Serie ohnehin rauchig, jetzt verzockt sich die Scuderia auch noch böse im Qualifying von Monaco. Leidtragender: Ausgerechnet Charles Leclerc, der sich für sein Heimrennen viel vorgenommen hat.

Ein wütender Charles Leclerc hatte nach dem verpatzten Qualifying zu seinem Formel-1-Heimspiel beim Großen Preis von Monaco erhöhten Redebedarf mit seinem Ferrari-Team. "Ich habe gefragt, ob sie sich sicher sind. Sie sagten, dass sie sich sicher sind. Wir hatten genug Zeit, noch einmal rauszufahren. Wir hatten genug Treibstoff. Ich verlange Erklärungen", sagte der Teamkollege des Heppenheimers Sebastian Vettel nach Platz 16 im Qualifying.

Ferrari hatte in der hitzigen Schlussphase des ersten von drei Qualifying-Abschnitten darauf verzichtet, den 21-Jährigen noch einmal auf die Strecke zu schicken. Die Strategie-Abteilung war der Annahme, Leclercs Zeit würde ausreichen, um sich unter den besten 15 zu platzieren und damit das Q2 zu erreichen. Es erwies sich als Trugschluss.

"Schlechte Vorbereitung"

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Weltmeister Lewis Hamilton, der sich für das Rennen am Sonntag (15.10 Uhr/RTL und im Liveticker auf n-tv.de) die Pole Position sicherte, konnte Leclercs Ärger in einer ersten Reaktion nachvollziehen. "Das ist schlechte Vorbereitung", sagte der britische Mercedes-Pilot: "Wir gehen solche Risiken nicht ein. Deshalb bin ich ja auch nochmal rausgegangen und habe die sich verbessernde Strecke genutzt." Vettel hingegen verteidigte sein Team. "In Q1 hat sich die Strecke deutlich stärker verbessert, als wir es hätten erahnen können", sagte der viermalige Weltmeister, der sich für Startplatz vier qualifizierte: "In der Hitze des Moments kann das passieren, auch wenn das nicht gut aussah. Aber das hätte jedem passieren können, der ähnliche Probleme mit dem Reifenfenster hat wie wir." Teamchef Mattia Binotto sprach auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am Samstagabend unverblümt von einem "schlechten Tag" und einem "klaren Fehler des Teams". Personelle Konsequenzen schloss er allerdings aus.

In Monaco fällt ein schlechter Startplatz noch mehr ins Gewicht als auf den meisten anderen Strecken, weil Überholen auf dem engen Stadtkurs kaum möglich ist. Letztlich rückte Leclerc aufgrund der Rückversetzung des Italieners Antonio Giovinazzi (Alfa Romeo) wegen Behinderns eines anderen Fahrers auf Startplatz 15 vor.

Quelle: n-tv.de, ter/sid

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